Christus allein

Margret Birkenfeld (1926-2019) – Ein kleines Dankeschön

Während ich diesen Beitrag verfasse, läuft in meinem Zimmer Margret Birkenfelds (Kinder)Album Ja, Gott hat alle Kinder lieb. Vor genau einer Woche ist die Schöpferin dieser Lieder mit 92 Jahren gestorben. Wenn auch der Name Margret Birkenfeld manchen christlich aufgewachsenen Kindern vielleicht nicht bekannt ist, so sind es doch höchstwahrscheinlich ihre Lieder. Wer kennt „Ein kleines wildes Schäfchen“ oder „Sei ein lebendiger Fisch“ nicht aus der Kinderstunde? „Ja, Gott hat alle Kinder lieb“ haben wir

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Gesetz und Gnade in „Les Misérables“ (2): Javerts Suizid

Gestern habe ich mich (hier) mit Jean Valjeans „Bekehrung“ (wenn man so will) auseinandergesetzt. Jean Valjean wird, nachdem er auf die freundliche Aufnahme eines Priesters mit dem Diebstahl dessen Silbers reagiert hat, zu gerade diesem Priester zurückgeführt, der ihm in einem Akt der Gnade das gestohlene Silber schenkt und ihn so vor der gerechten Gefängnisstrafe bewahrt und die Freiheit schenkt. Valjean entscheidet sich, von Gnade berührt, sein altes Leben hinter sich zu lassen und ein

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Gesetz und Gnade in „Les Misérables“ (1): Valjeans Soliloquium

Gnade gehört zu den zentralen Themen der Heiligen Schrift, sie ist das Herzstück des Evangeliums. Gott errettet uns in Christus aus Gnade, was bedeutet, dass wir uns unser Heil nicht verdienen können. Es ist ein Geschenk Gottes und kann auch nur als solches empfangen werden. Dabei muss man allerdings vorsichtig sein, Gnade nicht zu trivialisieren. Zum einen besteht die Gefahr der Verkündigung einer „billigen Gnade“, die die Kosten der Nachfolge und die Notwendigkeit des Glaubensgehorsams

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Ex Paradiso

Kompositionen, die sich eng an den biblischen Text halten, lassen diese vertieft auf uns wirken und geben uns im besten Fall ein tieferes Verständnis des Textes. Ich denke z.B. an die von Mendelssohn vertonten Psalmen. Die Gruppe Psallos hat nun ein Album herausgegeben, in denen sie nicht nur einzelne Texte der Bibel, sondern den gesamten Hebräerbrief vertont haben. Dieses Album wird hier zurecht in den höchsten Tönen gelobt. Es hilft tatsächlich, den Bibeltext besser zu

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Manfred Siebald: Manchmal wünsch ich mir

In meinen letzten beiden Beiträgen habe ich über den Zusammenhang zwischen Glaube und Beweisen nachgedacht. Solange der Wille, Gottes Selbstoffenbarung ernst zu nehmen, nicht besteht, das ist deutlich geworden, bringen Beweise nichts. Skeptiker, die nicht mit ehrlichen Fragen und einer grundsätzlichen Offenheit dem Glauben gegenüber stehen, werden sich auch von „Beweisen“ nicht überführen lassen. Es ist aber auch klar geworden, dass die „Beweisfrage“ nicht nur etwas für Ungläubige ist: auch Gläubige, wie das z.B. bei

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Schönes Lied: This Is My Father’s World

Manchmal gibt es Lieder, die man nicht erst zehn Mal hören muss bevor sie einen ansprechen. Sie treffen einen mit voller Wucht, vielleicht auch, weil man sie zur richtigen Zeit unter passenden Umständen hört. So ging es mir mit dem (wie ich nachher feststellte) Klassiker This Is My Father’s World auf der CD Getty Kids Hymnal – Family Hymn Sing. Es ist eine wunderbare alte Hymne, in der der Dichter die Schönheit der Schöpfung beschreibt und über dieser

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Eine persönliche Frage: Wonach verlangt es dich (wirklich)?

Wenn ich dich wirklich kennenlernen möchte, wenn ich wirklich verstehen möchte, wer du bist und was dich antreibt, dann würde ich dich nicht fragen, was du weißt, wahrscheinlich nicht einmal was du glaubst, sondern was du willst, was dein Verlangen ist – mit diesem Bemerkungen (allerdings etwas ausführlicher) eröffnet James K.A. Smith seinen im Veritas Forum gehaltenen Vortrag „You Are What You Love“. Ja, was wollen wir (wirklich)? Als Christen bekennen wir uns rasch dazu,

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Manfred Siebald: Ein Sommertag

Den heißen und trockenen Sommer dieses Jahres haben wir überstanden. Auch wenn das Wetter an manchen Tagen noch recht schön und mild ist, können wir schon den Herbst wahrnehmen. Über einen schönen Sommertag, in dem auch schon Herbst und Winter zu spüren sind, singt Manfred Siebald in seinem letzten Album (2017). Hier das Lied, das ich kürzlich für mich entdeckt habe: Siebald beginnt damit, einen Sommertag „wie er in keinem Buche steht“ zu beobachten: Das

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Gedanken über Wurzeln, Heimat und Gottes Erde (4): Danny Pletts „Mein Zuhaus“ und unsere Heimat bei Gott

Ich habe meine „Gedanken über Wurzeln, Heimat und Gottes Orte“ mit der wurzellosen Generation begonnen, die Alice Merton in „No Roots“ beschreibt. Anschließend ist mit Hannah Anderson deutlich geworden, dass uns kein irdischer Ort geben kann, was nur in Gott zu finden ist – und dass es uns gerade diese Wahrheit möglich macht, den uns von Gott zugewiesenen Ort wirklich zu lieben und Verantwortung zu übernehmen. Mit Rod Dreher wurde dann deutlich, dass (familiäre und

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Gedanken über Wurzeln, Heimat und Gottes Erde (1): Alice Mertons „No Roots“ und unsere entwurzelte Generation

Wer zurzeit regelmäßig Radio hört (oder hören muss), wird unweigerlich auf Alice Mertons „No Roots“ gestoßen sein (gut, es sei denn, man hört nur WDR5). In diesem musikalisch sehr eingängigen Lied beschreibt die Künstlerin ihre eigene Entwurzelung: Sie zieht von Ort zu Ort, packt immer wieder ihre Sachen und zieht weiter. Obzwar sie durchaus den Wunsch hat, einmal stillzustehen, räumt sie gleich ein, dass das nichts weiter als ein schöner Plan ist. Der Grundton bleibt:

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