Christus allein

Schönheit und Grenzen von Biografien (Hofmannsthal)

Biografien sind zwar nicht meine vorrangige Literatur, doch weiß ich – ich denke hier konkret an einen früheren Jugendfreund – dass manche eine besondere Liebe zu dieser Gattung empfinden. Hugo von Hofmannsthal (1874-1910), ein österreichischer Dichter und Denker, den ich in den letzten Monaten durch seine „dezent-gefühlvollen“ Gedichte und tiefsinnigen Essays sehr zu schätzen gelernt habe, widmet sich in seinem Essay „Biographie“[1] der Grenzen und der Ästhetik von Lebensbeschreibungen. Einige besonders schöne Ausführungen möchte ich

Weiterlesen

Joshua Harris – Persönliche Überlegungen und Gedanken anderer

In meiner frühen Jugendzeit habe ich das Buch Ungeküsst und doch kein Frosch zumindest in Teilen mehrfach gelesen. Wenn ich mich richtig erinnere, war es mein Onkel, der mich auf dieses Buch aufmerksam machte und dafür begeisterte. Zumindest beschäftigte ich mich seitdem immer wieder mit dem Buch, weil mich das Thema damals sehr interessierte. Als ich dann ein paar Jahre später mit meiner Frau in der Verlobungszeit das Nachfolgebuch Frosch trifft Prinzessin las, konnte ich

Weiterlesen

Predigtempfehlung: Elia auf dem Berg Gottes

Während der Vorbereitung auf eine Bibelarbeit über 1. Könige 19 stieß ich auf die folgende Predigt von Peter Schild. Auch wenn ich mich zunächst an Stil und Ton gewöhnen musste, war ich sehr angetan von den Zusammenhängen, die in der Predigt aufgezeigt werden und der praktischen Anwendung, die angebracht wird. Die Gliederung der Predigt deutet die Zusammenhänge schon an: Mose auf dem Berg Gottes Elia auf dem Berg Gottes Mose und Elia auf einem anderen Berg

Weiterlesen

Aufgeklärte Hoffnungslosigkeit

In einem Seminar, an dem ich teilnehmen durfte, wurde in verschiedenen Vorträgen das unterschiedliche Verständnis menschlicher Freiheit diskutiert. Unter anderem ging es in einem Vortrag um die Freiheit, die der aufgeklärte Mensch spätestens mit Immanuel Kant in seiner Vernunft entdeckt haben will. Ich möchte an dieser Stelle nur eine kleine Beobachtung beschreiben, die ich beim Vortrag gemacht habe. Sie deutet etwas von der Konsequenz einer Weltanschauung an, die sich übermäßig auf die Vernunft des Menschen

Weiterlesen

Gedanken vor einem Hauskreis-Besuch

Jeden Dienstag besuche ich einen Hauskreis unserer Gemeinde. Wir treffen uns wöchentlich, immer ab 19 bis 19:30 Uhr und verbringen anschließend etwa zwei Stunden miteinander. Der Ablauf ist eigentlich immer gleich: Zunächst das Singen, dann das gemeinsame Gebet mit dem dazugehörigen Austausch und anschließend in der Regel eine Bibelarbeit, die von einem der Teilnehmer vorbereitet wird; manchmal nutzen wir aber auch Hilfsmittel, wie speziell für Hauskreisgruppen konzipierte Hefte und/oder ähnliches, die dann die Struktur des

Weiterlesen

Joshua Harris – erfolgreich gescheitert?

Joshua Harris, der manchen z.B. durch das Buch Ungeküsst und doch kein Frosch bekannt sein dürfte, hat bekanntgegeben, sich von seiner Frau zu trennen. Hanniel schreibt: Zuerst nehme ich wahr, was Menschen nach vollzogenem Bruch und der Neuorientierung betonen und wovon sie nicht sprechen. Sie sprechen von ihren wundervollen Kindern; sie verschweigen, dass diese bereits schrecklich unter ihrer Sünde gelitten haben und weiter leiden werden. Sie sprechen von einer schwierigen Zeit; sie schweigen darüber, ob

Weiterlesen

Jeremy Begbie: Gottes geoffenbartes „mysterion“

Im Jahr 2014 hat Jeremy Begbie die C.F.D. Moule Memorial Lecture in der Ridley Hall, Cambridge, gehalten. Begbies Forschungsinteresse ist das Zusammenspiel von Theologie und Kunst, vor allem von Musik und Theologie. Begbie, der in den westlichen Kirchen einen Trend beobachtet, der das Konzept des „Mysteriums“ und des „Geheimnisvollen“ (mystery) neu ins Zentrum der Anbetung rücken möchte, weist (korrigierend) darauf hin, dass derartige Bemühungen den neutestamentlichen Begriff des mysterions erst nehmen und von diesem geleitet

Weiterlesen

„Wer fertig ist, macht fertig!“

Harald Klockenhoff erinnert sich in dem Buch Alles beginnt einmal ganz klein. Klaus Vollmer im Spiegel seiner Weggefährten an einen wertvollen Hinweis von Klaus Vollmer, der ihn geprägt und begleitet hat: Klaus Vollmer lernte ich 1996 auf einer Studientagung flüchtig kennen. Ein paar Wochen später erhielt ich plötzlich einen Anruf: „Klaus Vollmer am Apparat. Du weißt ja, dass nächste Woche Veit und einige andere mit mir ins Kloster nach Damme fahren. Ich denke, das wäre

Weiterlesen

Warum Evangelikale Gott vergessen haben

Vor einiger Zeit hat Collin Hansen mit Mark Galli, dem Chefredakteur von Christianity Today, über die Frage, warum Evangelikale Gott vergessen haben, gesprochen. Es geht dabei um die Gefahr, dass man bei allen möglichen christlichen Aktivitäten Jesus Christus vergisst. Unter anderem sprechen die beiden auch den besorgniserregenden Trend an, dass Evangelikale einfach nicht mehr ihre Bibeln lesen. Mark Galli stellt fest: So hilfreich diese Dinge [Editionen, die das Bibellesen erleichtern] in meiner Sicht auch sind,

Weiterlesen

Kindererziehung als „Training“ (L. Priolo)

Zorn  ist ein vom Schöpfer im Menschen angelegtes Potential, er ist also prinzipiell weder gerecht noch sündig. Entscheidend ist, wie diese Gemütsverfassung gebraucht wird. Um dem Kind im Umgang mit Zorn zu helfen, ist die Kommunikation unentbehrlich. Wenn das Kind in eine Problemsituation gerät, durch die es zum Zorn gereizt wird, wird es vermutlich auf eine der beiden sündigen Arten reagieren: entweder wird der Zorn sich in Wut und Geschrei entladen oder das Kind wird

Weiterlesen