Christus allein

Von Schuhen und Gesetzlichkeit

Sergej Pauli hat eine nette Geschichte über Schuhe geschrieben. Sie bringt zum Schmunzeln, vor allem wenn man den Hintergrund kennt, aus dem heraus er schreibt. Was aber wichtiger ist: Sie enthält wichtige Lektionen über Gesetzlichkeit: „Es war einmal vor gar nicht so langer Zeit, in einer Freikirche, die das Evangelium kannte und mutig verkündigte. Doch von Jahr zu Jahr wurde man immer stolzer darauf, dass man besonders „bibeltreu“ sei. Man war froh, viele historische Fehler

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Können Mennoniten-Brüder-Gemeinden reformiert sein?

Diese Frage stellt sich für manche russlanddeutsche Gemeinde, deren Wurzeln häufig bei den Mennoniten-Brüdern liegen, nicht nur theoretisch. Durch den Einfluss reformierter Theologen aus dem englischsprachigen Raum werden Gemeinden herausgefordert, ihr Selbstverständnis zu überdenken. John Neufeld, der jahrelang Pastor einer der größten MBG-Gemeinden in Kanada war, würde die Frage mit „Ja“ beantworten. Die Mennoniten-Brüder in Nordamerika und Russland bzw. Deutschland haben über die Jahre zwar unterschiedliche Entwicklungen genommen, teilen jedoch dieselben theologischen Wurzeln. Zudem stehen

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Gedanken „ex nihilo“ (4): Licht und neues Leben für Sünder

Meine letzten Beiträge, in denen ich über den ex nihilo-Topos in der Bibel nachgedacht habe, waren eher abstrakter und philosophischer Natur. Es ging darum, welche Implikationen die biblische Lehre von Gottes Erschaffen der Welt ex nihilo für unser Gottesbild hat und wie genau dieselbe ex nihilo-Logik, die am Anfang der Zeiten aus dem „Nichts“ ein „Etwas“ werden ließ, auch in der Inkarnation und Auferstehung Christi zum Tragen kommt. Die Ausführungen der letzten Beiträge können (was

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Gedanken „ex nihilo“ (3): Die Kraft der Auferstehung

Gestern habe ich (hier) die Jesusgeschichte als mit einem göttlichen ex nihilo-Schöpfungsakt beginnend beschrieben. In seiner Freiheit entscheidet sich Gott, Mensch zu werden – und wird von seiner eigenen Schöpfung getötet. Doch das ist nicht das Ende. Vielmehr ist es so, dass die Geschichte Jesu nicht nur mit einem göttlichen Schöpfungsakt ex nihilo beginnt, sondern auch in einem solchen endet – und damit wieder neu beginnt, ohne jemals wieder zu enden.     Interessanterweise kommt Dietrich

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Gedanken „ex nihilo“ (2): Das Geheimnis der Inkarnation

Gestern bin ich (hier) auf Gottes Erschaffen der Welt ex nihilo eingegangen. Es sollte deutlich geworden sein, dass uns die biblische Lehre der Schöpfung aus dem Nichts vor gewissen Fehlschlüssen bewahrt. So macht die Forderung, Gott zu sehen, bevor man offen für den Glauben ist, keinen Sinn (so wie es für Robinson Crusoe keinen Sinn macht, Daniel Defoe sehen zu wollen). Es macht auch keinen Sinn, zu versuchen, diesen ersten Schöpfungsakt aus dem Nichts naturwissenschaftlich-physikalisch

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Gedanken „ex nihilo“ (1): Gottes Schöpfung am Anfang der Zeit

Zugegeben, der Titel dieser Reihe könnte irreführend sein: Es sind sicher nicht meine Gedanken, die hier ex nihilo – also „aus dem Nichts“ – entstehen. Es geht mir um den Topos ex nihilo in der Bibel, also um das immer wiederkehrende Thema, dass etwas „aus dem Nichts“ entsteht. Bei einem solchen Unterfangen muss man allerdings sofort (vor)bemerken, dass wir hier an die Grenzen unseres Denkens stoßen. Was ist denn das „Nichts“? Wir können nicht, so

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Was den Lebensdurst stillt

Die Samariterin, die Jesus am Jakobsbrunnen trifft, ist eine Frau wie wir. Sie sucht das wahre Leben. Ihr Durst richtet sich auf ein Leben, das sinnvoll, schön, erfüllend ist. Auf unterschiedlichen Wegen versucht sie ihrem Leben diese Qualitäten zu verleihen, doch Jesus macht ihr deutlich, dass ihre Wege zum Scheitern verurteilt sind. Das was sie braucht um ein Leben dieser Güte zu bekommen, ist die Gabe Gottes. Zuerst sucht die Frau, wir mir scheint, in

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Jesus als Seelsorger im Gespräch mit der Samariterin

Das Gespräch zwischen Jesus und der Samariterin am Jakobsbrunnen (Joh 4) ist ein Paradebeispiel für die Seelsorge. Ich möchte kurz einige Aspekt beleuchten, die mir hier wichtig erscheinen. Das erste, was in diesem Gespräch zwischen Jesus und der Samariterin auffällt, ist, dass Jesu Augenmerk auf den Menschen und seine persönliche Not gerichtet ist. Er schert sich nicht sonderlich um die damaligen Konventionen, sondern spricht als Jude mit einer Person, die zu der Gruppe der Samariter

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Gibt es heute noch Pharisäer?

In manchen Cafés kann man ein Getränk namens Pharisäer bekommen: einen Kaffee mit einem Schuss Rum. Man sieht den Alkohol in dem Getränk nicht, was an die Scheinheiligkeit der Pharisäer zur Zeit Jesu erinnert. Doch ich meine nicht dieses Getränk, sondern den Menschen. Bevor wir aber auf die Frage eingehen, ob es sie heute gibt, schauen wir zunächst kurz auf die Pharisäer der Antike. Ich lese gerade das Markusevangelium. Dabei ist mir aufgefallen, dass immer

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7 Zitate aus „Mission unter postmodernen Zeitgenossen – Gibt es richtig und falsch?“

Die folgenden Zitate entstammen aus dem hervorragenden Gastbeitrag von Wolfgang Nestvogel in dem Buch von Matthias Klaus: Was sage ich, wenn…? Argumente für Glaubensgespräche Über den Zeitgeist: Die Postmoderne ist nicht nur ein Denksystem, sondern ein Lebensstil, der tief in unseren Alltag hineingreift. (S. 32) Der Zeitgeist ist das, was der Mensch für „selbstverständlich“ hält, auch jene, die nicht viel darüber nachdenken. […] Der Zeitgeist ist die geistige Luft, die wir in dieser Welt atmen

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