Christus allein

„Herr, erhalte mein Gedächtnis frisch!“

Leid und Schwierigkeiten gehören zu jedem Leben dazu. Sehr oft sind wir selbst die Ursache für Leid im Leben unseres Nächsten. Gleichzeitig erfahren wir Leid von anderen. Wie aber sollen wir damit umgehen? Sollen wir es vergessen? Verdrängen? Oder ständig mit uns herumtragen? Welche Rolle spielt das „Sich erinnern“? Gegen Ende des letzten Jahres habe ich wieder einmal zu Charles Dickens Weihnachtserzählungen gegriffen und die Erzählung „Der verwünschte Mann“ gelesen. Bei diesem handelt es sich

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Das Konzept des Kirchenjahres

In einem der Adventsgottesdienste des letzten Jahres in unserer Gemeinde wurde in einem Impulsbeitrag auf das Kirchenjahr Bezug genommen. Das erinnerte mich an eine längst verdrängte Ermutigung vonseiten meines lutherischen Onkels, mich doch mal intensiver mit dem Kirchenkalender auseinanderzusetzen. Sein Argument war damals, – wenn ich mich recht erinnere – dass hinter diesem Konzept wertvolle theologische Gedanken und Intentionen stecken, die dem Christenleben einen hilfreichen Rahmen geben. Ich möchte der Aufforderung meines Onkels an dieser

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Stille Nacht, heilige Nacht

Verflogener Zauber vergangener Kindheitstage Morgen ist Heiligabend. Manchmal verbinden wir mit der „stillen, heiligen Nacht“ etwas zauberhaft Schönes. Manche malen sich einen idyllischen Abend mit der Familie vor Augen. Kinder packen voller Freude Geschenke aus, während im Kamin das Feuer brennt. Draußen fängt es an, leicht zu schneien. Mit diesem Bild geht häufig aber auch ein sehnsüchtiger Blick in vergangene Kindheitstage einher, deren Zauber längst verflogen und deren Schönheit verblasst ist. Und im Grunde erinnert

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Gedanken „ex nihilo“ (3): Die Kraft der Auferstehung

Gestern habe ich (hier) die Jesusgeschichte als mit einem göttlichen ex nihilo-Schöpfungsakt beginnend beschrieben. In seiner Freiheit entscheidet sich Gott, Mensch zu werden – und wird von seiner eigenen Schöpfung getötet. Doch das ist nicht das Ende. Vielmehr ist es so, dass die Geschichte Jesu nicht nur mit einem göttlichen Schöpfungsakt ex nihilo beginnt, sondern auch in einem solchen endet – und damit wieder neu beginnt, ohne jemals wieder zu enden.     Interessanterweise kommt Dietrich

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Die Torheit des Kreuzes

In der Passionszeit wurde wieder deutlich, dass viele Menschen heute ein Problem mit dem Kreuz und dem biblischen Evangelium von dem stellvertretenden Kreuzestod Christi haben. Dabei ist dies nicht neu: schon Paulus beschrieb die Botschaft vom Kreuz als eine, die einige für dumm hielten und worüber sich andere ärgerten. Mir fällt auf, dass heute versucht wird, Gott aus dem Ganzen herauszuhalten. Die Betrachtungen am Karfreitag zum Beispiel gehen manchmal in die Richtung, dass man das ganze

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Ex Paradiso

Kompositionen, die sich eng an den biblischen Text halten, lassen diese vertieft auf uns wirken und geben uns im besten Fall ein tieferes Verständnis des Textes. Ich denke z.B. an die von Mendelssohn vertonten Psalmen. Die Gruppe Psallos hat nun ein Album herausgegeben, in denen sie nicht nur einzelne Texte der Bibel, sondern den gesamten Hebräerbrief vertont haben. Dieses Album wird hier zurecht in den höchsten Tönen gelobt. Es hilft tatsächlich, den Bibeltext besser zu

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„Ad Te levavi“ – „Zu Dir erhebe ich meine Seele, Jahwe“

Wir befinden uns momentan am Anfang des neuen Kirchenjahrs: der 1. Advent war der erste Sonntag im Kirchenjahr und trägt die lateinische Bezeichnung „Ad Te Levavi“ (Deutsch: Zu Dir erhebe), benannt nach den Anfangsworten des Eingangsgesangs der katholischen Messe (siehe auch hier). Dieser Gesang gründet sich auf Psalm 25, Vers 1, „Zu Dir erhebe ich meine Seele, Jahwe.“.  Der Vers ist ein gutes Adventsmotto. Die evangelische Liturgie sieht an diesem Sonntag als Gebetspsalm den 24. Psalm vor, auf

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„Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen“ – die Gemeinde im Propheten Sacharja

Es gibt alttestamentliche Verse, die viele Christen auswendig kennen, die man vielleicht als Ermutigung weitergibt, ohne sich genauer mit dem Kontext und dem alttestamentlichen Buch selbst auseinandergesetzt zu haben. Der zweite Teil von Sacharja 4,6 gehört, glaube ich, zu diesen Versen: „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen“. Diesen Ausspruch kann man anderen Christen, die in Schwierigkeiten stecken, schnell als Aufmunterung mit auf den Weg geben:

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Zeugen der Auferstehung Jesu

Paulus führt etwa 25 Jahre nach Jesu Kreuzigung eine Liste von Personen und Personengruppen auf, denen der auferstandene Christus begegnet ist. dass er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften, und dass er dem Kephas erschienen ist, danach den Zwölfen. Danach ist er mehr als 500 Brüdern auf einmal erschienen, von denen die meisten noch leben, etliche aber auch entschlafen sind. Danach erschien er dem Jakobus, hierauf sämtlichen Aposteln. Zuletzt aber von allen erschien

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Befreit von der Macht der Sünde – Wilhelm Busch über Heiligung

Kürzlich bin ich auf eine ermutigende Predigt von Wilhelm Busch gestoßen, in der er anhand von Römer 6 das Thema Heiligung entfaltet. In dem Abschnitt macht Paulus klar, dass wir mit Christus der Sünde gestorben sind – und durch seine Auferstehung in einem neuen Leben wandeln. Der Karfreitag und die folgenden Ostertage sind ein guter Anlass, mit Busch ganz praktisch über die Auswirkungen des Todes und der Auferstehung Jesu in unserem persönlichen Leben nachzudenken:

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