Kommentare

  • From Hanniel Strebel on J. I. Packer für eine neue Generation: Einführung in Leben und Werk (Rezension)

    Vielen Dank für diese wertschätzende Rezension, Viktor. Besonders ermutigend und lebensverändernd ist zudem die Perspektive „Finishing Our Course With Joy“. Daraus ist meine Predigt „Mit Freude an der Ziellinie ankommen“ entstanden. http://www.josiablog.de/2017/04/mit-freude-an-der-ziellinie-ankommen-predigt-zu-hebr-12-1-3/
    Beitrag teilen:
    2018/10/31 at 9:34 am
  • From Dirk on Hast du nichtchristliche Freunde - oder gibst du nur Zeugnis?

    Ich denke auch, dass viele unserer westlich-geprägten Zeitgenossen sehr allergisch gegen jeden Anschein reagieren, wenn man ihnen mit „Kirche, Christentum & Co“ kommt. Schnell kann der Verdahct entstehen, man wolle sie manipulieren… und leider geschieht das ja auch hier und da.
    So ist das Prinzip: jede Aktion führt zu einer Reaktion. Druck erzeugt Gegendruck. Und nur Liebe kann jenseits des Drucks handeln.

    So empfinde ich auch zuerst ein Dilemma:
    einerseits will ich mich niemanden aufdrängen (ich selbst mag das ja auch nicht, weshalb ich meistens ein Bogen um Flyerverteiler in der Innenstadt mache);
    andererseits weiß ich, wie gut es ist, Gottes Frieden durch Christus zu empfangen, weshalb das Evangelium weitergegeben werden muss.

    Ich bin Lernender in alledem und habe kein Patentrezept, sondern nur ein paar Krücken:
    – Die Liebe ist das Entscheidende (die Liebe Gottes können wir nur iVm Nächstenliebe denken)
    – Es kann kein Pauschalrezept geben, sondern nur situativ-passende Handlungen, je nach Mensch, Begabung, Zeitpunkt usw.
    – Es ist eine Frage auch meiner Persönlichkeit: wahrscheinlich werde ich nicht auf die Bananenkiste steigen und auf dem Marktplatz jedem das Evangelium erzählen; wahrscheinliich werde ich das eher in einer Kleingruppe tun, bei einer Gottesdienstfeier oder unter vier Augen…. vor allem, wenn eine vertrauliche Beziehung vorhanden ist.
    – Die Liebe aber geht auch zum anderen… also, nicht nur Abwarten, sondern auch Aktiv-Werden und mich mit der Lebenswelt des anderen beschäftigen.
    – Tat & Wort: manchmal braucht es ein Wunder; das Gebet für den anderen; eine praktische Hilfe beim Umzug; eine Geldspende… und letztlich braucht es aber auch immer das Wort, die Verkündigung… ohne das Hören des Evangeliums kann niemand zum Glauben kommen.

    Beitrag teilen:
    2018/10/24 at 2:01 pm
  • From Eduard on Hast du nichtchristliche Freunde - oder gibst du nur Zeugnis?

    Hallo Harry,
    dass ist interessant. Beim Cornhill Training Course wurde uns letzte Woche das Programm „the word one to one“ vorgestellt (www.theword121.com), dass die beiden von dir erwähnten Vorgehensweisen kombiniert. Es gibt zuerst eine Hilfe um Menschen (Nachbarn, Kollegen, Passanten) anzusprechen (zu einem Kaffee einladen) und dann mit Hilfe eines kleines Büchleins in das Johannesevangelium einzusteigen und dann in mehreren „Sitzungen“ eine Beziehung aufzubauen. Ziel ist es über diese Beziehung / Freundschaft und dass Austauschen über die Bibel das Interesse an Kirche / Gemeinde zu wecken.
    Die Chance dass so eine Person dann irgendwann zum Gottesdienst mitkommt ist deutlich höher als z.B. Einladungskarten zum Adventskonzert zu verteilen.

    Beitrag teilen:
    2018/10/21 at 11:05 pm
  • From Lilli on Was haben Wittenberg, Zürich und Genf gemeinsam? (Buchbesprechung + Verlosung)

    Ich habe in den letzten Wochen begonnen Auslegungspredigten zum Römerbrief von Wolfgang Nestvogel zu hören. Aufs Neue wurde in mir dabei das Interesse an Luthers Verständnis von der Gerechtigkeit Gottes geweckt, die uns Menschen absolut verdammt und von ihm trennt. Zusammenhängend damit möchte ich gerne die darauffolgenden Erkenntnisse, Entdeckungen und Gedankengänge Luthers, die ihn zur Gnade Gottes führten, nachvollziehen können.
    Außerdem würde es mich interessieren, wie andere Reformatoren zu dieser Erkenntnis gelangten.

    Beitrag teilen:
    2018/10/14 at 11:44 am
  • From ReMa on Was haben Wittenberg, Zürich und Genf gemeinsam? (Buchbesprechung + Verlosung)

    Ich habe noch kein wirklich breitgefächertes Wissen über die Reformation in Genf, England oder sonstwo, sondern kenne vor allem den Fokus auf Luther und Wittenberg. Mit dem Buch könnte ich bestimmt einen Teil dieser Wissenslücke schließen.

    Beitrag teilen:
    2018/10/13 at 3:01 pm
  • From Simon on Was haben Wittenberg, Zürich und Genf gemeinsam? (Buchbesprechung + Verlosung)

    Als allererstes vielen Dank für diesen Artikel, welcher einen wirklich interessanten Einblick in das Buch liefert. Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass obwohl ich mich mit der reformatorischen Theologie an sich viel auseinandergesetzt habe, der historische Kontext viel zu kurz gekommen ist. Mittlerweile hege ich reges Interesse an der Geschichte der Reformation, da diese oftmals ein wesentlich besseres Verständnis der Radikalität der Reformatoren verständlich macht. Zum Beispiel ist die Beachtung des geschichtlichen Hintergrundes bei Calvins Gemeindezucht und Umgang mit Irrlehre unerlässlich. Ebenso auch bei Luther. Der Hintergründe der Reformation sind für mich von besonderem Interesse um zu mehr darüber zu lernen, warum und wie in die Kirchenstrukturen eingegriffen wurde, was im Artikel ja auch schon angesprochen wurde. Die parallelen Entwicklungen zwischen Kirche und Staat sind auch hochinteressant, um u.a. zu sehen wie sich die Reformatoren dem gestellt haben und die „Zusammenarbeit“ von Kirche und Staat praktizierten in der damaligen Zeit. Mich interessiert auch sehr, wie es in der Gruppe der Täufer aussah. Was sie ausmachte und wie diese Gruppe im Verhältnis zu den anderen beiden stand. Vielleicht findet sich dort ja auch die Theologie der Täufer wieder, welche heute zum Teil vom Humanismus und Arminianismus durchdrungen ist. Die Theologischen Auseinandersetzungen sind für mich von persönlichem Interesse, da diese etwas Aufschluss darüber geben können, wie es zu den Ansichten des beispielsweisen „freien Willens“ von Erasmus kam und wie Luther dem schriftbasiert entgegenstand. Aus dem Schlussteil hat mich die Bemerkung sehr angesprochen, dass die Autorin des Buches auf die Ausstrahlung der Reformation eingeht, ganz besonders in den Niederlanden wo man in der heutigen Zeit teilweise ein theologisches Chaos vorfindet. Um allein die Geschichte dort zu kennen, wäre es für mich schon ein Grund dieses Buch zu lesen. Die Verfolgung und der anschließende Einfluss der Hugenotten ist sicherlich hochinteressant, da sich der Glaube trotz heftigster Umstände bewährt und überlebt hat.

    Der Artikel macht einem dieses Buch auf jeden Fall schmackhaft. Danke dafür.

    Beitrag teilen:
    2018/10/12 at 5:00 pm
  • From Robert on Was haben Wittenberg, Zürich und Genf gemeinsam? (Buchbesprechung + Verlosung)

    Ich würde das Buch gerne lesen, um die Zusammenhänge der Reformation besser zu verstehen. Vor allem welche Personen wie mitgewirkt haben. Ich kenne bisher nur die großen bekannten Namen, aber Personen wie zum Beispiel Melanchton sind auch sehr interessant.

    Beitrag teilen:
    2018/10/12 at 10:25 am
  • From Tobias on Was haben Wittenberg, Zürich und Genf gemeinsam? (Buchbesprechung + Verlosung)

    Ich möchte das Buch gerne lesen, weil ich mich schon seit einiger Zeit generell mal mit der Reformation als solche beschäftigen will. Besonders interessant finde ich den Blick auf die zusammenhänge der Reformation mit der damaligen Kultur, Politik etc.

    PS: ich würde auch das eBook nehmen.

    Beitrag teilen:
    2018/10/11 at 1:01 am
  • From Sosthenes on Was haben Wittenberg, Zürich und Genf gemeinsam? (Buchbesprechung + Verlosung)

    Mein persönliches Interesse gilt der reformatorischen Frömmigkeit, besonders dem Verständnis des Verhältnisses von Heiligung und Rechtfertigung (wie das ja besonders in der Orhodoxie weitergedacht wurde). Mir hat das viel von meinem (neutäuferisch-pietistischen) Heiligungsstress genommen. Christus als Ausgang, Mitte und Ziel evangeliumsgemäßen Glaubens – das verdanke ich den Reformatoren und meiner evangelischen Gemeinde.

