Christus allein

Jeremy Begbie: Gottes geoffenbartes „mysterion“

Im Jahr 2014 hat Jeremy Begbie die C.F.D. Moule Memorial Lecture in der Ridley Hall, Cambridge, gehalten. Begbies Forschungsinteresse ist das Zusammenspiel von Theologie und Kunst, vor allem von Musik und Theologie. Begbie, der in den westlichen Kirchen einen Trend beobachtet, der das Konzept des „Mysteriums“ und des „Geheimnisvollen“ (mystery) neu ins Zentrum der Anbetung rücken möchte, weist (korrigierend) darauf hin, dass derartige Bemühungen den neutestamentlichen Begriff des mysterions erst nehmen und von diesem geleitet

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„Wer fertig ist, macht fertig!“

Harald Klockenhoff erinnert sich in dem Buch Alles beginnt einmal ganz klein. Klaus Vollmer im Spiegel seiner Weggefährten an einen wertvollen Hinweis von Klaus Vollmer, der ihn geprägt und begleitet hat: Klaus Vollmer lernte ich 1996 auf einer Studientagung flüchtig kennen. Ein paar Wochen später erhielt ich plötzlich einen Anruf: „Klaus Vollmer am Apparat. Du weißt ja, dass nächste Woche Veit und einige andere mit mir ins Kloster nach Damme fahren. Ich denke, das wäre

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Warum Evangelikale Gott vergessen haben

Vor einiger Zeit hat Collin Hansen mit Mark Galli, dem Chefredakteur von Christianity Today, über die Frage, warum Evangelikale Gott vergessen haben, gesprochen. Es geht dabei um die Gefahr, dass man bei allen möglichen christlichen Aktivitäten Jesus Christus vergisst. Unter anderem sprechen die beiden auch den besorgniserregenden Trend an, dass Evangelikale einfach nicht mehr ihre Bibeln lesen. Mark Galli stellt fest: So hilfreich diese Dinge [Editionen, die das Bibellesen erleichtern] in meiner Sicht auch sind,

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Gedanken „ex nihilo“ (4): Licht und neues Leben für Sünder

Meine letzten Beiträge, in denen ich über den ex nihilo-Topos in der Bibel nachgedacht habe, waren eher abstrakter und philosophischer Natur. Es ging darum, welche Implikationen die biblische Lehre von Gottes Erschaffen der Welt ex nihilo für unser Gottesbild hat und wie genau dieselbe ex nihilo-Logik, die am Anfang der Zeiten aus dem „Nichts“ ein „Etwas“ werden ließ, auch in der Inkarnation und Auferstehung Christi zum Tragen kommt. Die Ausführungen der letzten Beiträge können (was

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Gedanken „ex nihilo“ (3): Die Kraft der Auferstehung

Gestern habe ich (hier) die Jesusgeschichte als mit einem göttlichen ex nihilo-Schöpfungsakt beginnend beschrieben. In seiner Freiheit entscheidet sich Gott, Mensch zu werden – und wird von seiner eigenen Schöpfung getötet. Doch das ist nicht das Ende. Vielmehr ist es so, dass die Geschichte Jesu nicht nur mit einem göttlichen Schöpfungsakt ex nihilo beginnt, sondern auch in einem solchen endet – und damit wieder neu beginnt, ohne jemals wieder zu enden.     Interessanterweise kommt Dietrich

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Gedanken „ex nihilo“ (2): Das Geheimnis der Inkarnation

Gestern bin ich (hier) auf Gottes Erschaffen der Welt ex nihilo eingegangen. Es sollte deutlich geworden sein, dass uns die biblische Lehre der Schöpfung aus dem Nichts vor gewissen Fehlschlüssen bewahrt. So macht die Forderung, Gott zu sehen, bevor man offen für den Glauben ist, keinen Sinn (so wie es für Robinson Crusoe keinen Sinn macht, Daniel Defoe sehen zu wollen). Es macht auch keinen Sinn, zu versuchen, diesen ersten Schöpfungsakt aus dem Nichts naturwissenschaftlich-physikalisch

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Gedanken „ex nihilo“ (1): Gottes Schöpfung am Anfang der Zeit

Zugegeben, der Titel dieser Reihe könnte irreführend sein: Es sind sicher nicht meine Gedanken, die hier ex nihilo – also „aus dem Nichts“ – entstehen. Es geht mir um den Topos ex nihilo in der Bibel, also um das immer wiederkehrende Thema, dass etwas „aus dem Nichts“ entsteht. Bei einem solchen Unterfangen muss man allerdings sofort (vor)bemerken, dass wir hier an die Grenzen unseres Denkens stoßen. Was ist denn das „Nichts“? Wir können nicht, so

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Margret Birkenfeld (1926-2019) – Ein kleines Dankeschön

Während ich diesen Beitrag verfasse, läuft in meinem Zimmer Margret Birkenfelds (Kinder)Album Ja, Gott hat alle Kinder lieb. Vor genau einer Woche ist die Schöpferin dieser Lieder mit 92 Jahren gestorben. Wenn auch der Name Margret Birkenfeld manchen christlich aufgewachsenen Kindern vielleicht nicht bekannt ist, so sind es doch höchstwahrscheinlich ihre Lieder. Wer kennt „Ein kleines wildes Schäfchen“ oder „Sei ein lebendiger Fisch“ nicht aus der Kinderstunde? „Ja, Gott hat alle Kinder lieb“ haben wir

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Benjamin Hasselhorn: Das Ernsthaftigkeitsdefizit

Der Theologe und Historiker Benjamin Hasselhorn hat kützlich im Tagesspiegel das „Ernsthaftigkeitsdefizit“, das er in der Evangelischen Kirche ausmacht, kritisiert. Er beklagt, dass gerade jungen Leute heute eher Steine als Brot angeboten werden: In der Bergpredigt fragt Jesus rhetorisch: „Oder ist ein Mensch unter euch, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete?“ Jesus erklärt damit seine Behauptung, dass der himmlische Vater denen alles Gute geben wird, die ihn darum bitten

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Tim Keller: Du musst von neuem geboren werden

Gestern habe ich eine Zusammenfassung von Tim Kellers Predigt über Jesu Gespräch mit Nikodemus (Joh. 3) angekündigt, die er bei der diesjährigen TGC-Konferenz gehalten hat: 1) Wer bedarf der Neuen Geburt?     Wenn man (im amerikanischen Kontext) von „born-again“-Christen hört, hat man gleich eine bestimmte „Art“ bzw. „Sorte“ von Christen im Kopf, was allerdings irreführend ist. Jesus macht im Gespräch mit Nikodemus deutlich, dass jeder der Neuen Geburt bedarf. Nikodemus war ein Pharisäer, dem Jesus

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