Christus allein

Der Heilige Geist als Lebensstifter

Im Buch des Propheten Hesekiel findet sich eine nahezu unheimliche Vision: Hesekiel sieht eine große Ebene voller Totengebeine (Hes. 37). Diese repräsentieren das Volk Israel: „Siehe, sie sprechen: ‚Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren; es ist aus mit uns!’“ (Hes. 37,11). Die Botschaft Gottes hingegen ist gar nicht unheimlich, sondern vermittelt Hoffnung. Mein Geist, erklärt Gott seinem Volk, kann diese toten Gebeine lebendig machen. Der Geist Gottes macht lebendig! Das ist eine

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Albert Mohler im Gespräch mit Alec Ryrie

Warum glauben manche Menschen an Gott? Warum zweifeln andere daran, dass es ihn gibt? Ist eine der beiden Positionen „vernünftiger“ als die andere? Schließlich beanspruchen sowohl Gläubige als auch Ungläubige vernünftige Argumente für ihre Position. In diesen Auseinandersetzungen kann man leicht übersehen, dass wir Menschen nicht einfach nur Gehirne auf zwei Beinen sind. Der Mensch „funktioniert“ so nicht. Dennoch ist es heute so, dass vielfach angenommen wird, der Vernunftgedanke der Aufklärung habe uns (glücklicherweise) von

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Die Auferstehung Christi als „Eukatastrophe“: Freude und Hoffnung „hinter den Mauern der Welt“

In seinem Essay „Über Märchen“ identifiziert J. R. R. Tolkien „den ältesten und tiefsten Wunsch, den nach der großen Flucht: der Flucht vor dem Tode“. Der Trost, den Märchen hier bieten, „hat noch einen anderen Aspekt als die phantastische Befriedigung uralter Wünsche.“ Was lieben wir so sehr an Märchen? Es ist die Gewissheit, dass sie gut ausgehen: Sehr viel wichtiger ist der Trost, den der glückliche Ausgang gewährt. Fast möchte ich die Behauptung wagen, daß

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Billy Graham: „The Cross“

Es ist bereits über zwei Jahre her, dass der weltbekannte Evangelist Billy Graham gestorben ist. Graham hat sein Leben der Predigt des Evangeliums gewidmet. Im Jahr 2013 hat die BGEA „The Cross – Billy Graham’s Message To America“ veröffentlicht, einen evangelistischen Film, in dem der 95-jährige Graham aus seinem Haus in Montreat, North Carolina, nochmals die alte Botschaft verkündigt: die Botschaft vom Kreuz. Gerade am heutigen Karfreitag denken wir daran, wie Jesus die Sünde am

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George Herbert: „Love (III)“

Der Dichter George Herbert, der zu den „metaphysical poets“ des 17. Jahrhunderts gerechnet wird, ist heute vor allem für seine religiösen Werke bekannt. Herbert war ein hochbegabter Rhetoriker, entschied sich aber in seinen 30ern für den Priesterdienst in der anglikanischen Kirche (er starb bereits im Alter von 39 Jahren). Besonders lieb ist mir Herberts Gedicht „Love (III)“, das gut zum heutigen Gründonnerstag passt. In dem Gedicht lädt Christus, personifiziert in der Liebe, den Sünder dazu

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Eine dreifache Glaubenstatsache (3): Christus in uns

Was ist die Kraftquelle des Glaubenden, der in Christus hineinversetzt worden ist und durch den Geist in der Gegenwart Christi lebt? Es ist Christus selbst, der hier wirkt. Fritz Binde beschreibt das in Vom Geheimnis des Glaubens so (die kursiv markierten Teile sind im Original durch größeren Zeichenabstand hervorgehoben): Und die Lichtflut solcher durch den Herrn verheißenen und nun durch den Heiligen Geist gegebenen Erkenntnis geleitete sie jetzt auch hinein in den dritten, den engsten

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Eine dreifache Glaubenstatsache (2): Wir in Christus

Ohne die Fleischwerdung Christi, wüßten wir nichts von Gott. Als Sohn hat Christus uns den Vater nahegebracht. Wenn wir nun an Christus glauben, werden wir in ihn hineinversetzt; wir sind in Christus. Fritz Binde beschreibt das in Vom Geheimnis des Glaubens so (die kursiv markierten Teile sind im Original durch größeren Zeichenabstand hervorgehoben): Damit konnten sie auch in den zweiten engeren Kreis des Glaubensgeheimnisses eingeführt werden, nämlich sie erkannten sich nun in Christus. Welch hohes

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Eine dreifache Glaubenstatsache (1): Christus im Vater

Für den christlichen Glauben ist die Inkarnation, also die Fleischwerdung Christi, von entscheidender Wichtigkeit. „Niemand hat Gott je gesehen…“, macht das Johannesevangelium klar. Gott ist Geist und steht als Ursprung allen Lebens in einem Verhältnis zur Schöpfung, das für uns schwer zu fassen ist; Gott ist nicht ein „Ding“, das man im von ihm erschaffenen Universum irgendwie lokalisieren könnte (die negative Theologie betont die Unangemessenheit unseres Redens von Gott). Der Satz aus dem Johannesevangelium geht

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Ray Ortlund: Das Evangelium. Wie die Gemeinde die Schönheit Christi darstellt

Was macht die Gemeinde Jesu einzigartig? Die Einzigartigkeit der Gemeinde ist nicht in den Leuten begründet, aus denen diese Gemeinde besteht, sondern in Jesus Christus selbst und seiner Botschaft, die ja die Gemeinde überhaupt erst begründet. Dennoch sollte die Botschaft Jesu, das Evangelium, gerade diese gewöhnlichen Leute ganz außergewöhnlich verändern. „Daran wird jedermann erkennen“, erklärt Jesus, „dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt“ (Joh. 13,35). Das Kriterium für Glaubwürdigkeit, das Jesus selbst

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„Herr, erhalte mein Gedächtnis frisch!“

Leid und Schwierigkeiten gehören zu jedem Leben dazu. Sehr oft sind wir selbst die Ursache für Leid im Leben unseres Nächsten. Gleichzeitig erfahren wir Leid von anderen. Wie aber sollen wir damit umgehen? Sollen wir es vergessen? Verdrängen? Oder ständig mit uns herumtragen? Welche Rolle spielt dabei die Erinnerung? Gegen Ende des letzten Jahres habe ich wieder einmal zu Charles Dickens Weihnachtserzählungen gegriffen und die Erzählung „Der verwünschte Mann“ gelesen. Bei diesem handelt es sich

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