Christus allein

Manfred Siebald: Manchmal wünsch ich mir

In meinen letzten beiden Beiträgen habe ich über den Zusammenhang zwischen Glaube und Beweisen nachgedacht. Solange der Wille, Gottes Selbstoffenbarung ernst zu nehmen, nicht besteht, das ist deutlich geworden, bringen Beweise nichts. Skeptiker, die nicht mit ehrlichen Fragen und einer grundsätzlichen Offenheit dem Glauben gegenüber stehen, werden sich auch von „Beweisen“ nicht überführen lassen. Es ist aber auch klar geworden, dass die „Beweisfrage“ nicht nur etwas für Ungläubige ist: auch Gläubige, wie das z.B. bei

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„Alttestamentliche Apologetik“ (2): Von Jesus lernen

Gestern habe ich (hier) über Jesu Gleichnis von dem Reichen Mann und dem Armen Lazarus (Lk. 16,27-31) und der darin enthaltenen „alttestamentliche Apologetik“ Abrahams nachgedacht. Beweise, das ist deutlich geworden, können Glauben nicht wecken. Stattdessen hat uns Abraham auf Mose und die Propheten hingewiesen: dort beginnt der Glaube, dort offenbart sich Gott. Den Wunsch des Reichen, Lazarus als „Beweis“ aus den Toten zurückzuschicken, hat Abraham abgelehnt. Lesen wir das Lukasevangelium aber weiter, stoßen wir tatsächlich

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„Alttestamentliche Apologetik“ (1): Von Vater Abraham lernen

Das Gleichnis von dem Reichen Mann und dem Armen Lazarus (Lk. 16,27-31) ist wohlbekannt: Ein Reicher genießt sein Leben in vollen Zügen, während Lazarus leidend voller Geschwüre vor seinem Haus liegt und nur Hunde hat, die ihm Gesellschaft leisten. Beide sterben, Lazarus wird in den Schoß Abrahams getragen, der Reiche erwacht in der Hölle. Von dort aus versucht er, seine Brüder vor diesem furchtbaren Ort zu bewahren, indem er Abraham davon zu überzeugen sucht, Lazarus

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Schicksalsschläge und die Barmherzigkeit Gottes

Was passiert mit unserem Glauben, wenn uns schweres Leid zuteilwird, das wir nicht verstehen? Erwarten wir, dass Gott nur das zulässt, was (in unseren Augen) „gut“ ist? Was geschieht, wenn plötzlich das Unerwartete eintrifft? Wenn Leid kommt? „Darf“ Gott das? Wie reagieren wir? Werden wir dann bitter? Aber was ist denn eigentlich gut? Hängt das nicht auch von dem jeweiligen Blickwinkel ab? Eine göttliche „Bestrafung“, hat J.R.R. Tolkien festgehalten, sei, wenn angenommen, auch eine göttliche

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C.S. Lewis über den Nutzen vorgefertigter Gebete

C.S. Lewis erklärt in seinem Buch Letters to Malcolm seinem fiktionalen Freund den Nutzen vorgefertigter Gebete: First, it keeps me in touch with „sound doctrine“. Left to oneself, one could easily slide away from „the faith once given“ into a phantom called „my religion“. Secondly, it reminds me „what things I ought to ask“ (perhaps especially when I am praying for other people). The crisis of the present moment, like the nearest telegraph-post, will always

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Hast du nichtchristliche Freunde – oder gibst du nur Zeugnis?

Vor ein paar Tagen habe ich den Rundbrief eines Missionswerks erhalten. Direkt auf der ersten Seite berichtet der Missionsleiter von einigen Begegnungen mit Menschen, die er mit Jesus konfrontiert hat. Zunächst ist da der Mann, der auf der zwölfminütigen Rückfahrt von einer Harzer Silbermine neben ihm sitzt – 12 Minuten also, mit diesem Menschen über Jesus zu reden: „Nach drei Minuten fange ich also an. Diesmal ein steiler Einstieg, eine steile Frage, denn jetzt bleiben

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Eine persönliche Frage: Wonach verlangt es dich (wirklich)?

Wenn ich dich wirklich kennenlernen möchte, wenn ich wirklich verstehen möchte, wer du bist und was dich antreibt, dann würde ich dich nicht fragen, was du weißt, wahrscheinlich nicht einmal was du glaubst, sondern was du willst, was dein Verlangen ist – mit diesem Bemerkungen (allerdings etwas ausführlicher) eröffnet James K.A. Smith seinen im Veritas Forum gehaltenen Vortrag „You Are What You Love“. Ja, was wollen wir (wirklich)? Als Christen bekennen wir uns rasch dazu,

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Manfred Siebald: Ein Sommertag

Den heißen und trockenen Sommer dieses Jahres haben wir überstanden. Auch wenn das Wetter an manchen Tagen noch recht schön und mild ist, können wir schon den Herbst wahrnehmen. Über einen schönen Sommertag, in dem auch schon Herbst und Winter zu spüren sind, singt Manfred Siebald in seinem letzten Album (2017). Hier das Lied, das ich kürzlich für mich entdeckt habe: Siebald beginnt damit, einen Sommertag „wie er in keinem Buche steht“ zu beobachten: Das

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Schaddais Armee: Gnade und Wahrheit

John Bunyan ist vor allem für seine Pilgerreise bekannt, in der er allegorisch das christliche Leben nacherzählt (und die ich hier rezensiert habe). In seinem Buch Der heilige Krieg (hier als pdf verfügbar) beschreibt er die menschliche Seele als Stadt, die von Satan übernommen wurde und nun von Gott zurückerobert wird. Hier ist Bunyans Beschreibung der ersten Truppen, die von Schaddai losgeschickt werden: Nachdem ein jeder Befehlshaber seinen Befehl aus der Hand des Königs empfangen

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Peter Lillback im Gespräch mit Tim Keller und Sinclair Ferguson

Peter Lillback, Präsident des Westminster Theological Seminarys, hat kürzlich einige Fragen an Sinclair Ferguson und Tim Keller gerichtet. Von diesen Brüdern zu lernen, kann ich jedem nur ans Herz legen:  Unter anderem geht es darum, was Reformierte Theologie unserer säkularen Kultur zu bieten hat (Min 19:20), was die größte Versuchung ist, die einem Pastor heute begegnet (Min 27:00) und ob es noch Hoffnung für wirkliche Erweckung gibt (51:40). Besonders hervorheben möchte ich Kellers Ausführungen zum

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