    Ich erhoffe mir von dem Buch, die roten Fäden hinter dem „Ereignis“ Reformation besser zu verstehen.

    Beitrag teilen:
    2018/10/10 at 10:15 pm
  • From Don on Was haben Wittenberg, Zürich und Genf gemeinsam? (Buchbesprechung + Verlosung)

    Mal davon abgesehen, dass das ganze Thema der Reformation in seiner hier kurz dargestellten Vielseitigkeit sehr spannend ist, interessieren mich zwei Bereiche doch besonders. 1. die Bewegung der Täufer, die meine eigene theologische Herkunft sind (russlanddeutsche Mennoniten) und 2. die reformatorische Rechtfertigunsglehre die für mein persönliches Glaubensleben eine sehr große Bedeutung gewonnen hat. Da ich aber sehr an allgemein Geschichte, und auch an Kirchengeschichte interessiert bin hoffe ich, diese Verlosung zu gewinnen 🙂

    Beitrag teilen:
    2018/10/10 at 1:19 pm
  • From Anna on Wenn die Bibel missbraucht wird

    Interessant, diese Verlinkung zu lesen. Ich habe das Buch „Wenn Gnade das Familienleben prägt“ gelesen und mich an einigen Stellen immer wieder gefragt, ob das alles so richtig ist. Offensichtlich nicht!

    Beitrag teilen:
    2018/10/06 at 11:10 pm
  • From Helmut on Wenn die Bibel missbraucht wird

    Danke für den Hinweis. Ich habe auch von Freunden gehört, dass sie von den Vorträgen auf der KfG-Konferenz nicht gerade begeistert waren.

    Beitrag teilen:
    2018/10/05 at 2:05 pm
  • From webbie on Wenn die Bibel missbraucht wird

    Empfehle folgende kritische Auseinandersetzung mit Jeff Van Vonderen: https://das-wort-der-wahrheit.de/2018/03/jeff-vanvonderen-und-der-geistliche-missbrauch-wie-bibeltreue-familien-und-gemeinden-von-psychologischen-falschlehren-angegriffen-werden/?hilite=’wenn’%2C’gnade‘

    Beitrag teilen:
    2018/09/27 at 8:04 pm
  • From Harry on Rezension: Biblical Theology: How the Church Faithfully Teaches the Gospel

    Zu dem Punkt, wie man Sprüche „mit Christus“ (d.h. mit der richtigen biblischen Theologie) auslegen kann: Ich habe kürzlich die Predigt „Your Plans: God’s Plans“ von Tim Keller gehört, in der Keller das m.E. gut macht: https://www.youtube.com/watch?v=3OXaJPiov5E
    Die Predigt beruht allerdings auf mehreren Textstellen, die aus dem gesamten Buch zusammengestellt wurden.

    Beitrag teilen:
    2018/08/13 at 11:02 pm
  • From Helmut on Grenzen christuszentrierter Auslegung

    Daniel Knoll hat in der Gemeinde in Wetzlar, wo er auch als Pastor tätig ist, ebenfalls über Literaturgattungen und die Auslegung der Bibel Vorträge gehalten. Sie sind hier zu finden: https://immanuel-wetzlar.de/sermon-archive/?bible-studies.

    Beitrag teilen:
    2018/08/13 at 9:19 pm
  • From Kaesekuchen on Warnende Gedanken an junge Theologen

    Exzellent! Da hat man sein eigenes Unbehagen, ob solcher Situationen, gerade einmal bemerken können, ist aber noch weit von etwaigen Formulierungen entfernt, schon findet sich dieser Artikel, dazu noch prägnant und in schöner Sprache. Man möchte Calvin zitieren: „Denn Gottes Wort ist nicht schon dann im Glauben erfasst, wenn man es ganz oben im Hirn sich bewegen lässt, sondern erst dann, wenn es im innersten Herzen Wurzel geschlagen hat… die Vertrauenslosigkeit des Herzens ist ja auch viel größer als die Blindheit des Verstandes, und es ist viel schwieriger, dem Herzen Gewissheit [der Liebe Gottes] zu verleihen, als den Verstand mit Erkenntnis zu erfüllen.“

    Beitrag teilen:
    2018/08/13 at 5:59 pm
  • From Lilli on Wie gehe ich richtig mit Leidenden um?

    Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag. Er passt momentan gut in meine Familiensituation und hat mich sehr ermutigt im weiteren Umgang mit einer leidenden Person.
    Mir ist besonders aufgefallen, wie wichtig es ist in der richtigen Grundlage, Christus allein, gegründet zu sein und schon früh mit der Ewigkeitsperspektive zu leben.
    Allein die Aussicht auf das, was noch kommt, die Herrlichkeit bei Christus, macht schweres Leiden erträglich.

    Beitrag teilen:
    2018/07/26 at 4:01 pm
  • From Benny on Washer: Gebetsarmut als große Gefahr für die jungen Reformierten

    Danke für diesen ernüchternden Beitrag Jürgen!!

    Ich las kürzlich ein Zitat von Luther: „Wenn Gott dich nicht erhören wollte, würde er dich nicht beten heißen…“
    Gott lässt uns beten, weil er dem Gebet eine große Macht und Wirkung zuschreibt. Und doch sieht unser Gebetsleben oft eher so aus, als hätten wir keine Verheißungen Gottes und als hätte das Gebet keine Kraft…
    Eine Grund, den man oft zu hören bekommt, wenn es darum geht sich in Gebetskreisen, Gebetsnächten oder einfach zu Gemeindegebetsstunden zu versammeln, ist häufig die mangelnde Zeit. Und da frage ich mich, ob wenn Christen und insbesondere geistliche Leiter und Autoritäten, so viel zu tun haben, dass keine Zeit für Gebet bleibt, sie nicht eindeutig zu viel tun?
    Eigentlich jede große Erweckung ging einher mit viel Gebet. Eigentlich jeder „große“ Mann Gottes war ein großer Beter. Das wird gerade an der Herrenhutter Erweckung unter Graf Nikolaus von Zinzendorf so deutlich sichtbar: Gott wirkt wenn wir beten; nicht, weil er von uns abhängig ist, sondern einfach weil er durch Gebet wirken will.
    Und ich glaube, dass wenn wir wieder Erweckung erleben wollen, im persönlichen Leben, in unseren Gemeinden und in unserem Land, wieder Männer aufstehen müssen, „die an allen Orten beten und heilige Hände aufheben…“ Die erkennen, dass Gebet viel mehr bewirken kann, als jede menschliche Anstrengung und die bereit sind, geistliche Kämpfe auf Knien auszutragen.

    Beitrag teilen:
    2018/07/07 at 10:32 am
  • From Max on Der Wert der begrenzten Sühne

    Lieber Waldemar, ich wiederhole nochmal meinen Übersetzungsvorschlag, bei dem ich eine andere Interpunktuation gebrauche als Nestle Aland. Da aber die Interpunktuation nicht inspiriert ist, ist es kein Missbrauch. Dafür aber muss man den eigentlich eindeutigen Begriff „alle“ nicht umdeuten und der Abschnitt behält dabei m. E. seinen klaren Sinn.
    „Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir zu diesem Urteil gekommen sind, dass einer für alle gestorben ist. Also: Alle sind gestorben und für alle ist er gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben…“

    Alle sind gestorben im Sinne von Röm. 5:12.
    Röm. 6:7 hat keinen Zusammenhang zu „alle“.

    P. S. Sehr schöne Zitate von J. Newton! Siehe auch meinen Kommentar zum „Tee“😉

    Beitrag teilen:
    2018/07/06 at 10:20 pm
    • From Waldemar on Der Wert der begrenzten Sühne

      Lieber Max,
      es stimmt, die Zeichensetzung ist nicht inspiriert. Trotzdem ist die von dir vorgeschlagene Lesart problematisch. Es ist kein Zufall, dass keine deutsche Übersetzung (übrigens auch nicht die Übersetzung von Herbert Jantzen und Thomas Jettel) deinem Vorschlag folgt. Mit diesem Hinweis will ich die Debatte an dieser Stelle aber auch beenden. Vielen Dank für deine Kommentare!
      Herzlichen Gruß
      Waldemar

      Beitrag teilen:
      2018/07/07 at 5:22 pm
  • From Max on Newton: Ich gebrauche meinen Calvinismus wie Zucker im Tee

    Lieber Waldemar, danke für diesen schönen Beitrag. Amen zu Newtons Wort! Diese wunderbare Gabe, eigene Überzeugungen, die für die Anderen eckig und hart sein können, so zart und fein zu gebrauchen, dass sie allen zum Segen werden, müssen wir uns alle (ich als erster, sehe ich ein) aneignen. Ich denke an den Pastor unserer Gemeinde, der nach einem gut halben Jahr unserer Bekanntschaft den Satz fallen ließ: „Ich bin Calvinist“. Das bleibt bis heute die einzige Möglichkeit, wo ich das merken könnte (und ich bin da sensibel, das weißt du😉).
    Ja, wir müssen alle den Zucker der Gnadenlehre, egal welche Marke wir nutzen, ob da A oder C oder sonst was auf der Packung steht, auf die Art beimischen, dass dieser Tee auch für andere genießbar sei.
    Liebe Grüße
    Max

    Beitrag teilen:
    2018/07/06 at 9:55 pm
  • From Max on Der Wert der begrenzten Sühne

    Danke, Helmut und Jürgen, für eure Beteiligung! Mein Ziel war nicht hier jemanden zu ärgern, ich hoffe, dass wir auch in diesem Chat friedlich zusammenleben😉. Und vielleicht sind wir irgendwann soweit, dass wir auch innerhalb einer Ortsgemeinde, bei unterschiedlichen Ideen in den Köpfen, uns so auf die gemeinsame Mitte konzentrieren, dass es uns nicht mal schwer fällt ein Leib zu sein.
    Trotzdem hätte ich gerne eine Antwort auf meine Frage (von Waldemar, oder wer sonst sie beantworten möchte). Die drei Punkte im Artikel sind ja gut, auch wenn die Ausführungen m. E. teilweise schwach sind. Wenn wir von den Punkten selbst sprechen, muss man die begrenzte Sühne nicht unterschreiben, damit sie bei einem gegeben sind.

