Christus allein

Augustinus’ Psalmenauslegung

Die Enarrationes in Psalmos sind neben seinen Predigten und Briefen Augustinus‘ extensivstes Werk. Über eine Zeitspanne von ca. 30 Jahren entstand im Rahmen von Predigten und persönlichem Studium eine vollständige Auslegung des Psalters. In diesem Werk spiegelt sich Theologie und Schriftverständnis des Augustinus, aber auch sein persönliches Leben – die ersten Auslegungen entstehen noch in der Zeit als Priester, spätere als er schon Bischof von Hippo ist – wohl am deutlichsten wider. Der Verlag New

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Der Heilige Geist als Lebensstifter

Im Buch des Propheten Hesekiel findet sich eine nahezu unheimliche Vision: Hesekiel sieht eine große Ebene voller Totengebeine (Hes. 37). Diese repräsentieren das Volk Israel: „Siehe, sie sprechen: ‚Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren; es ist aus mit uns!’“ (Hes. 37,11). Die Botschaft Gottes hingegen ist gar nicht unheimlich, sondern vermittelt Hoffnung. Mein Geist, erklärt Gott seinem Volk, kann diese toten Gebeine lebendig machen. Der Geist Gottes macht lebendig! Das ist eine

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„Kantate im Knast“ – Konrad Eißler predigt über Paulus und Silas im Gefängnis

Ich bin kürzlich eher zufällig auf eine schöne Predigt von Konrad Eißler gestoßen (übrigens ein Neffe von Wilhelm Busch), die er am „Sonntag Kantate“ im Jahr 2013 gehalten hat (Samuel hat das Konzept des Kirchenjahres kürzlich vorgestellt). An diesem Sonntag geht es um die singende Gemeinde. Eißler predigt über Paulus und Silas im Gefängnis, wo ja das Singen einiges bewirkt hat (Apg. 16,23-34). Eißler beschreibt diesen Gesang als „Zellenkantate“, als „Kantate im Knast“. Diese sollten

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Dietrich Bonhoeffer: Christi Lebensbaum auf dem verfluchten Acker Kains

In seinem Buch Schöpfung und Fall legt Dietrich Bonhoeffer die ersten drei Kapitel des Buches Genesis aus, geht in seinem letzten Kapitel allerdings zusätzlich auf Gen. 4,1 ein: „Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain.“ Mit Kain beginnt, so Bonhoeffer, die Geschichte des Todes; enden dürfen und müssen wir aber mit und bei Christus: Bonhoeffer beschreibt wunderschön (sowohl inhaltlich als auch sprachlich), wie wir in Christus das verlorene

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Sei stille dem Herrn

Beim Studium der Psalmen, das ich mithilfe des ESV Scripture Journals mache, ist mir der Psalm 37 wieder neu ans Herz gewachsen. Der Psalm ruft Christen dazu auf, standhaft auf Gott zu warten, wenn ihnen Ungerechtigkeit zustößt oder sie die Ungerechtigkeit in dieser Welt beobachten. Beim Lesen machte ich mir Notizen darüber, wie der Gläubige in dem Psalm charakterisiert wird, wozu er aufgerufen wird und wie Gott beschrieben wird. Gerecht, nicht sündlos Der Gläubige wird

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Das Zelt der Begegnung

Wenn wir vor mehr als dreitausend Jahren im Nahen Osten unterwegs wären, dann könnte es sein, dass wir mitten in der Wüste auf ein Zeltlager eines riesigen Volkes treffen würden. Wenn wir von außen an dieses Lager treten könnten, so würden wir zunächst auf die „Fremdlinge“ stoßen, dann auf die Stämme Israels und im Zentrum dieser zirkel-ähnlichen Anordnung würden wir auf das Heiligtum Gottes stoßen. Ein besonderes Zelt, das von allen anderen Zelten zu unterscheiden

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Sind Romane Zeitverschwendung?

„Was liest du gerade?“ ist eine Frage, die mir sehr lieb ist. Ich beantworte sie gerne, wenn sie mir gestellt wird, frage aber auch selbst gerne andere nach ihrer Lektüre. Bücher bieten, finde ich, vielversprechenden Gesprächsstoff und sind außerdem Weggefährten, die ich nicht missen möchte. In der Regel lese ich mehrere Bücher gleichzeitig (was auch bedeutet, dass es unter Umständen sehr lange dauern kann, bis ein Buch beendet wird – falls es beendet wird). Neben

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Psalm 88: Keine Hoffnung!?

Etwa zwei Drittel der Psalmen enthalten Passagen, in denen der Beter in einer schwierigen Situation steckt. Meistens gibt es ein Happy End oder zumindest einen Ausblick, dass Gott helfen wird. Dem Psalm 88 fehlt eine solche Perspektive. Es ist wohl der düsterste Psalm, was die emotionale Lage des Beters betrifft. Es ist das Gebet, wo der Beter kein Licht am Ende des Tunnels sieht. Aber halt! Ist das wirklich so? Enthält der Psalm keinen Hoffnungsschimmer?

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Machen Wunder Glauben überflüssig?

Der Psalm 78, den ich kürzlich gelesen habe, erzählt von den großen Taten Gottes an seinem Volk Israel. Der Psalmist Asaph erklärt, dass man das Überlieferte den nachfolgenden Generationen nicht vorenthalten darf, denn schließlich sollen auch sie ihr Vertrauen auf Gott setzen. Es geht also darum, dass Glauben geweckt wird. Dabei ist es interessant zu beobachten, welche Rolle in diesem Prozess die Wunder Gottes spielen. Mir scheint, dass heutzutage viele Menschen Glauben und Wunder als

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Predigtempfehlung: Elia auf dem Berg Gottes

Während der Vorbereitung auf eine Bibelarbeit über 1. Könige 19 stieß ich auf die folgende Predigt von Peter Schild. Auch wenn ich mich zunächst an Stil und Ton gewöhnen musste, war ich sehr angetan von den Zusammenhängen, die in der Predigt aufgezeigt werden und der praktischen Anwendung, die angebracht wird. Die Gliederung der Predigt deutet die Zusammenhänge schon an: Mose auf dem Berg Gottes Elia auf dem Berg Gottes Mose und Elia auf einem anderen Berg

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