Jesu radikaler Umgang mit Frauen

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich Kevin DeYoung zum ersten Mal „kennengelernt“ habe. Mit „kennenlernen“ meine ich natürlich keine persönliche Begegnung, sondern soviel wie „im Internet auf ihn gestoßen“. War es vielleicht dieses Panel?

Wie dem auch sei, Kevin DeYoung ist Blogger, Redner und Paster der University Reformed Church in Michigan, USA. Kürzlich hat auf seinem Blog über den Umgang Jesu mit Frauen geschrieben. Seine Gedanken können in einer Zeit des Feminismus und Gender-Mainstreamings durchaus hilfreich sein. Ich habe den groben Inhalt des Artikels (teilweise frei) übersetzt:

Oftmals hört man, dass diejenigen, die nicht den modernen Feminismus vertreten, „gegen Frauen“ sind. Christen bilden dabei keine Ausnahme. Manchmal werden wir so abgestempelt. Die Frauen sind dann totale „sellouts“, während die Männer mit Neandertalern gleichgestellt werden.

Vor diesem Hintergrund ist es interessant zu sehen, wie Jesus in seiner Zeit mit Frauen umgegangen ist. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass Jesu Ansatz nichts weniger als revolutionär war. Die Bestätigung der gottgewollten Komplementarität hat fast immer den Status Quo herausgefordert.

Ein revolutionärer Dienst

In einem kulturellen Kontext, in dem die Würde der Frau minimiert wurde und Frauen nicht einmal als ganze Personen angesehen wurden, bestätigte Jesus mutig den Wert der Frau und profitierte von ihrem Dienst. Er sprach öffentlich mit Frauen, was sehr ungewöhnlich war. Außerdem diente er Frauen in Not, wie z.B. der Schwiegermutter von Petrus (Mk. 1,30-31), der verkrümmten Frau (Lk. 13,10-17), der blutflüssigen Frau (Mt. 9,20-22) und der Frau aus Syrophönizien (Mk. 7,24-30).

Allerdings diente nicht nur Jesus vielen Frauen, sondern er erlaubte es vielen Frauen ihm zu dienen. Jesus nahm die Salbung von Frauen herzlich an (Mt. 26,6-13). Manche unterstützten seinen Dienst finanziell (Lk. 8,2-3) und wieder andere boten ihre Gastfreundschaft an (Lk. 10,40; Joh. 12,2). Die Evangelien erwähnen einige Frauen und deuten somit ihren wichtigen Platz in Jesu Dienst an. Sehr bemerkenswert ist auch, dass die ersten Zeugen der Auferstehung Frauen waren.

Liebevolle Behandlung

Dem Dienst Jesu liegt die radikale Annahme zugrunde, dass Frauen einen enormen Wert haben. Das deutlichste Beispiel ist Maria, Jesus Mutter, die in Lukas 1,28 „Begandigte“ genannt wird. Darüber hinaus gebrauchte Jesus in seinen Illustrationen durchaus Frauen. Da ist die Königin des Südens, die Witwe in Zarpat, die Elia aufnahm, die Witwe, die als Beispiel für beständiges Gebet gebraucht wird und auch die Witwe, die mit ihrem Scherflein mehr gegeben hat als alle anderen.

Jesus nannte Frauen „Töchter Abrahams“, wodurch er ihnen ihren Anteil am Heil sicherstellt. Jesu Ausführungen zur Scheidung behandeln Frauen als Personen und nicht wie Besitz; seine Anweisungen zum Thema Lust schützen Frauen davor, lediglich als Objekte sexuellen Verlangens zu gelten. Obwohl in Jesu Zeit nicht viel Wert auf die Bildung von Frauen gelegt wurde, lehrte Jesus dennoch Frauen.

Konsequente Komplementarität

Der Dienst Jesu stimmte dabei mit Gottes Plan überein, dass Männern und Frauen unterschiedliche Verantwortungsbereiche zukommen. Am deutlichsten wird das in der Auswahl der ausschließlich männlichen Apostel. An diesem Punkt darf man Jesus nicht vorwerfen, dass er sich lediglich den zeitlichen sozialen Umständen anpasste. Jesus hatte kein Problem damit Tabus zu brechen – er brach viele! Vielmehr war sich Jesus bewusst, dass Gott Männer für Leiterschaft verantwortlich macht. Auch im späteren Gemeindeleben wird dieses Prinzip deutlich

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Jesus Frauen ehrte und sie auch zum Dienst bevollmächtigte. Allerdings wählte er für Positionen der Leiterschaft Männer aus. Unser Herr hatte kein Problem damit radikal für Frauen zu sein und gleichzeig gottgewollte Komplementarität zu vertreten. Das sollten wir auch nicht.

unbenannt

Ich sprach zu Beginn davon, Kevin DeYoung „kennengelernt“ zu haben. Es ist interessant, wie ich finde, dass man zu bestimmten Leuten, die man sprechen hört oder deren Artikel man liest, tatsächliche eine Art Beziehung entwickelt. Umso mehr freue ich mich darüber, dass ich Kevin DeYoung während der diesjährigen E21-Konferenz live hören darf.

Diejenigen, die sich mir darin anschließen wollen, können sich hier anmelden.

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