    Aber: Warum ist dir persönlich die begrenzte Sühne so wichtig?

    Beitrag teilen:
    2018/07/05 at 10:24 pm
    • From Waldemar on Der Wert der begrenzten Sühne

      Lieber Max,

      zu 2Kor 5,14-15: Du schreibst, dass ἄρα die Schlussfolgerung einleitet. Ja, aber wovon? Der Text legt nahe, es als Schlussfolgerung der vorherigen Aussage „Wenn einer für alle gestorben ist“ zu verstehen. Die Konstruktion καὶ ἄρα habe ich im NT übrigens nicht gefunden.
      Die begrenzte Sühne hat auch bei mir, wie im Artikel angeführt, zu mehr Heilsgewissheit, Lobpreis und Mut in der Verkündigung des Evangeliums geführt. Deshalb ist die begrenzte Sühne mir persönlich wichtig.
      Auf deine Fragen im Kommentar vom 05.07. um 13:29 Uhr werde ich nicht weiter eingehen. Sie basieren, wie du sicher weißt, auf logischen Schlussfolgerungen, die die Schrift so nicht zieht. Der Hinweis von Jürgen erscheint mir gerade im Zusammenhang mit der Verkündigung des Evangeliums wichtig zu sein.
      Ich werde an dieser Stelle auch nicht weiter auf Helmuts Kommentare eingehen, sondern sie als Ermutigung auffassen, dass Wahrheit und Liebe Hand in Hand gehen müssen und wir den Blick in die Kirchengeschichte nicht vergessen dürfen. Von der Haltung möchte ich mich an John Newton orientieren (siehe dieser Beitrag):

      „Ich fürchte mich vor dem, was von manchen extremer Calvinismus („High Calvinism“) genannt wird. Ich empfinde viel mehr geistliche Verbundenheit mit manchen Arminianern als ich es mit manchen Calvinisten könnte; und wenn ich wüsste dass ein Mensch sich vor Sünde fürchtet, das Wort Gottes liebt und Jesus nachfolgt würde ich keine Bemühungen unternehmen um ihn zu den calvinistischen Lehren zu bekehren (Newton formuliert so schön, dass ich es nicht übersetzen konnte: „I would not walk the length of my study to proselyte him“). Nicht, weil ich denke, dass sie nur reine Optionen sind oder dass sie nur geringe Bedeutung für den Gläubigen haben – ich denke das Gegenteil; sondern weil ich glaube dass diese Lehren keinem etwas Gutes tun, bis man sie von Gott gelehrt wird.“

      Herzlichen Gruß

      Waldemar

      Beitrag teilen:
      2018/07/06 at 10:32 am
  • From Helmut on Der Wert der begrenzten Sühne

    Lieber Max und alle anderen Kommentierer,
    ich finde es spannend, eure Argumentationen zum Verhältnis Gottes Souveränität und menschliche Verantwortung in all seinen Facetten zu verfolgen. Dennoch glaube ich, dass es ein Stück weit nur wenig einbringt, da die großen Schlachten dieses Themas schon geschlagen sind (immerhin beschäftigt es die Christen im Grunde seit den ersten Jahrhunderten) und die einzelnen Argumente eigentlich bekannt sind. Natürlich gibt es immer wieder neue Überlegungen (z.B. Schreiner vor ein paar Jahren oder Plock aus dem letzten Jahr), aber ich denke, man muss ehrlich konstatieren, dass man in bestimmten Bereichen der Soterologie nicht zusammenkommt. Das bedeutet natürlich nicht, dass man sich nicht damit auseinandersetzen sollte, aber nach meiner (subjektiven) Einschätzung sind die Auseinandersetzungen (im besten Sinne gemeint) zwischen bereits „festen“ Vertretern der „beiden“ Seiten eher wenig konstruktiv. Man kann mir hier gerne widersprechen, aber so stellt es sich mir zumindest momentan dar.

    Nachdenken sollte man vielmehr über die Auswirkungen auf das Miteinander zwischen Arminianern und Calvinisten, selbst wenn man inhaltlich nicht zusammenkommt.
    Mir scheint, dass es schwierig werden wird, in einer Gemeinde zu arbeiten, wo beide Verständnisse koexistieren. Das wird nur Verwirrung stiften. Ich denke, dass man hier einfach zu weit auseinander liegt und Kompromisse letztendlich für alle Beteiligten unbefriedigend sind.
    Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass harmonische Gemeinschaft und Einheit im Sinne von Johannes 17 möglich ist, auch wenn das nicht im Rahmen einer Ortsgemeinde stattfindet.

    @Max: Vielen Dank trotzdem für deine Kommentare! Es ist nie verkehrt, seine „Systeme“ zu überdenken (auch wenn es vielleicht dazu führt, noch fester zu werden 😉 )

    Beitrag teilen:
    2018/07/05 at 4:12 pm
    • From Helmut on Der Wert der begrenzten Sühne

      Noch zur Ergänzung:
      Ich will damit nicht sagen, dass man nie über diese Themen diskutieren sollte, oder dass es sich um zweitrangige oder gar unwichtige Fragen handelt. Ich denke aber, dass man irgendwann an einem Punkt angelangt ist, an dem alles gesagt ist und gerade bei diesem Komplex glaube ich, dass die Kirchengeschichte vermutlich alle Argumente bereits gesehen hat (auch wenn wie oben erwähnt hin und wieder vermeintlich neue Gedanken geäußert werden).

      Beitrag teilen:
      2018/07/05 at 9:43 pm
  • From Max on Der Wert der begrenzten Sühne

    …die Liebe Christi drängt mich, zu sagen, dass er nur für eine Gruppe gestorben ist? Ne, ich sehe es genau andersrum.
    Das Wörtchen „ara“ lasse ich in meiner Übersetzung nicht aus. Das führt eben als Schlussfolgerung den nächsten Gedanken ein. Wenn der Grundtext aber noch „kai“ davor hätte, müssten wir es mit „und somit“ übersetzen, was Darauffolgendes eher nach „in Christus gestorben“ klingen ließe. Ist aber nicht der Fall.

    Aber nochmal zum Titel: Was ist für dich persönlich der Wert der begrenzten Sühne? Kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen.
    Die Souveränität Gottes zu verteidigen? Braucht sie das?
    Oder werde ich festere Heilsgewißheit haben, wenn ich überzeugt bin, dass der Tod Christi meinem ungläbigen Nachbarn nicht gilt? Na ja, vielleicht wird er es ja irgendwann…
    Oder soll es uns wirklich einschränken, sodass wir nicht jedem Menschen das Angebot aussprechen können: „Jesus ist auch für deine Sünde gestorben! Komm zu ihm, du darfst!“?

    Beitrag teilen:
    2018/07/05 at 1:29 pm
    • From Juergen on Der Wert der begrenzten Sühne

      Ohne eine neue Diskussion lostreten zu wollen, sei mir bitte nur die Anmerkung erlaubt, dass wir bspw. bei den Predigten in der Apostelgeschichte in jedem Fall den Aufruf zur Buße formuliert finden, jedoch nirgendwo mit der Begründung, dass „Christus für deine Sünden gestorben sei“.
      Die Apostel formulierten den Aufruf zur Buße weniger als Einladung, vielmehr als Befehl.

      Beitrag teilen:
      2018/07/05 at 4:45 pm
  • From Max on Der Wert der begrenzten Sühne

    Es werde mir erlaubt einen Input zur Auslegung von 2. Kor. 5:14-15 zu machen.
    „Alle gestorben“ im Sinne von Röm. 6:7 zu verstehen, ist nicht die einzig mögliche Auslegung. Es gibt auch „alle gestorben“ im Sinne von Röm. 5:12.

    Waldemar, merke, dass die Konjunktion „und“ in V. 14 im Grundtext nicht vorhanden ist, darum ist das Ende des Verses nicht zwingend eine syntaktische Einheit. Das bedeutet, wir müssen hier nicht lesen „alle sind in Christus gestorben“.
    Ohne irgendetwas zu verdrehen, ist genauso gut folgende Übersetzung möglich: „…dass einer für alle gestorben ist. Also: Alle sind gestorben und für alle ist [er] gestorben…“
    Lieber Waldemar, noch ein Versuch;): Was hindert’s dass wir einen Konsens in der Form finden:
    Christus ist gestorben, um Sünder zu erlösen. Diese Erlösung ist POTENTIELL FÜR ALLE da, wird aber WIRKSAM FÜR DIE, DIE GLAUBEN.
    ???

