Christus allein

Sind Romane Zeitverschwendung?

„Was liest du gerade?“ ist eine Frage, die mir sehr lieb ist. Ich beantworte sie gerne, wenn sie mir gestellt wird, frage aber auch selbst gerne andere nach ihrer Lektüre. Bücher bieten, finde ich, vielversprechenden Gesprächsstoff und sind außerdem Weggefährten, die ich nicht missen möchte. In der Regel lese ich mehrere Bücher gleichzeitig (was auch bedeutet, dass es unter Umständen sehr lange dauern kann, bis ein Buch beendet wird – falls es beendet wird). Neben

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Was ich an Dostojewski und Tolstoi schätze

In einem Frage-Antwort-Video antwortet Albert Mohler auf die Frage nach seinen Lieblingsromanen, indem er u.a. auf die russischen Autoren verweist. Das, was die Erzählungen beispielsweise eines Dostojewskis ihm gegeben hätten, sei die besondere Einsicht in das Wesen und das Innere des Menschen.[1] Es ist nun bereits etwas her, dass ich mir den ersten Roman eines russischen Autoren besorgt und gelesen habe: Eugen Onegin von Puschkin. Danach kamen Dostojewski und Tolstoi hinzu. Und ebenso wie Mohler

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Notizen zur Ringparabel

In diesem Jahr ist das Drama G. E. Lessings „Nathan der Weise“ (1779) Pflichtlektüre für die Abiturprüfung. Diese Lektüre gilt als zentraler Text der Aufklärung, die sich u.a. durch die (Über-)Betonung der Vernunft und der Emanzipierung von der Religion auszeichnet. Bei einem Besuch eines Buchhandels fand ich den Klassiker im „Sale“-Bücherkorb und erwarb die Reclam-Ausgabe für wenige Euro mit der gefühlten Verpflichtung, dieses bekannte Stück als Germanistik-Student einmal gelesen haben zu müssen. Nach dem Lesen

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Wochenende mit Hanniel Strebel in Warendorf zum Thema „Vor Gott leben in einem säkularisierten Umfeld“

Vom 15.-17. November wird der Theologe Hanniel Strebel ein Wochenende in der Freien Kirchengemeinde Warendorf mit Vorträgen zum oben genannten Thema gestalten. Die Ausrichter schreiben auf ihrer Homepage: Viele Jahrhunderte war unsere Kultur geprägt vom Bewusstsein der Gegenwart Gottes. Kirchengebäude, Feiertage und noch mehr Institutionen und Vorstellungen zeugen heute vom christlichen Einfluss. Allerdings befinden wir uns seit Jahrhunderten in einem Wandel, bei dem Gott zunehmend aus der allgemeinen Vorstellung verdrängt wurde. Dieser Prozess wird «Säkularisierung»

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Unser Smartphone – Eine Herzensfrage?!

Das Smartphone ist aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Es begegnet uns überall: Statt bei einem Fußballspiel die Ereignisse ungefiltert zu verfolgen, werden die entscheidenden Aktionen lieber gefilmt und anschließend in den sozialen Netzwerken geteilt; in der Bahn schaut kaum noch jemand aus dem Fenster oder liest ein Buch, sondern beschäftigt sich lieber mit seinem Handy. Wir können nicht leugnen, dass dieses Gerät (zunächst ganz objektiv beschrieben) unseren Alltag beherrscht. Wie gehen wir als

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Hast du nichtchristliche Freunde – oder gibst du nur Zeugnis?

Vor ein paar Tagen habe ich den Rundbrief eines Missionswerks erhalten. Direkt auf der ersten Seite berichtet der Missionsleiter von einigen Begegnungen mit Menschen, die er mit Jesus konfrontiert hat. Zunächst ist da der Mann, der auf der zwölfminütigen Rückfahrt von einer Harzer Silbermine neben ihm sitzt – 12 Minuten also, mit diesem Menschen über Jesus zu reden: „Nach drei Minuten fange ich also an. Diesmal ein steiler Einstieg, eine steile Frage, denn jetzt bleiben

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Peter Lillback im Gespräch mit Tim Keller und Sinclair Ferguson

Peter Lillback, Präsident des Westminster Theological Seminarys, hat kürzlich einige Fragen an Sinclair Ferguson und Tim Keller gerichtet. Von diesen Brüdern zu lernen, kann ich jedem nur ans Herz legen:  Unter anderem geht es darum, was Reformierte Theologie unserer säkularen Kultur zu bieten hat (Min 19:20), was die größte Versuchung ist, die einem Pastor heute begegnet (Min 27:00) und ob es noch Hoffnung für wirkliche Erweckung gibt (51:40). Besonders hervorheben möchte ich Kellers Ausführungen zum

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Gedanken über Wurzeln, Heimat und Gottes Erde (2): Hannah Andersons langer Weg nach Hause

Gestern habe kurz über Alice Mertons Lied „No Roots“ berichtet, in dem sie die (Kollektiv)Erfahrung ihrer (und unserer) Entwurzelung beschreibt: Man ist zwar irgendwie überall zu Hause, im Umkehrschluss dann aber auch wieder nirgendwo. Hannah Anderson hat für TGC über den langen Prozess des Wurzeln Schlagens ihrer Familie berichtet (ich kann den Bericht nur kurz zusammenfassen, empfehle aber herzlich die Lektüre des ganzen Artikels). Anderson beschreibt, wie ihr Mann sie nach drei Jahren Ehe fragte,

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Gedanken über Wurzeln, Heimat und Gottes Erde (1): Alice Mertons „No Roots“ und unsere entwurzelte Generation

Wer zurzeit regelmäßig Radio hört (oder hören muss), wird unweigerlich auf Alice Mertons „No Roots“ gestoßen sein (gut, es sei denn, man hört nur WDR5). In diesem musikalisch sehr eingängigen Lied beschreibt die Künstlerin ihre eigene Entwurzelung: Sie zieht von Ort zu Ort, packt immer wieder ihre Sachen und zieht weiter. Obzwar sie durchaus den Wunsch hat, einmal stillzustehen, räumt sie gleich ein, dass das nichts weiter als ein schöner Plan ist. Der Grundton bleibt:

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Die Ausklammerung des Leides und des Todes

In den letzten Tagen bin ich mehrfach direkt oder über Mitteilungen mit dem Leid anderer in Berührung gekommen, u.a. ist ein lieber Bruder jäh von seinem himmlischen Vater in die Ewigkeit gerufen worden. Das gab mir den Anstoß über das Leid nachzudenken, zu lesen und nun auch zu schreiben. Leiden, Krankheit und Tod sind in unserer Gesellschaft „outgesourct“. Wir schließen in unserer westlichen Gesellschaft so stark wie irgend möglich unsere Augen vor dem Tod und

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