Glaube an das Wort

Durch gewisse Ereignisse ins Nachdenken gekommen, beschäftigt mich in letzter Zeit immer wieder die Frage, warum manche Menschen durch den Kampf des Glaubens in Krisen geraten, aus denen sie selbst nicht mehr herauskommen und am Glauben verzweifeln. Ohne ein pauschales Urteil fällen zu können und zu wollen, findet sich für mich oftmals darin bestätigt, dass sie in gewissem Sinne Opfer ihres Theologieverständnisses, ihrer Sicht von Gott werden. Das beinhaltet meistens ein diffuses Verständnis vom Wirken des Heiligen Geistes und daraus folgend eine ungesunde Schwerpunktlegung auf die eigenen Gefühle. Passend dazu habe ich heute einen guten Text von Charles C. Ryrie gelesen, der in der Auslegung eines Wunders aus Johannes 4 auf die Rolle von Zeichen und Wundern eingeht:

Ein Glaube, der abhängig ist von Zeichen und Wundern, ist nie so tiefgründig oder fest wie das unmittelbare, von Herz zu Herz gehende Verhältnis, das eine Person einfach beim Wort nimmt. Ein oberflächlicher Glaube bedarf der Versicherung der ausgestreckten Hand, der hörbaren Stimme, der körperlichen Gegenwart; er erfleht die Unterstützung, die das Äußerliche und Körperliche, das Sinnliche und Gefühlsbetonte anspricht. Wird ihm dieses versagt, ist er in Gefahr zu sterben. Ein solcher „Glaube“ aber verdient schwerlich diesen Namen, obwohl er bedauerlicherweise allzu häufig bei uns allen vorkommt. Wir sind mutige Schwimmer, solange wir in unserer Tiefe bleiben. Wir sind gewaltige Soldaten, solange wir unsere feste Burg nicht verlassen. Wir glauben, solange wir die Bestätigung sehen oder fühlen.

in: Ryrie, Charles C., Die Wunder Jesu, Dillenburg 1998, S. 23f..

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