    Beitrag teilen:
    2018/07/05 at 8:35 am
    • From Waldemar on Der Wert der begrenzten Sühne

      Lieber Max,
      ich denke du wirst mir zustimmen, dass „alle gestorben“ im Kontext von 2Kor 5 eher zu Röm 6,7 gehört, oder? Es geht Paulus doch um das neue Leben („nicht mehr sich selbst“), das Auferstehungsleben, dass die Gläubigen als Resultat des Sterbens und Auferstehens mit Christus führen sollen.
      Das „und“ fehlt zwar als Wort, aber Paulus bindet es durch das ἄρα (folglich, also, nun) m.E. noch stärker zusammen.
      Herzlichen Gruß
      Waldemar

      Beitrag teilen:
      2018/07/05 at 10:14 am
  • From Benny on Der Wert der begrenzten Sühne

    Lieber Waldemar,

    Danke für den ermutigenden Beitrag (vor allem der letze Punkt, mit dem Blick vor Gottes Thron in Offenbarung 5).
    Aber auch wenn es keine Verteidigung der 3. Säule sein soll, stelle ich mir manchmal die Frage, ob wir das Werk Jesu nicht beschränken, wenn wir den Gedanken der „begrenzten Sühne“ zu Ende denken und das göttliche Erlösungswerk bis ins letzte Detail zu erklären und zu verstehen versuchen…
    Es ist schon einige Jahre her, dass ich mich etwas mehr mit diesem Punkt auseinandergesetzt habe, aber ich weiß noch, wie ich damals von einem guten Freund ermutigt wurde, die Antwort auf diese heikle Frage mal nur in der Bibel zu suchen; und ich muss sagen, dass ich bis heute keine klare Antwort gefunden habe…
    Die Stellen die du erwähnst leuchten ein, aber ich finde sie ein bisschen zu schwach (weil „viele“ auch „alle“ sein können) und ich frage mich auf der anderen Seite, wie dann z.B. 2. Kor. 5,14-15 zu verstehen ist. Ich habe einfach Bedenken, mich mehr von einem durchaus nachvollziehbaren und durchdachten „System“, (Sorry, das ich dieses Wort benutze) als von dem geschriebenen Wort überzeugen zu lassen…

    Vielleicht kannst du mich ja eines besseren belehren und mir die Augen für das Wort ein Stück weit mehr öffnen😉

    Beitrag teilen:
    2018/07/03 at 10:54 am
    • From Waldemar on Der Wert der begrenzten Sühne

      Lieber Benny,
      beide Systeme „begrenzen“ an einer Stelle. Entweder man begrenzt die Vollmacht Gottes (er kann nur ein Angebot abgeben, aber nicht wirksam retten), oder man „begrenzt“ die wirksame(!) Rettung auf die Erwählten. Die Lehre der begrenzten Sühne dient sicher nicht dazu, das „Erlösungswerk bis ins letzte Detail zu erklären“. Calvinisten lassen ja vielmehr die Souveränität Gottes neben der Verantwortung des Menschen stehen, ohne die beiden logisch aufzulösen. Daher hat der Systemvorwurf immer einen gewissen Beigeschmack. Ich habe nichts gegen den Begriff System bzw. Lehrsystem. Der Vorwurf ist allerdings in vielen Fällen nicht gerechtfertigt, weil schließlich jeder von uns Bibelstellen nach einem gewissen System liest (über das man sich nicht immer bewusst ist und Rechenschaft gibt).
      Zu 2Kor 5,14-15: Wenn Jesus buchstäblich für alle Menschen gestorben ist, dann sind buchstäblich „alle gestorben“ (V14). In V15 spricht er von denen, „welche leben“. Wer ist das? Das sind die, die vorher gestorben sind, oder anders formuliert: Die, die mit Jesu Tod und Auferstehung verbunden sind („der für sie gestorben und auferstanden ist“, V15). Wenn man das „alle“ buchstäblich auf alle Menschen bezieht, müssten nun konsequenterweise alle Menschen Vergebung der Sünden und Rechtfertigung bekommen (vgl. Röm 4,25). Da klingt die Allversöhnungslehre schon sehr stark durch, oder?! Allerdings spricht Paulus hier eben nicht von buchstäblich allen, sondern von einer bestimmten Gruppe, nämlich den Gläubigen („der für sie gestorben ist“). Der Arminianer wird, um dieses Problem zu lösen, z.B. „so sind alle gestorben“ als „so sind alle potentiell gestorben“ lesen. Der Calvinist liest es stattdessen als „so sind alle tatsächlich gestorben“. Das Argument, nicht mehr für sich selbst zu leben, bekommt m.E. auch deutlich Gewicht, wenn man die Stelle „calvinistisch“ liest.
      Herzlichen Gruß, Waldemar

      Beitrag teilen:
      2018/07/03 at 4:14 pm
  • From Max on Sicher in Gottes Hand?!

    Lieber Jürgen, ich habe mich gefreut, dass du mit diesem Beitrag die Blicke der Geschwister auf Christus und Gott den Vater richten willst. Da bin ich absolut mit dir. Auch deinem Unmut, dass man in das vom Herrn verwendete Bild etwas hineininterprätiert, was der Text nicht klar sagt, pflichte ich bei. Und dein aufrichtiger Wunsch, den Bibeltext in seinem historischen Zusammenhang genau zu untersuchen, erfreut mich sehr! Ich vermute dabei, dass dir die Tatsache gar nicht bewusst ist, dass deine Ausführung etwas über das Ziel hinausschießt. Du unternimmst zwar einen Versuch, die Verantwortung des Menschen (so wie du sie verstehst) aufrecht zu erhalten, doch hat der Text m. E. viel mehr dazu zu sagen. Darum empfehle ich dir, im Text nach Antworten auf folgende Fragen zu suchen.
    1. Wie wird jemand zu einem Schaf Christi? Siehe dazu das von dir leicht angeschnittene Ich-bin-Wort, die Wenn-Bedingung und die dazugehörige Verheißung.
    2. Wem genau gilt die Verheißung der ewigen Sicherheit? Siehe dazu die Charakteristiken der Schafe Christi.
    3. Aus P. 1 ergibt sich: Was ist in der Tat die Botschaft des Herrn, wenn er sagt: „…ihr seid nicht von meinen Schafen“? Kann es nur heißen: „Ihr wart es nie und werdet es nie sein“?
    4. Aus P. 2: Soll es wirklich so sein, dass, wenn man auf den Herrn schaut, man jeder kritischen Selbstbetrachtung entledigt sein soll?
    Jürgen, ich freue mich auf deine Rückmeldung! Gott segne dich!

    Beitrag teilen:
    2018/07/03 at 12:51 am
    • From Juergen on Sicher in Gottes Hand?!

      Lieber Max, vielen Dank für deine aufrichtige und konstruktive Kritik. Ich möchte gerne mit derselben Haltung zu deinen Fragen Stellung nehmen und versuchen, in Kürze darauf einzugehen (da sich manches überschneidet, werde ich nicht strikt chronologisch vorgehen):

      Es ist klar, dass es nur über den Glauben an Jesus Christus möglich ist, gerettet zu werden und ein Teil von Gottes Herde zu werden – ich denke, dass ist es was Jesus mit dem Ich-bin-Wort am Anfang von Johannes 10 sagen möchte. Aber auch hier ist der Kontext zu beachten, denn Jesus spricht ja gerade zu solchen, die sich aufgrund ihrer Herkunft und Religiosität schon für errettet halten und dabei ihn, den einzigen Weg zu Gott, ablehnen. Im Gegensatz dazu spricht Jesus von seinen eigenen Schafen, die er bei bei ihrem Namen ruft und hinausführt (V.3). Diese Schafe hören seine Stimme (d.h. sie glauben ihm) und folgen ihm nach. Ich glaube, das Jesus hier nichts weniger als die Erwählten Schafe Gottes im Blick hat, die auf seine Botschaft mit Glauben reagieren werden, Vers 16 unterstreicht diese These (ich bin mir dabei aber bewusst, dass du die Auffassung von der Erwählung, die ich hier anführe, höchstwahrscheinlich trotzdem nicht teilen wirst). Schon Psalm 100,3 spricht davon, dass Gott Menschen zu seinen Schafen macht. Aber Jesus spricht in Vers 26 auch von Menschen, die nicht seine Schafe sind und deswegen auch nicht glauben -> was nicht bedeutet, dass Gott für den Unglauben des Menschen verantwortlich wäre, das macht die Bibel an vielen anderen Stellen deutlich. Auch wenn diese Auffassung für uns Menschen logisch nicht ganz zusammenzubringen ist, komme ich nicht drumherum, Jesu Worte hier so stehen lassen zu müssen, weil er es selbst klar so sagt.

      Wie ich es auch schon in dem Artikel erwähnte, zeichnen sich Jesu Schafe dadurch aus, dass sie auf die Stimme des guten Hirten hören (indem sie auf seine Botschaft mit Glauben reagieren) und folgsam sind. Sie folgen keinem falschen Hirten nach, sondern bleiben bei dem Hirten, den sie kennen (auch dieses erwähnt Jesus als Tatsache). Dieses sind die Erkennungsmerkmale der wahren Schafe Gottes – erneut im Gegensatz zu den Leuten, mit denen Jesus das Gespräch führt.

