Christus allein

Können Mennoniten-Brüder-Gemeinden reformiert sein?

Diese Frage stellt sich für manche russlanddeutsche Gemeinde, deren Wurzeln häufig bei den Mennoniten-Brüdern liegen, nicht nur theoretisch. Durch den Einfluss reformierter Theologen aus dem englischsprachigen Raum werden Gemeinden herausgefordert, ihr Selbstverständnis zu überdenken. John Neufeld, der jahrelang Pastor einer der größten MBG-Gemeinden in Kanada war, würde die Frage mit „Ja“ beantworten. Die Mennoniten-Brüder in Nordamerika und Russland bzw. Deutschland haben über die Jahre zwar unterschiedliche Entwicklungen genommen, teilen jedoch dieselben theologischen Wurzeln. Zudem stehen

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Benjamin Hasselhorn: Das Ernsthaftigkeitsdefizit

Der Theologe und Historiker Benjamin Hasselhorn hat kützlich im Tagesspiegel das „Ernsthaftigkeitsdefizit“, das er in der Evangelischen Kirche ausmacht, kritisiert. Er beklagt, dass gerade jungen Leute heute eher Steine als Brot angeboten werden: In der Bergpredigt fragt Jesus rhetorisch: „Oder ist ein Mensch unter euch, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete?“ Jesus erklärt damit seine Behauptung, dass der himmlische Vater denen alles Gute geben wird, die ihn darum bitten

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Fiktiver Brief des Menno Simons an Dr. Martinus Luther

Dieser fiktive Brief basiert auf den Schriften des Menno Simons, herausgegeben vom Samenkorn Verlag 2013. Motiviert zum Schreiben dieses Briefes hat mich die Frage nach der Beziehung zwischen Menno Simons und Martin Luther: Menno Simons wünscht dem edlen und hochgelehrten Herrn Dr. Martinus Luther und seinen Mitarbeitern, wahren Glauben, klare Einsicht und einen unsträflichen Wandel, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen. Zum Ersten: Dr. Martinus Luther bis in alle Ewigkeit habe ich die Verpflichtung Ihnen

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Ad fontes: Lest die Originale!

Lernt Griechisch zum Lateinischen, damit ihr, wenn ihr die Philosophen, die Theologen, die Geschichtsschreiber, die Redner, die Dichter lest, bis zur Sache selbst vordringt, nicht ihre Schatten umarmt … Philipp Melanchthon Ad fontes (=lateinisch für „zu den Quellen“) war eine der Maximen der Humanisten mit Aufkommen der Renaissance (also ab etwa 1500). Sie stellten die ursprünglichen Texte (vor allem von antiken Autoren) wieder in den Mittelpunkt ihres Denkens, da sie die zeitgenössischen, von der Scholastik

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Kirchengeschichte: Empfehlungen zum Einstieg

Kirchengeschichte ist wie Gemüse: Man weiß, man sollte es essen, aber oft erscheint es einfach nur langweilig und unspektakulär. Andrew Wilson (London) Name an Name, Datum an Datum, Ereignis an Ereignis… Geschichte kann ziemlich langweilig sein. Und es muss schon viel passieren, wenn man seine Zeit in der Beschäftigung mit der Vergangenheit investiert. Dass es dennoch gute Gründe dafür geben kann, wurde hier bereits an anderer Stelle diskutiert. Wer sich nun also mit Kirchengeschichte befassen

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Die Mennoniten und ihre Familiennamen

Namen sind wie eine Blutprobe, sie verraten einiges über den zu dem sie gehören. Wenn ich z.B. den Namen Wessels höre, muss ich unweigerlich ans Emsland denken, wo dieser Name weit verbreitet ist. Der Name Huber hingegen verweist in eine ganz andere (Himmels-)Richtung. Wohin? Der Leser kann sich sicher selbst die Antwort darauf geben. Diese Beziehung zwischen Namen und der Herkunft bzw. Zugehörigkeit ist auch für das Mennonitentum ein charakteristisches Merkmal. Hermann Heidebrecht führt in

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Was haben Wittenberg, Zürich und Genf gemeinsam? (Buchbesprechung + Verlosung)

[Update] Der Gewinner der Verlosung steht auch fest. Mein Sohn ist zielstrebig auf den Zettel von Robert gekrabbelt und hat ihn damit zum Sieger gemacht. Herzlichen Glückwunsch! Vielen Dank den sechs weiteren Lesern für ihre Teilnahme! Nicht viel, könnte man auf den ersten Blick meinen. Wenn man aber aus historischer Perspektive auf diese drei Städte schaut, bilden sie als Zentren das Gerüst für vielleicht eines der einschneidendsten Ereignisse der letzten 1000 Jahre: Der Reformation. Im

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Mein Interesse an der Geschichte der Russlandmennoniten – Teil 3

Mit der dritten Antwort auf die Frage: „Was motiviert mich dazu, mich mit der Geschichte der Russlandmennoniten zu beschäftigen?“ lässt sich auch mein allgemeines Interesse an der Kirchengeschichte begründen: „Die Geschichte dient für mich als Stoßdämpfer für die Ereignisse in der Gegenwart.“ Ich möchte dieses Bild anhand einiger Beispiele erklären. Wenn ich Situationen erlebe, wo ich von mir oder Mitmenschen enttäuscht bin, hilft mir das Wissen um Personen und deren Niederlagen, um diese Schlaglöcher zu

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Mein Interesse an der Geschichte der Russlandmennoniten – Teil 2

Die zweite Antwort auf die Frage: „Was motiviert mich dazu, mich mit der Geschichte der Russlandmennoniten zu beschäftigen?“ ist: „Weil es mir hilft, die Gegenwart zu verstehen.“ Die Gegenwart ist immer das Produkt der Vergangenheit: Der dicke Baum der heute im Garten seine roten Äpfel abwirft, wurde vor Jahrzehnten gepflanzt; der Stein im Bach wurde erst dadurch, dass ihn jahrelang Wasser umspülte, zu diesem glatten Stein; der Mann wurde erst durch manche bitteren und traurigen

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Mein Interesse an der Geschichte der Russlandmennoniten – Teil 1

Wie aus vorherigen Artikeln von mir ersichtlich, interessiere ich mich u.a. insbesondere für die Geschichte der Russlandmennoniten. Doch was motiviert mich dazu? Das ist eine Frage, die ich in einigen Artikeln beantworten möchte. Die erste Antwort, die ich auf diese Frage geben möchte: „Weil es meine Geschichte ist.“ Die gegenwärtige Weltsicht, die das Individuum betont, legt viel Wert auf die persönliche Entfaltung. Dabei wird der Anschein, womöglich auch unbewusst, erweckt, dass jeder zu Beginn seines

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