Christus allein

Eine dreifache Glaubenstatsache (3): Christus in uns

Was ist die Kraftquelle des Glaubenden, der in Christus hineinversetzt worden ist und durch den Geist in der Gegenwart Christi lebt? Es ist Christus selbst, der hier wirkt. Fritz Binde beschreibt das in Vom Geheimnis des Glaubens so (die kursiv markierten Teile sind im Original durch größeren Zeichenabstand hervorgehoben): Und die Lichtflut solcher durch den Herrn verheißenen und nun durch den Heiligen Geist gegebenen Erkenntnis geleitete sie jetzt auch hinein in den dritten, den engsten

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Eine dreifache Glaubenstatsache (2): Wir in Christus

Ohne die Fleischwerdung Christi, wüßten wir nichts von Gott. Als Sohn hat Christus uns den Vater nahegebracht. Wenn wir nun an Christus glauben, werden wir in ihn hineinversetzt; wir sind in Christus. Fritz Binde beschreibt das in Vom Geheimnis des Glaubens so (die kursiv markierten Teile sind im Original durch größeren Zeichenabstand hervorgehoben): Damit konnten sie auch in den zweiten engeren Kreis des Glaubensgeheimnisses eingeführt werden, nämlich sie erkannten sich nun in Christus. Welch hohes

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Eine dreifache Glaubenstatsache (1): Christus im Vater

Für den christlichen Glauben ist die Inkarnation, also die Fleischwerdung Christi, von entscheidender Wichtigkeit. „Niemand hat Gott je gesehen…“, macht das Johannesevangelium klar. Gott ist Geist und steht als Ursprung allen Lebens in einem Verhältnis zur Schöpfung, das für uns schwer zu fassen ist; Gott ist nicht ein „Ding“, das man im von ihm erschaffenen Universum irgendwie lokalisieren könnte (die negative Theologie betont die Unangemessenheit unseres Redens von Gott). Der Satz aus dem Johannesevangelium geht

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Notizen zur Ringparabel

In diesem Jahr ist das Drama G. E. Lessings „Nathan der Weise“ (1779) Pflichtlektüre für die Abiturprüfung. Diese Lektüre gilt als zentraler Text der Aufklärung, die sich u.a. durch die (Über-)Betonung der Vernunft und der Emanzipierung von der Religion auszeichnet. Bei einem Besuch eines Buchhandels fand ich den Klassiker im „Sale“-Bücherkorb und erwarb die Reclam-Ausgabe für wenige Euro mit der gefühlten Verpflichtung, dieses bekannte Stück als Germanistik-Student einmal gelesen haben zu müssen. Nach dem Lesen

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Glaube als moralische Entscheidung

Gestern bin ich (hier) auf die Frage eingegangen, ob Wunder Glauben überflüssig machen. Durch den Psalm 78 und die Ausführungen von Helmut Thielicke ist deutlich geworden, dass Gottes Wunder – genau wie sein Wort – „nur“ vor die eine Frage stellen: Will ich Gott glauben oder verharre ich lieber im Unglauben? Das Fragewort „will“ deutet dabei an, dass hier (auch) unser Wille im Spiel ist. Natürlich verstehen wir als Christen den Glauben ultimativ als Geschenk

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Machen Wunder Glauben überflüssig?

Der Psalm 78, den ich kürzlich gelesen habe, erzählt von den großen Taten Gottes an seinem Volk Israel. Der Psalmist Asaph erklärt, dass man das Überlieferte den nachfolgenden Generationen nicht vorenthalten darf, denn schließlich sollen auch sie ihr Vertrauen auf Gott setzen. Es geht also darum, dass Glauben geweckt wird. Dabei ist es interessant zu beobachten, welche Rolle in diesem Prozess die Wunder Gottes spielen. Mir scheint, dass heutzutage viele Menschen Glauben und Wunder als

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Gedanken „ex nihilo“ (4): Licht und neues Leben für Sünder

Meine letzten Beiträge, in denen ich über den ex nihilo-Topos in der Bibel nachgedacht habe, waren eher abstrakter und philosophischer Natur. Es ging darum, welche Implikationen die biblische Lehre von Gottes Erschaffen der Welt ex nihilo für unser Gottesbild hat und wie genau dieselbe ex nihilo-Logik, die am Anfang der Zeiten aus dem „Nichts“ ein „Etwas“ werden ließ, auch in der Inkarnation und Auferstehung Christi zum Tragen kommt. Die Ausführungen der letzten Beiträge können (was

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Gedanken „ex nihilo“ (3): Die Kraft der Auferstehung

Gestern habe ich (hier) die Jesusgeschichte als mit einem göttlichen ex nihilo-Schöpfungsakt beginnend beschrieben. In seiner Freiheit entscheidet sich Gott, Mensch zu werden – und wird von seiner eigenen Schöpfung getötet. Doch das ist nicht das Ende. Vielmehr ist es so, dass die Geschichte Jesu nicht nur mit einem göttlichen Schöpfungsakt ex nihilo beginnt, sondern auch in einem solchen endet – und damit wieder neu beginnt, ohne jemals wieder zu enden.     Interessanterweise kommt Dietrich

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Gedanken „ex nihilo“ (2): Das Geheimnis der Inkarnation

Gestern bin ich (hier) auf Gottes Erschaffen der Welt ex nihilo eingegangen. Es sollte deutlich geworden sein, dass uns die biblische Lehre der Schöpfung aus dem Nichts vor gewissen Fehlschlüssen bewahrt. So macht die Forderung, Gott zu sehen, bevor man offen für den Glauben ist, keinen Sinn (so wie es für Robinson Crusoe keinen Sinn macht, Daniel Defoe sehen zu wollen). Es macht auch keinen Sinn, zu versuchen, diesen ersten Schöpfungsakt aus dem Nichts naturwissenschaftlich-physikalisch

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Gedanken „ex nihilo“ (1): Gottes Schöpfung am Anfang der Zeit

Zugegeben, der Titel dieser Reihe könnte irreführend sein: Es sind sicher nicht meine Gedanken, die hier ex nihilo – also „aus dem Nichts“ – entstehen. Es geht mir um den Topos ex nihilo in der Bibel, also um das immer wiederkehrende Thema, dass etwas „aus dem Nichts“ entsteht. Bei einem solchen Unterfangen muss man allerdings sofort (vor)bemerken, dass wir hier an die Grenzen unseres Denkens stoßen. Was ist denn das „Nichts“? Wir können nicht, so

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