      Oft wird, gerade wenn man diese Verheißung erwähnt, gesagt: „Ja, aber schau dir den und den an, der war auch mal dabei und jetzt nicht mehr.“ Und die Schlussfolgerung ist dann, dass wir uns also doch selbst losreißen können – speziell dieses meinte ich, als ich schrieb, dass wir diese Stelle nicht zum Spekulieren gebrauchen sollten (das hätte ich vllt. sofort in dem Artikel genauer ausführen sollen). Mir ging es eben wie gesagt konkret um diese Verheißung aus Johannes 10,27-30, aber meine Absicht war es nicht, die Verantwortung des Menschen und jegliche Selbstreflexion auszuklammern, das habe ich in keiner Zeile geschrieben. Mein Augenmerk war vielmehr darauf gerichtet, auf welcher Basis dieses geschehen soll: Soll es durch die Abschwächung von Gottes Verheißungen geschehen – oder indem man Gottes Verheißungen (und gleichermaßen die Warnungen und ernsten Aufrufe) hoch hält und sich davon ermutigen und antreiben lässt? Eine der Schlüsselstellen für mich in diesem Zusammenhang ist – ohne es jetzt hier näher ausführen zu wollen – Philipper 2,12.13.
      Nur ist es, lieber Max, genau dieses, was mich immer wieder verwundert und was ich schon in so einigen Gesprächen selbst erlebt habe: Das wenn man versucht, Gottes Gnade groß zu machen (insbesondere in seiner Bewahrung der Gläubigen), ein anderer aufsteht und einem unterstellt wird, man hätte gesagt, dass jegliche Selbstprüfung nun unnötig sei (und was dann oft damit zusammenhängt: Dass man jetzt leben könne, wie man gerade Lust hat). Dabei ist genau das Gegenteil der Fall und das habe ich – so gut es eben für so einen Artikel und in dem Rahmen geht – versucht deutlich zu machen.

      Mein Wunsch ist wie gesagt, dass diese Verheißung zur persönlichen Ermutigung beiträgt und zu einem ausdauernden Lauf antreibt – und ich glaube, dass Gott dieses bei seinen Schafen auch bewirken wird.

      Herzliche Grüße und in Christus verbunden,
      Jürgen.

      Beitrag teilen:
      2018/07/03 at 1:07 pm
      • From Max on Sicher in Gottes Hand?!

        Danke Jürgen, für deine Antwort. Wie du recht bemerkst, unterscheiden sich unsere Verständnisse der Erwählung. Wenn bei dir der Wunsch besteht, können wir uns darüber in einem anderen Rahmen unterhalten.
        Zwei grundsätzliche Punkte, wo ich die Unterschiede sehe, sind folgende.
        1. Ich sehe in der Schrift keine eindeutig zu erkennende Teilung der Menschheit in ewig Erwählte und ewig nicht Erwählte (auch nicht in Röm. 9), sondern vielmehr in Gläubige und Ungläubige. Andernfalls haben wir auch im Johannes-Evangelium exegetische Schwierigkeiten (vergleiche deine Aussagen „man wird durch Glauben Teil von Gottes Herde“ und „mit den Schafen sind Gottes [ewig] Erwählte gemeint“)
        2. Ich sehe den biblischen Fokus weder nur auf dem Menschen, noch nur auf Gott (das Letztere ist aus meiner Sicht kaum hilfreicher als das Erstere). Der Fokus liegt auf der Beziehung Gott-Mensch-Gott (der von dir gewählte Text ist ein wunderbares Beispiel davon). Wenn diese Beziehung gesund ist, nur dann ist sowohl wahre Heilsgewissheit, als auch echte Heiligung möglich bzw. sogar garantiert. In diesem Lichte ist m. E. auch Röm. 8 zu verstehen.

        Worum es mir aber in erster Linie geht:
        Ich gebe dir wiederum Recht, man dürfe nicht mit Unterstellungen hantieren wie z. B. man würde meinen „man kann alles machen was man will“. Wenn man dabei im Gegenzug darauf verzichten würde, jedem Selbstgerechtigkeit vorzuwerfen, der das monergistische Schriftverständnis (und Weltbild) nicht teilt (en etwa, man würde sich vor Gott an die Brust schlagen: „ich bin so toll, ich habe geglaubt“), wäre für die Einheit des Leibes Christi schon viel getan.
        Jürgen, ist es nicht das, was in erster Linie zählt?

        Beitrag teilen:
        2018/07/04 at 8:31 am
        • From Juergen on Sicher in Gottes Hand?!

          Hallo Max,
          danke für deine Anmerkung. Ich stimme dir zu, dass mit Pauschal-Verurteilungen niemanden geholfen ist, dazu sollte auch mein Beitrag sicher nicht dienen. Ich habe lediglich gesagt, dass es mir – aus persönlich erlebten Diskussionen – „manchmal so vorkommt, als ob man sich dabei sicherer fühlt, wenn man selbst noch etwas in der Hand hat“. Dieses Empfinden ist glaube ich nicht ganz unberechtigt, wenn man sich vor Augen führt, dass in den Russlanddeutschen Gemeinden wo ich zu Hause bin, oft noch die „Du-musst-Theologie“ vorhanden ist (zumindest in den Köpfen einiger Geschwister – vermutlich spielt da auch die Mentalität eine nicht unerhebliche Rolle). Ich möchte mich aber davor hüten, alle diesbezüglich Andersdenkenden unter den Generalverdacht der Selbstgerechtigkeit zu stellen. Auch wenn ich überzeugt bin, dass die „Lehren der Gnade“ elementar wichtig für die Einheit der Gemeinde Jesu sind (an dieser Stelle sei das Buch von Tim Kelly empfohlen), so ist mir dennoch sehr gut bewusst, dass es zu allen Zeiten der Kirchengeschichte Menschen gab, die darüber unterschiedlicher Meinung waren und sich trotzdem in Liebe und Demut annehmen konnten und durch eine treue Nachfolge Jesu auszeichneten und von Gott in ihrem Dienst sehr gesegnet waren.

          Du und ich stimmen überein, dass die Gläubigen eins in Christus sind – die Frage ist nur, wie sie dahin gekommen sind (ich glaube, dass du vor Grundlegung der Welt dazu erwählt worden bist, lieber Max 😉). Aber letztlich werden Jesu Jünger nicht an ihren gleichen Denkweisen in allen theologischen Einzelheiten oder der Zugehörigkeit zu einer „Gruppe“ erkannt (das Problem herrschte schon in Korinth vor), sondern daran, dass sie Liebe untereinander haben (Joh 13,35). Das meint nicht, dass man nicht darum bemüht sein sollte, um die Wahrheiten der Schrift zu ringen, daher schätze ich auch den Austausch mit dir sehr – letztlich wird es in diesen Fragen aber immer wieder unterschiedliche Meinungen geben, umso wichtiger ist es, dass wir einander annehmen, so wie Christus uns angenommen hat. Ein gutes Beispiel hierfür sind u.a. George Whitefield und John Wesley.

          In der Liebe Christi verbunden,
          Jürgen.

          Beitrag teilen:
          2018/07/04 at 11:36 am
  • From Jürgen on Der Wert der begrenzten Sühne

    Zu dieser Thematik ist auch die besondere Biografie „C.H. Spurgeon wie ihn keiner kennt“ von Iain H. Murray sehr zu empfehlen.

    Beitrag teilen:
    2018/06/25 at 10:23 pm
  • From Andy K on Geistliche Wahrheiten in den Alltag singen (1): Keith und Kristyn Gettys "Living Waters"

    Danke für den Beitrag!
    zu „wie man geistliche Wahrheiten ins alltägliche Glaubensleben „hineintransportiert“ bekommt“
    — Epheser 5,19: „…werdet voller Geist, indem ihr zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt!“

    Beitrag teilen:
    2018/06/19 at 11:40 pm
  • From Simon on Kommentare zum neuen Buch von Wilfried Plock

    Ich persönlich finde den allgemeinen Grundgedanken der „Zusammenführung“ gar nicht so schlecht.
    Beim Überfliegen des Buches ist mir jedoch aufgefallen, dass der Versuch der Zusammenführung leider an der Ausdrucksweise des Autors zu bröckeln beginnt. Sowohl jemand, der die Theologie von Arminius verfolgt als auch ein Calvinist, werden nicht besonders liebevoll auf ihre „Fehler“ in der Denkweise und Auslegung hingewiesen.
    Wenn man das Buch schon mit einer gewissen Spannung in die Hand genommen hat und dann beschuldigt wird bestimmte Aussagen völlig zu „überziehen“, stoßt das eher ab als zum intensiven Nachdenken anzuregen.

    Letztendlich ist es m.E. möglich die beiden Wahrheiten der Souveränität Gottes und der Eigenverantwortung des Menschen koexistieren zu lassen.

