Christus allein

Glaube an das Wort

Durch gewisse Ereignisse ins Nachdenken gekommen, beschäftigt mich in letzter Zeit immer wieder die Frage, warum manche Menschen durch den Kampf des Glaubens in Krisen geraten, aus denen sie selbst nicht mehr herauskommen und am Glauben verzweifeln. Ohne ein pauschales Urteil fällen zu können und zu wollen, findet sich für mich oftmals darin bestätigt, dass sie in gewissem Sinne Opfer ihres Theologieverständnisses, ihrer Sicht von Gott werden. Das beinhaltet meistens ein diffuses Verständnis vom Wirken

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Johannes Busch (14): Feingefühl ohne Menschenfurcht

Die Vorbereitung einer Predigt kann zu zweierlei verführen: Einerseits neigen wir dazu, ohne Rücksicht auf Verluste mit knallhartem Einsatz für die Wahrheit einzustehen – vor allem wenn wir meinen, etwas erkannt zu haben (was aber bekanntlich aufbläht). Andererseits ist da die Gefahr der Anpassung, damit man ja bloß niemandem auf die Füße tritt und keinen mit seiner Predigt verletzt. Ein Bericht über eine Predigt, die Johannes Busch in einer ihm fremden Gemeinde halten musste, ermutigt,

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Der in seiner Abwesenheit anwesende Gott

In meinen ersten Jugendjahren habe ich sehr häufig Zweifel an meinem eigenen Glauben gehabt und stellenweise, wahrscheinlich auch durch die theologische Prägung bedingt, verzweifelt nach einem gewissen Mehr gesucht. Gott schien in meinem Leben so wenig Fuß zu fassen, so weit weg, ja nahezu abwesend zu sein – obwohl ich mich doch so schmerzlich nach ihm sehnte! Ähnliche Erfahrungen, wenngleich in anderen Zusammenhängen und verschiedener Intensität, kennen wohl alle Gläubigen. Bei Ron Kubsch habe ich

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The Gospel and Idolatry

Ich habe gestern Abend einen – wie ich finde – sehr guten, empfehlenswerten Vortrag von Pastor Tim Keller gehört: The Gospel and Idolatry. Hier meine kurze Zusammenfassung: Apostelgeschichte 19, 23-41 Einer der Skandale der Gemeinde heute ist, dass Leute „gläubig“ geworden sind, „Wiedergeburtserfahrungen“ gemacht haben, aber kein anderes, kein neues Leben führen. Ein Grund kann sein, dass ihre Götzen nicht mit dem Evangelium konfrontiert wurden. Mit unserer Verkündigung müssen wir die Götzen erkennen, entlarven und zerstören!

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Trachtet nicht nach dem, was auf Erden ist: Anmerkungen zu Kolosser 3

Einer der heutigen Predigttexte war aus Kolosser 3,1-4: „1 Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. 2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. 3 Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. 4 Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit.“ Die

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Der Ehrgeiz ist noch nicht tot

Als ich heute in der Mittagspause im Buch „Stille Gespräche – Seelsorge für Mitarbeiter“ von Johannes Busch blätterte, fiel mein Blick auf eine Passage, in der der Autor genau die Sorge formuliert, die mich in den letzten Tagen beschäftigt. Busch beschreibt unter den „Gefahren für junge Mitarbeiter“ u. a. folgendes Problem: „Der Ehrgeiz ist auch noch nicht tot. Warum ist eigentlich so viel Streit zwischen Mitarbeitern? Der Grund ist in der Regel, dass unser trotziges

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Friedrich Hänssler, 85!

Gestern ist der langjährige, ehemalige Leiter des Hänssler-Verlags 85 Jahre alt geworden. Friedrich Hänssler ist (laut meinem Empfinden) ein Gottesmann und Glaubensheld von dem man lernen sollte. Das Medienmagazin pro berichtet: Angetrieben hat ihn immer der Wunsch, „dass das Evangelium von Jesus Christus gelesen, gesehen, gehört, gesungen, gemailt und gechattet wird“. Dies blieb in der Öffentlichkeit nicht unbemerkt: Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, wie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, … und weiter: Im Gespräch mit Hänssler wird deutlich,

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Bonhoeffer: Sich selbst für den größten Sünder halten

Wieder einmal trifft Bonhoeffer den sprichwörtlichen Nagel auf dem Kopf: Schließlich muss noch ein Äußerstes gesagt werden. Sich nicht für klug halten, sich herunterhalten zu den Niedrigen, heißt ohne Phrase und in aller Nüchternheit: sich selbst für den größten Sünder halten. Das erregt den ganzen Widerspruch des natürlichen Menschen, aber auch den des selbstbewussten Christen. Es klingt wie eine Übertreibung, wie eine Unwahrhaftigkeit. Und doch hat Paulus selbst von sich gesagt, dass er der vornehmlichste,

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Der Gefühlschrist (2) – Sind Gefühle grundsätzlich zu verwerfen?

In einem vorherigen Beitrag habe ich R. C. Sproul zitiert, der die Gefahren eines gefühlsbetonten Christen aufzeigt. Jetzt stellt sich ja die Frage, ob Gefühle überhaupt keine Rolle spielen. John Piper macht in seiner Aussage deutlich, welche Position Gefühle im Glauben einnehmen sollten bzw. dürfen: Wahre Anbetung hat stets zwei Elemente: Gott sehen und ihn genießen. Diese zwei Dinge kann man nicht trennen. Um ihn zu genießen, muss man ihn sehen. Und wenn man ihn

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