Christus allein

Das Konzept des Kirchenjahres

In einem der Adventsgottesdienste des letzten Jahres in unserer Gemeinde wurde in einem Impulsbeitrag auf das Kirchenjahr Bezug genommen. Das erinnerte mich an eine längst verdrängte Ermutigung vonseiten meines lutherischen Onkels, mich doch mal intensiver mit dem Kirchenkalender auseinanderzusetzen. Sein Argument war damals, – wenn ich mich recht erinnere – dass hinter diesem Konzept wertvolle theologische Gedanken und Intentionen stecken, die dem Christenleben einen hilfreichen Rahmen geben. Ich möchte der Aufforderung meines Onkels an dieser

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John Neufeld: „Mit einem Esel und einem Ochsen pflügen: Wie es ist, ein reformierter Täufer zu sein“

Im Juni 2019 hat Waldemar in seinem Post „Können Mennoniten-Brüder-Gemeinden reformiert sein?“ einen Artikel von John Neufeld kurz zusammengefasst, den Neufeld 2013 für die theologische Zeitschrift Directions verfasst hatte (hier geht es zum Original). Da in den Kommentaren der Wunsch nach einer Übersetzung geäußert wurde, haben wir John Neufeld um Erlaubnis gebeten und veröffentlichen nun mit seiner freundlichen Genehmigung unsere Übersetzung. Das Update am Ende des Artikels findet sich nicht im Original, sondern wurde auf

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Menno Simons über die Prediger bzw. Ältesten

In seinem Fundamentbuch[1] dem bekanntesten schriftlichen Werk Menno Simons‘ widmet dieser sich zum größten Teil der „Widerlegung falscher Ansichten“. Die Themen sind hier u.a. die Taufe, das Abendmahl und die Prediger. Das Ziel seines Buches ist es, sowohl die wahrhaft Gläubigen in ihrem Glauben zu bestärken als auch den vom Kirchentum geblendeten die Augen für die Wahrheit zu öffnen. Mit dem Abschnitt „Von den Lehrern“ verfolgt der Autor das Ziel, einen biblischen Befund dazu aufzuzeigen,

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Kirchengeschichtlicher Splitter: Der Reformator Balthasar Hubmaier

Biografisches Balthasar Hubmaier wurde zwischen 1480 und 1485 in Friedberg bei Augsburg geboren. Er erhielt seine erste Bildung vermutlich an der Domschule in Augsburg und empfing dort auch die niederen Weihen. Am 01.05.1503 lässt sich seine Immatrikulation an der Universität Freiburg nachweisen; er studierte nach seinen Grundstudien bei Johannes Eck (dem späteren Gegenspieler Luthers) Theologie und folgte diesem später nach Ingolstadt. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits Priester. 1516 wurde Hubmaier Prediger in Regensburg. Aus

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„Den Leib bezwingen“ – Gedanken der Kirchenväter zum Fasten

Nachdem ich in dem letzten Beitrag mit der „Bibliothek der Kirchenväter im Internet“ ein Werkzeug zum Studium der alten Kirchenlehrer vorgestellt habe, möchte ich an dieser Stelle drei Kirchenväter zum Fasten zu Wort kommen lassen. Auf der Suche nach Aussagen zum Thema Armut und Armenfürsorge bin ich beim Lesen und Überfliegen der Kirchenvätertexte auch häufiger auf Aussagen zur Praxis des Fastens gestoßen. Mich beschlich der Eindruck, dass das Fasten für die frühe Kirche von weit

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„Bibliothek der Kirchenväter im Internet“

Im Zuge meiner Masterarbeit beschäftige ich mich zurzeit verstärkt mit den Texten der Kirchenväter, genauer: mit den spätantiken Kirchenvätern (3.-5. Jahrhundert). Ich empfinde es als Vorrecht, das Vergnügen (das Studieren der Kirchenväter) mit der Pflicht (Masterarbeit) verbinden zu können. Das Lesen der Kirchenväter ist aus mancherlei Hinsicht ein spannendes und gleichzeitig lohnendes Unterfangen: Zitate, die man in irgendwelchen Predigten mal gehört hat, in ihren Kontexten wiederzuentdecken (ich denke hier an die wohl am häufigsten zitierten

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400 Jahre Synode von Dordrecht, oder: Die Geburtsstunde der fünf Punkte

Vor 400 Jahren saßen im holländischen Dordrecht „von November 1618 bis zum Frühjahr 1619 rund einhundert Vertreter verschiedener nationaler Kirchen zu Beratungen bei der ersten und einzigen gesamteuropäischen Synode der Reformierten zusammen“, schreibt Holger Lahayne, dessen Artikel ich hier umreiße. Der Ausgangspunkt für diese außergewöhnliche Synode war die in fünf zusammenhängenden Punkten dargelegte „Remonstranz“ (d. h. eine Art Gegendarstellung), die 1610 von Schülern von Jacobus Arminius als Ablehnung der calvinistischen Lehre vorgelegt wurde. Sie forderte die

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Können Mennoniten-Brüder-Gemeinden reformiert sein?

Diese Frage stellt sich für manche russlanddeutsche Gemeinde, deren Wurzeln häufig bei den Mennoniten-Brüdern liegen, nicht nur theoretisch. Durch den Einfluss reformierter Theologen aus dem englischsprachigen Raum werden Gemeinden herausgefordert, ihr Selbstverständnis zu überdenken. John Neufeld, der jahrelang Pastor einer der größten MBG-Gemeinden in Kanada war, würde die Frage mit „Ja“ beantworten. Die Mennoniten-Brüder in Nordamerika und Russland bzw. Deutschland haben über die Jahre zwar unterschiedliche Entwicklungen genommen, teilen jedoch dieselben theologischen Wurzeln. Zudem stehen

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Benjamin Hasselhorn: Das Ernsthaftigkeitsdefizit

Der Theologe und Historiker Benjamin Hasselhorn hat kützlich im Tagesspiegel das „Ernsthaftigkeitsdefizit“, das er in der Evangelischen Kirche ausmacht, kritisiert. Er beklagt, dass gerade jungen Leute heute eher Steine als Brot angeboten werden: In der Bergpredigt fragt Jesus rhetorisch: „Oder ist ein Mensch unter euch, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete?“ Jesus erklärt damit seine Behauptung, dass der himmlische Vater denen alles Gute geben wird, die ihn darum bitten

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Fiktiver Brief des Menno Simons an Dr. Martinus Luther

Dieser fiktive Brief basiert auf den Schriften des Menno Simons, herausgegeben vom Samenkorn Verlag 2013. Motiviert zum Schreiben dieses Briefes hat mich die Frage nach der Beziehung zwischen Menno Simons und Martin Luther: Menno Simons wünscht dem edlen und hochgelehrten Herrn Dr. Martinus Luther und seinen Mitarbeitern, wahren Glauben, klare Einsicht und einen unsträflichen Wandel, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen. Zum Ersten: Dr. Martinus Luther bis in alle Ewigkeit habe ich die Verpflichtung Ihnen

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