    Das Fazit des EBTC trifft dieses sehr passend wie ich finde:
    „Ist Gott souverän in seiner Erwählung zum Heil und der Errettung des Menschen? Absolut. Ist der Mensch verantwortlich dafür, wie er sich entscheidet? Absolut. Können wir das völlig verstehen oder erklären? Absolut nicht.“

    Beitrag teilen:
    2018/06/14 at 9:11 am
  • From kaesekuchen on Von Menschenfurcht zu Gottesfurcht

    In einer Rezension bei Amazon heißt es:
    – „Im zweiten Teil will er dann aufzeigen, wie man von der Menschenfurcht zur Gottesfurcht kommen kann. Leider bringt er da nur einen biblischen Befund. Das heißt, er zeigt nur alttestamentliche und neutestamentliche Beispiele, wo Menschen Gottesfurcht gehabt haben. Er geht kaum auf dem Prozess ein wie es gelingen kann dahin zu kommen, wo die biblischen Personen sind.“ –
    Ist diese Kritik gerechtfertigt? Die Bibel ist doch keine Beispielsammlung nachahmenswehrter Persönlichkeiten und Charaktere…

    Beitrag teilen:
    2018/06/11 at 10:38 pm
  • From Simon Koop on Täglich grüßt das Smartphone

    Angeregt durch die Frage am Ende des Beitrages, was „ich“ empfehlen kann, möchte ich dieses gerne tun.
    Mein Vater forderte mich heraus, die Benachrichtigungen auf meinem Smartphone einfach mal auszuschalten. Einfach aus dem Grund, dass ich meine Zeit nicht von den Informationen und Nachrichten bestimmen lassen soll, die in den meisten Tagen mehr als stündlich auf mich einströmen.
    Das Abschalten der Benachrichtigungen nahm mir, obwohl ich das erst etwas belächelt habe, den Druck immer alles mitbekommen zu müssen. Der Drang ständig die Nachrichten zu checken wich allmählich und ich kam in gewisserweise innerlich zur „Ruhe“.
    Fazit: Benachrichtigungen auszuschalten ist durchaus positiv zu bewerten. Die Erreichbarkeit bleibt ja bestehen, da das Smartphone nicht im Flugmodus ist. Wer dringend etwas möchte, ruft an.

    Beitrag teilen:
    2018/06/02 at 1:21 pm
  • From Helmut on Kommentare zum neuen Buch von Wilfried Plock

    SIehe auch hier: http://christusallein.com/2012/09/03/die-erwahlung-in-christus/

    Beitrag teilen:
    2018/05/18 at 3:15 pm
  • From Andre on Kommentare zum neuen Buch von Wilfried Plock

    Eigentlich ist das Thema relativ einfach zu verstehen. Schaut einfach in den Epheser 1, wie oft dort „in ihm“ steht. Das ist doch der ganz einfache Schluessel. Wir sind „in Jesus“ erwaehlt. Denn er ist der Auserwaehlte. Das kommt aus Jesaja. Wenn Du also an sein reinigendes Blut glaubst, so bist Du „in ihm“ und damit erwaehlt, denn DU bist Teil des Leib Christi, und dieser ist der Auserwaehlte. Daneben gibt es noch die Auswahl Gottes fuer den Dienst. Das bedeutet, dass Du zwar durch Glauben errettet bist, Deinen Dienst jedoch als Gnadengabe durch Erwaehlung von Gott erhaeltst. Nach dem Motto: Ich waehle, was Du in meinem Reich fuer ein Aufgabe hast, Du waehlst, ob Du dabei bist oder nicht.

    Beitrag teilen:
    2018/05/17 at 4:03 am
    • From Waldemar on Kommentare zum neuen Buch von Wilfried Plock

      Lieber Andre, du machst es dir zu einfach. Die Fragte bleibt ja: Wer bewirkt den Willen, an Christus zu glauben?
      Herzlichen Gruß,
      Waldemar

      Beitrag teilen:
      2018/05/18 at 9:47 am
      • From Max on Kommentare zum neuen Buch von Wilfried Plock

        Lieber Waldemar, wer den Glauben gibt, ist ja klar. Die Frage bleibt aber: Auf welche Art geschieht es?

        Beitrag teilen:
        2018/06/01 at 11:07 pm
        • From Waldemar on Kommentare zum neuen Buch von Wilfried Plock

          Lieber Max, ich denke, dass wir letztlich doch wieder bei derselben Frage landen.

          Beitrag teilen:
          2018/06/06 at 2:22 pm
          • From Max on Kommentare zum neuen Buch von Wilfried Plock

            Klingt so, als wüsstest du schon, worauf ich hinaus will.
            Darf ich denn erfahren, wer d. M. nach bei Adam den Willen zum Ungehorsam bewirkt hat?

            Beitrag teilen:
            2018/06/08 at 9:18 pm
          • From Waldemar on Kommentare zum neuen Buch von Wilfried Plock

            Hallo Max, da wir ja bereits einige Diskussionen zum Thema geführt haben und wir beide wissen, dass wir uns beide nicht so schnell geschlagen geben 😉 werde ich, wie besprochen, keine ausführliche Antwort geben. Ich will nur noch auf einen Artikel verweisen, der das Thema „Freier Wille bei Adam“ anschneidet sowie auf eine m.E. sehr faire und sachliche Gegenüberstellung der beiden grundlegenden Positionen, die sich in der Dogmatik von Wayne Grudem findet (Kapitel 16: Gottes Vorsehung, S. 349ff.). Das Kapitel ist hilfreich, um sich einen Überblick zu verschaffen und um zu lernen, wie man auf eine Position, die man nicht teilt, in angemessenem „Tonfall“ reagieren kann.

            Beitrag teilen:
            2018/06/11 at 3:45 pm
  • From Eddi Klassen on Es geht nicht um Regeln, sondern um die Genugsamkeit der Schrift

    Ich habe viele Fragen, zu Grudems Abschnitt „Praktische Anwendung der Genugsamkeit der Heiligen Schrift“. Denn ich denke, dass er an einigen Stellen über das Ziel hinausgeht. Die von dir angesprochenen außerbiblischen Regeln können und werden durchaus auch biblisch begründet, durch Implikation und auch durchaus nachvollziehbar. Und Grudem gibt ja auch zu, dass es möglich ist, Regeln durch Implikation aus den Prinzipien der Bibel abzuleiten. Was meint er aber konkret mit „explizit und implizit verboten“? Wenn man auf Grund einer Implikation beweisen könnte, dass Kinos nichts für Christen sind, dann könnte man also diese Regel aufstellen?

    Auf S. 146: Wird der Heilige Geist einem Kind nicht helfen, die Regeln einer Familie (Filmverbot) einzuhalten, nur weil es nicht in der Bibel steht, dass Kinder keine Filme schauen dürfen? Oder: Muss sich eine Frau nur dann ihrem Mann unterordnen, wenn eine Sache in der Bibel steht?

    Oder eine andere Frage zu einer Aussage auf S. 144. Wenn es also möglich ist, durch lebenslanges Wachstum zum richtigen Verständnis und Fähigkeit zur Anwendung auf spezielle Fragen zu kommen – gilt dann diese Erkenntnis nur mir, und mein Nächster darf sich erst lebenslang auf die Suche begeben, weil man das ihm nicht als Regel weitergeben kann?
    Und gerne wird Mt 23 gegen Gesetzlichkeit zitiert. Aber hat nicht Jesus gesagt: „Alles nun, was sie euch sagen, dass ihr halten sollt, das haltet und tut.“ Und: „Dieses sollte man tun und jenes nicht lassen.“

    Übrigens, McQuilkin gibt in seiner Ethik eine gute Unterscheidung zwischen biblischer und unbiblischer Gesetzlichkeit. Ich denke, dass man nicht so einfach sagen kann: Es geht nicht um Regeln, sondern um die Genugsamkeit der Schrift. Es geht um Regeln, die entweder expilzit oder auch implizit aus der Schrift kommen. Aber die müssen eben aus der Schrift kommen. Der Glaube wird dann konkret auch in den Ordnungen (Kol 2,5).

    Beitrag teilen:
    2018/04/12 at 10:36 pm
    • From Waldemar on Es geht nicht um Regeln, sondern um die Genugsamkeit der Schrift

      Lieber Eddi,

      danke für deinen Kommentar!

      Du fragst zuerst, was Grudem mit „explizit oder implizit verboten“ meint. Der ganze Satz bei ihm lautet: „In Bezug auf die christliche Lebensführung erinnert die Genugsamkeit der Schrift uns daran, dass nichts Sünde ist was nicht von der Bibel entweder explizit oder implizit verboten wird.“ Es geht ihm also darum, dass wir nicht Sünde nennen dürfen, was die Bibel nicht Sünde nennt, z.B. „Fernsehen ist Sünde“ (implizit) oder „Alkohol ist Sünde“ (explizit). Natürlich können diese Dinge so gebraucht werden, dass sie für jemanden zur Sünde werden. Aber sie können eben auch zur Ehre Gottes gebraucht werden. Eine grundsätzliche Kategorisierung und Ablehnung erlaubt die Schrift nicht.

      Du fragst dann zur Regelsetzung: „Wenn man auf Grund einer Implikation beweisen könnte, dass Kinos nichts für Christen sind, dann könnte man also diese Regel aufstellen?“
      Grudem schreibt einerseits: „Selbstverständlich Können menschliche Gesellschaften wie Nationen, Kirchen, Familien usw. Regeln für die Abwicklung ihrer eigenen Angelegenheiten erstellen. Ja, eine Gemeinde darf also Regeln für die Abwicklung eigener Angelegenheiten festlegen. Aber: Die Regelsetzung wird durch die Schrift eben auch deutlich eingegrenzt. Grudem: „Eine Leugnung der Genugsamkeit der Schrift träte nur dann ein, wenn jemand versuchte der Regel eine verallgemeinerte Anwendung außerhalb der Situation, innerhalb derer sie angemessenerweise funktionieren sollte, zu geben…“. Wenn das Kino-Gehen ganz allgemein für alle Zeiten und alle Menschen Sünde genannt wird, dann verstößt man gegen die Genugsamkeit der Schrift.
      Ich sehe in manchen Gemeinden aber die starke Tendenz, dass die Gemeinderegel (oder wie auch immer man es nennt) genau so verstanden wird: Als eine für alle Zeiten und alle Christen geltende Anwendung des Gesetzes. Das birgt die große Gefahr, dass die Regeln wie ein neues Gesetz verstanden werden. Dann aber ist in „Mitteldingen“ keine Abwägung mehr möglich, d.h. Römer 14 verliert praktisch seine Geltung.

