Christus allein

Luther über den unfreien Willen

Luther in „De servo arbitrio“ von 1525 (Die Schrift ist als Antwort auf die von Erasmus von Rotterdam verfasste Schrift „Vom freien Willen De libero arbitrio“ zu verstehen; deswegen die persönliche Anrede): Du sagst: Wer wird sich Mühe geben, sein Leben zu bessern, wenn er hört, dass der freie Wille nichts sei? Ich antworte: Kein Mensch! Und keiner kann`s auch. Denn nach deinen Leuten, die ihr Leben ohne den Geist bessern, fragt Gott nichts, dieweil

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Am Ende steht die Gnade

Es ist immer wieder ergreifend zu sehen, wie Männer Gottes am Ende ihres Lebens Resümee ziehen. Heute habe ich gelesen, was Johannes Calvin einen Monat vor seinem Tod aussprach: Mit meiner ganzen Seele erfasse ich die Gnade, die (Gott) durch Jesus Christus erwiesen hat, indem er Sühnung tat für meine Sünden durch die Verdienste seines Todes und seiner Leiden, dass er auf diese Weise Genüge getan hat für alle meine Verbrechen und Fehler und sie

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Die Erwählung in Christus

In den letzten Tagen bin ich immer wieder auf die Meinung gestoßen, dass Gott uns zwar vor Grundlegung der Welt erwählt habe; wir aber erst (durch unsere Bekehrung) das „Tor öffnen“ müssten, um in diesen bevorzugten Stand gelangen zu können. Meines Wissens nach argumentieren auch bekannte evangelikale Persönlichkeiten wie z. B. Herbert Janzen und Jacob Thiessen von der STH Basel in diesem Sinne. Wir seien zwar erwählt – aber erst in ihm (nach Epheser 1,4).

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Martyn Lloyd-Jones „privat“(5) – Lernen durch Fragen

Lloyd-Jones verwendete auf den Bibelstunden in seiner ersten Gemeinde immer wieder die gleiche Methode, um die Besucher zum biblischen Denken zu bewegen. Christopher Catherwood schreibt darüber: […] Also bat er die Männer und auch die Leute, die mittwochs abends in die Gemeinde kamen, wenn jemand eine Frage aufwarf, Schriftstellen darüber nachzuschlagen. Keine andere Quelle war erlaubt. Was sagte die Schriftstelle tatsächlich über etwas aus? Wie passte es in den größeren biblischen Zusammenhang hinein? Erst dann

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Martyn Lloyd-Jones „privat“(4) – Über die Souveränität Gottes

Harry hat kürzlich zum Thema gepostet, warum wir auch im Angesicht der Souveränität Gottes für Verlorene beten sollen und dürfen. Martyn Lloyd-Jones war einer, der sich trotz seiner vollmächtigen und brillanten Predigten ganz auf das Wirken Gottes stützte. Er sah sich selbst als Werkzeug in einer mächtigen Hand: […] der stark an die Souveränität Gotte glaubte. In der Tat stellte sie, wie wir anhand seiner meisterhaften Predigten, die er in späteren Jahren über den Epheser-

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Martyn Lloyd-Jones „privat“(3) – Über den Prediger

Eines der bekanntesten Bücher von Lloyd-Jones ist das Werk „Preaching and Preachers“. Christopher Catherwood beschreibt, wie sein Großvater über den Dienst des Predigers dachte: […] [Männer sollten nur dann auf die Kanzel steigen], wenn sie sich nicht imstande sähen, irgendetwas anderes zu tun und durch die Berufung Gottes zu dieser Tätigkeit gedrängt worden seien. Es war natürlich eine große Hilfe, wenn jemand auch natürliche Gaben hatte – beispielsweise ein Redetalent, einen klaren Verstand (eine akademische

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Martyn Lloyd-Jones „privat“(2): Die Balance halten

Viele theologische Lehrmeinungen neigen dazu, einen bestimmten Aspekt der Bibel besonders stark zu betonen und im Gegenzug andere zu vernachlässigen. Deutlich wird das zum Beispiel im Disput zwischen den „Theoretikern“ (die Wichtigkeit von reiner Lehre wird sehr betont) und den „Praktischen“ („wir müssen auch etwas tun“). Martyn Lloyd-Jones wusste beides zu verbinden: Viele Menschen haben sich nach dem Geheimnis seines einzigartig kraftvollen Predigtdienstes gefragt. Er könnte die ersten Anzeichen dafür bereits als Jugendlicher, im Jahr

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Martyn Lloyd-Jones „privat“(1): Die Liebe zur Geschichte

In dem letzten Post ging es um die Bedeutung von Geschichte für die Christen. Martyn Lloyd-Jones betonte immer wieder die Notwendigkeit von geschichtswissenschaftlichen Kenntnissen. Seiner Meinung nach wurden gleiche Fehler aus Mangel an geschichtlichem Wissen wiederholt, die man bei besserer Kenntnis der Vergangenheit hätte erkennen können. Sein Enkel Christopher Catherwood berichtet davon: Seiner Überzeugung nach konnte man die Gegenwart nicht verstehen, ohne die Vergangenheit zu kennen. Die Historie war für ihn die wunderbare Geschichte des

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Ist die Weltgeschichte böse?

Als Adolf Hitler im Zuge der Machtübernahme im Deutschen Reich auch die Kirche gleichzuschalten ersuchte, bildeten sich schnell zwei Lager: Die ideologisch nahen „Deutschen Christen“ und die (zumindest in Teilen) oppositionelle „Bekennende Kirche“. Ein führender Kopf der Bekenntnisbewegung war Karl Barth. Er lehnte das Erklärungsmodell der „Deutschen Christen“ ab, Gott würde sich durch die Geschichte offenbaren. Sein Credo lautete, dass Gott sich schon längst in Jesus offenbart habe. Verständlich daher, dass sein Fazit bezüglich Meta-

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Wie sollen wir dann leben?

Simon Arnold hat auf seinem Blog einen Beitrag von Paul Washer gepostet. Hier der beeindruckende Text: Nun seht, was passiert, wenn er kommt. Die Himmel werden mit Krachen vergehen und die Elemente werden in großer Hitze zerstört werden und die Erde wird samt der Werke darauf verbrannt werden. ( 2. Petrus 3, 10 ) Die größten Berge dieser Welt werden sich in Nichts auflösen am Tag der Wiederkunft des Herrn. Er wird wie ein Dieb

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