Ironie in der Bibel?

Thomas Schirrmacher schreibt dazu in der Ethik:

„Ironie, Humor, ja Witz finden sich oft im Alten und Neuen Testament, werden aber von vielen konservativen wie kritischen Auslegern und Christen als unchristlich abgelehnt. Das wird jedoch dem biblischen Befund nicht gerecht, in dem Witz, Humor und Ironie ein wesentliches Mittel der Seelsorge und der Erkenntnisvermittlung sind.“

Er bemerkt weiter, dass Luis Kretz in seiner Untersuchung „Witz, Humor und Ironie bei Jesus“ zu folgendem Schluss kommt:

„Scherz und Witz finden sich aber bei Jesus keineswegs bloß am Rande, keineswegs bloß in Nebensächlichkeiten. Wir beobachten, dass er sehr oft hohe und höchste Gedanken, solche sogar, die den Kern seiner Lehre betreffen, in Worte kleidet, aus denen Witz herausleuchtet.“

Den nächsten Satz halte ich für wichtig:

„Und der Witz wird nie den Ernst des Gedankens beeinträchtigen, er wird im Gegenteil die Aussage und ihren Ernst emporheben, ja bisweilen den Gedanken erst richtig verständlich machen. Es ist deshalb nicht abwegig, dem Witz in den Worten Jesu nachzuspüren. Das führt nicht vom Wort weg, sondern zu ihm hin.“

zitiert aus: Thomas Schirrmacher. Ethik, Band 3: Das Gesetz der Freiheit. Die Differenzierung von Gottes Willen, S. 275f.

Ein Gedanke zu „Ironie in der Bibel?“

  1. Es geht hier also nicht um den Anfangswitz in den Werner-Gitt-Predigten 😉
    Nein, versteht das bitte nicht falsch, ich habe absolut nichts gegen Werner Gitt, sondern schätze ihn.
    Interessant wäre für mich allerdings mal ein konkretes Beispiel von dem, was oben erläutert wird. Wo unterstreicht ein Witz einen ernsten Gedanken?

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