      Du fragst weiterhin zum Gehorsam gegenüber diesen Regeln: „Wird der Heilige Geist einem Kind nicht helfen, die Regeln einer Familie (Filmverbot) einzuhalten, nur weil es nicht in der Bibel steht, dass Kinder keine Filme schauen dürfen? Oder: Muss sich eine Frau nur dann ihrem Mann unterordnen, wenn eine Sache in der Bibel steht?“ Grudem schreibt zu diesen „eigenen“ Regeln: „Dennoch wird der Gehorsam gegenüber diesen Regeln gegenüber von Gott gefordert, weil die Schrift uns gebietet, uns den herrschenden Obrigkeiten zu unterwerfen“. Der Heilige Geist wird einem Kind also durchaus helfen, diese Regel zu halten. Er wird einer Frau helfen, sich ihrem Mann zu unterordnen. Aber: Es geht ja niemals um blinden Gehorsam! Gott gibt Eltern bzw. dem Ehemann Autorität und er legt den Rahmen fest. Wenn die Schrift also das Nebeneinander von Starken und Schwachen in der Gemeinde zulässt dürfen wir nicht meinen, es besser zu wissen. Helmut hat in dem Artikel Sola Scriptura und Älteste: Eine Frage der Autorität herausgearbeitet, was das für die Gemeinde bedeutet.

      Als nächstes fragst du: „Wenn es also möglich ist, durch lebenslanges Wachstum zum richtigen Verständnis und Fähigkeit zur Anwendung auf spezielle Fragen zu kommen – gilt dann diese Erkenntnis nur mir, und mein Nächster darf sich erst lebenslang auf die Suche begeben, weil man das ihm nicht als Regel weitergeben kann?“ (Nur als Hinweis für den Leser: Du beziehst dich dabei auf S. 144 aus Grudems Dogmatik, die im Blogpost nicht zitiert wird). Zuerst: Grudem spricht in dieser Passage darüber, dass die Lehre der Genugsamkeit der Schrift uns ermutigt, in der Schrift zu forschen, weil sie eben „genugsam“ ist, d.h. sie enthält alles, was wir für Leben und Sterben brauchen! Deine Frage impliziert (vielleicht unbeabsichtigt), als ob das Christsein von Grudem als individueller Kampf verstanden wird, bei dem jeder auf sich allein gestellt die Dinge in der Bibel ganz allein für sich erkennen und erkämpfen muss. Das will Grudem sicher nicht sagen. Die Briefe von Paulus machen sehr deutlich, dass Wachstum in der Erkenntnis Gottes und in der Heiligkeit ein Gemeinschaftsprojekt ist. Deshalb ist Gemeindemitgliedschaft so bedeutsam, wir brauchen Anleitung von Ältesten, Unterweisung von Lehrern und Korrektur von Geschwistern! Deine Frage impliziert außerdem (vielleicht unbeabsichtigt), dass mein Nächster am besten wachsen kann, wenn ich ihm etwas als Regel vorgeben kann. Wenn du damit „Regeln“ meinst, die nicht für alle Zeit und für alle Menschen gültig sind, dann ist das sicher zu begrüßen, z.B. kann es sinnvoll sein, einem jungen Gläubigen zu empfehlen, seinen Fernsehkonsum zu reduzieren oder komplett herunterzufahren. Aber das darf nicht bedeuten, dass diese Regel für sein ganzes Leben (und am besten für alle Christen) Geltung haben sollte, als wenn Fernsehkonsum per Definition Sünde wäre.

      Du erwähnst in diesem Zuge auch Matthäus 23,3 und die Aussage von Jesus, dass man alles halten sollte, was die Pharisäer sagen“. Die ESV Study Bible kommentiert hilfreich: „Jesus recognized the Pharisees’ official function as interpreters of the Law of Moses, and insofar as they accurately interpreted Scripture, they were to be obeyed. However, “so” (Gk. oun) connects this verse with v. 2 and the mention of Moses, and therefore “whatever they tell you” should probably be limited to “whatever they tell you about the Law of Moses” and does not include the Pharisees’ later extensive additions to Mosaic laws which rabbinic teachers made.

      Anschließend verweist du auf die Unterscheidung von biblischer und unbiblischer Gesetzlichkeit in McQuilkins Ethik. Wenn er damit meint, dass man das Gesetz gesetzmäßig oder eben auch nicht gesetzmäßig (=gesetzlich) anwenden kann (1. Timotheus 1,8), ist dem zuzustimmen. Ich finde den Begriff „biblische Gesetzlichkeit“ aber unglücklich, weil der Begriff „Gesetzlichkeit“ eindeutig negativ belegt ist, oder?

      Zuletzt schreibst du: „Ich denke, dass man nicht so einfach sagen kann: Es geht nicht um Regeln, sondern um die Genugsamkeit der Schrift. Es geht um Regeln, die entweder explizit oder auch implizit aus der Schrift kommen. Aber die müssen eben aus der Schrift kommen. Der Glaube wird dann konkret auch in den Ordnungen (Kol 2,5).“ Mit dieser Aussage will ich sicher nicht sagen, dass wir die Schrift nicht auf konkrete Lebenssituationen unserer Zeit anwenden sollen. Auf diesen gerne angeführten Vorwurf bin ich hier eingegangen. Diese Aussage war, wie die Einleitung zum Artikel andeuten sollte, auf das Motiv gemünzt, das hinter der Kritik an bestimmten Gemeinderegeln steckt. Es geht gar nicht darum, dass man die Regel nicht halten möchte, z.B. dass man nicht ins Kino gehen darf oder dass man sich den Ältesten nicht unterordnen möchte. Das Motiv hinter der Kritik ist (hoffentlich), dass man sich sehr gerne auf Grund der Schrift den Ältesten unterordnen will, aber dies nicht möglich ist, weil die Regeln (z.B. Kino-Verbot) wie ein neues Gesetz gebraucht werden und man so gegen die Genugsamkeit der Schrift verstößt. Das ein Glaube ohne Werke tot ist und ohne Heiligung niemand den Herrn sehen wird, ist richtig. Diese Werke und die Heiligung werden im Rahmen einer Gemeinde verwirklicht, aber sicher nicht über Gemeinderegeln, die wie ein neues Gesetz fungieren. Das unterstützt Paulus sicherlich auch nicht in Kolosser 2,5.

      Herzlichen Gruß

      Waldemar

      Beitrag teilen:
      2018/04/13 at 10:51 pm
  • From Waldemar on Aktuelle Ausgabe der "Gemeindegründung" (KfG)

    Danke für den Hinweis auf diese Ausgabe der Zeitschrift, Andy! Der Beitrag von Armin Mauerhofer ist wertvoll. Aber geht er nicht zu weit, wenn er behauptet „Ohne es zu merken, hatte sie es aber versäumt, in ganz Judäa und Samaria neue Gemeinden zu gründen, wie es ihr eigentlich aufgetragen war (Apg 1,8) Jesus, der Herr der Gemeinde, griff in diese Situation ein. Er ließ eine Verfolgung der Gemeinde zu.“? Die Verfolgung der Gemeinde als Konsequenz der fehlenden Gemeindegründungen? Ist das nicht zu weit hergeholt?

    Beitrag teilen:
    2018/04/11 at 9:43 am
  • From Benny on Sittsamkeit ist wichtig: was nicht anzuziehen ist

    Vielen Dank für die Übersetzung Harry:-)
    Endlich mal ein guter biblischer Beitrag, zu diesem häufig so umstrittenen Thema!!
    Er vermittelt, wie ich finde gut, dass Sittsamkeit nicht etwas Negatives und Belastetendes ist, sondern eigentlich etwas Herrliches, was dem Evangelium dienen kann und soll.

    Beitrag teilen:
    2018/03/29 at 2:36 pm
  • From Y on Don't Just Read Alone

    Wir machen das aktuell auch mit einigen Brüdern. Allerdings machen wir das mit einigen Briefen im NT. Bspw. 2 Wochen lang einen Brief lesen und dann gemeinsam austauschen. Es ist wirklich ein Gewinn.

    Beitrag teilen:
    2018/03/26 at 2:03 pm
  • From WE on Buch zu gewinnen!

    Vielen Dank für diese Reihe, meine Vorfahren stammen aus einer Menonitischen Auswanderer Familie aus diesem Grund habe ich alle Berichte mit großen Interesse gelesen.

    Beitrag teilen:
    2018/03/24 at 8:46 am
  • From Harry on Sola Scriptura und Älteste: Eine Frage der Autorität

    Ein Bruder hat kürzlich gesagt, dass wenn man Röm. 14 liest und sich bestätigt fühlt, man Röm. 14 falsch gelesen hat. Röm. 14 stellt den Leser (ob „schwach“ oder „stark“) infrage – es lohnt sich, darüber mal nachzudenken…

    Beitrag teilen:
    2018/03/23 at 10:52 am
  • From Natascha on Online-Kurs für Apologetik

    Ich habe Kontakt zu dem Institut aufgenommen und die Info bekommen, dass sich das Angebot an SMD-Mitarbeiter (und von SMD-Mitarbeitern Eingeladene ) richtet. 🙂

    Beitrag teilen:
    2018/03/19 at 1:21 pm
    • From Waldemar on Online-Kurs für Apologetik

      Danke für den Hinweis, Natascha. Und ich habe mich schon gewundert, warum der Rabatt auf der Webseite nicht beworben wurde…

      Beitrag teilen:
      2018/03/19 at 5:11 pm
  • From Dodo on Fünf Gründe, warum ich für meine russlandmennonitischen Wurzeln dankbar bin

    Aber auch dieser Aspekt hat leider eine Kehrseite bei den Russlandmennoniten. Und ich spreche da auch aus eigener Erfahrung. Und zwar dass diese Betonung auf das moralisch gute Leben und die sexuelle Reinheit dazu führen kann, dass man eine Verhaltensänderung erzieht oder predigt ohne auf die Motive/Beweggründe zu gehen, was allgemein zu einem Leben/Lebensstil ohne Grundlage führen kann.

    Beitrag teilen:
    2018/03/18 at 3:39 pm
  • From Don’t Just Read Alone – Christus allein on Ein guter Vorsatz für 2018: The Christian Reading Challenge

    […] kurzem hat Helmut über die Christian Reading Challenge berichtet, die er mit einigen anderen zusammen durchführt. Er […]

    Beitrag teilen:
    2018/03/17 at 7:51 pm
  • From Käsekuchen on Fünf Gründe, warum ich für meine russlandmennonitischen Wurzeln dankbar bin

    Ich bin dankbar, dass auch viel Wert auf ein moralisch gutes Leben und sexuelle Reinheit gelegt wird.
    Es ist aber auch kein Alleinstellungsmerkmal.

    Beitrag teilen:
    2018/03/16 at 9:22 pm
  • From Helmut on Sola Scriptura und Älteste: Eine Frage der Autorität

    @Gast:
    Apg. 15 ist in diesem Kontext natürlich eine vieldiskutierte Stelle und wie du sicher weißt, nicht so ganz einfach auszulegen. Warum z.B. erwähnt Jakobus genau diese vier Dinge? Für mich ebenfalls eine entscheidende Frage: Dürfen wir die Autorität der Apostel an dieser Stelle einfach auf die Ältesten der (heutigen) Gemeinden übertragen? Oder geht es unterm Strich nicht vielmehr darum, dass Christen grundsätzlich in Rücksicht hinsichtlich ihres Umfeldes leben sollen (ohne dabei inhaltliche Kompromisse zu machen)?

    Nichtsdestotrotz kann ich deinen Gedankengang verstehen und ihm auch einiges abgewinnen. Wichtig finde ich vor allem deinen letzten Absatz: Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Älteste selbst eine klare Haltung zum Verhältnis von Gnade und Gesetz haben und danach aus sind, ihre Gemeinde zu starken Christen zu erziehen, die wiederum auf andere Rücksicht nehmen können. Denn ansonsten sehe ich die Gefahr, wie auch im Artikel beschrieben, dass letztendlich das „Schwachsein“ verbindlich gemacht wird und Dinge zu Sünde erklärt werden, die es von sich aus nicht sind. Daher würde ich immer dahin tendieren, wenn es nur möglich ist, verbindliche Regelungen auf diesem Gebiet zu vermeiden bzw. eher „breit“ zu formulieren. Ich denke, dass die Gefahr einfach zu groß ist, dass ansonsten neue Gesetze daraus erwachsen.

    Herzlichen Gruß,
    Helmut

    Beitrag teilen:
    2018/03/10 at 3:06 pm
  • From Gast on Sola Scriptura und Älteste: Eine Frage der Autorität

    Danke für den interessanten Beitrag.
    In all den zweitrangigen Fragen erscheint mir Apg 15 ein gutes Modell zu sein. Nachdem einige besonders eifrige, aber leider gesetzliche Brüder für viel Verwirrung gesorgt hatten, waren es die Ältesten und Apostel, die eine Lösung finden sollten.
    Am Ende wird festgehalten, dass auf Götzenfleisch, Blut und Unzucht verzichtet werden soll. Die ersten beiden Punkte erscheinen mir vergleichsweise wenig bedeutend zu sein. Dennoch werden sie verbindlich festgeschrieben und es wird dafür gesorgt, dass die Gemeinde durch offizielle Boten davon Kenntnis nimmt.
    Die Begründung in Vers 21 ist interessant:
    „Denn Mose hat von alten Zeiten her in allen Städten solche, die ihn predigen, und wird an jedem Sabbat in den Synagogen gelesen.“
    Weil es in den betroffenen Städten und damit auch in den entsprechenden Gemeinden eine so hohe Anzahl an fromm erzogenen Juden gab, sollte auf sie Rücksicht genommen werden – und zwar nicht nur wie in Röm 14 freiwillig – sondern verbindlich in Folge eines Ältestenbeschlusses.
    Wenn man 1. Kor 8 und 10 oder Röm 14 zum gleichen Thema des Verzehrs von Götzenfleisch betrachtet, so findet man sehr viel mehr Freiheit und Eigenverantwortlichkeit. Möglicherweise hatten viele jüdische Christen zu diesem Zeitpunkt bereits einen Erkenntnisprozess durchgemacht oder es spielte eine Rolle, dass in diesen Städten sehr viel weniger Menschen lebten, die von alten Zeiten her Mose in den Synagogen gelehrt bekommen haben.
    Genauso wie Paulus sich später in einem anderen Kontext nicht zwangsläufig an die Beschlüsse des lokalen Ältestentreffens in Jerusalem gebunden gefühlt hat, kann auch in unseren Gemeinden je nach Kontext eine andere Haltung in zweitrangigen Fragen eingenommen werden. Manchmal aber müssen Älteste wie in Apg 15 einen Kompromiss finden, der die Rücksicht auf die Schwachen in Teilen verbindlich macht.
    Dabei sollten die Ältesten aber darauf achten, nicht in Gesetzlichkeit zu verfallen. Auch hierfür ist Apg 15 ein gutes Beispiel. Denn obwohl eine anscheinend gesetzliche Vereinbarung getroffen wird, stellen sie klar, dass 1. das Heil nur durch Gnade und Glauben erhalten wird (vgl V. 9 und 11) und dass 2. jede zusätzliche Regel nur beschwert und das Joch schwerer macht, Regeln also nicht per se gut sind (V. 10 und 19).

    Beitrag teilen:
    2018/03/10 at 2:19 pm
  • From Gast on Kommentare zum neuen Buch von Wilfried Plock

    Übrigens hat Berthold Schwarz hier seine eigene Sichtweise dargelegt:

    Erwählung vs. freier Wille? Eine Antwort!

    Beitrag teilen:
    2018/03/10 at 1:41 pm
    • From Sergej Pauli on Kommentare zum neuen Buch von Wilfried Plock

      …die ich leider ähnlich schwach finde. Irgendwie kritisiert Schwarz mittelwege, stellt aber selber einen vor? hä?

      Beitrag teilen:
      2019/09/12 at 7:29 am
  • From Helmut on Sola Scriptura und Älteste: Eine Frage der Autorität

    Kai Soltau hat das Buch von Jeramie Rinne übrigens rezensiert: http://www.wortzentriert.at/lehre/gemeinde/leitung-durch-aelteste-buchrezension/
    Lesenswert!

    Beitrag teilen:
    2018/03/07 at 8:00 pm
  • From Harry on Billy Graham (1918-2018) - Nachruf eines Russlanddeutschen

    Ergänzend zu Grahams Rolle in der Bürgerrechtsbewegung möchte ich noch auf zwei weitere Artikel hinweisen, die die Thematik differenzierter angehen:
    (1) Stephen L. Carter beschreibt Grahams Haltung als seiner Zeit voraus, wobei Graham doch Kind seiner Zeit blieb. Rückblickend könnte man Graham vorwerfen, so Carter, dass er zu lange gebraucht hat, seine Zeit hinter sich zu lassen. Trotzdem würdigt Carter Grahams Einsatz: https://www.bloomberg.com/view/articles/2018-02-22/billy-graham-s-record-on-race-was-both-ahead-and-of-his-time
    (2) Emma Green geht auch auf die Entwicklung Grahams in dieser Frage ein: https://www.theatlantic.com/politics/archive/2018/02/billy-graham-death/553850/

    Beitrag teilen:
    2018/02/28 at 11:42 pm
  • From Andy on Billy Graham (1918-2018) - Nachruf eines Russlanddeutschen

    Danke Harry!

    Beitrag teilen:
    2018/02/28 at 10:01 pm
  • From Viktor Harder on Die Christian Reading Challenge: Eine Wasserstandsmeldung

    Vielen Dank für den Artikel, Helmut.

    Um eine (Lese-) Gewohnheit zu etablieren, finde ich die Hinweise von Hanniel sehr hilfreich (http://hanniel.ch/2018/02/18/10-hinweise-zum-aufbau-guter-gewohnheiten/).

    LG
    Viktor

    Beitrag teilen:
    2018/02/20 at 12:58 pm
Beitrag teilen: