Christus allein

Buchempfehlung: Glauben wozu? Religion im Zeitalter der Skepsis

Ich erinnere mich an eine Zeit, in der ich als Jugendlicher das Thema Apologetik für mich entdeckte und mit Begeisterung Werke wie Josh McDowells Die Fakten des Glaubens: Die Bibel im Test. Fundierte Antworten auf herausfordernde Fragen an Gottes Wort las. Jetzt, so dachte ich, bin ich gewappnet für die Verteidigung des Glaubens. Nur: Ich musste im Laufe der Jahre zunehmend feststellen, dass das nicht „funktioniert.“ Die vielen Argumente verpuffen, weil die Gesprächspartner sich gar nicht für

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400 Jahre Synode von Dordrecht, oder: Die Geburtsstunde der fünf Punkte

Vor 400 Jahren saßen im holländischen Dordrecht „von November 1618 bis zum Frühjahr 1619 rund einhundert Vertreter verschiedener nationaler Kirchen zu Beratungen bei der ersten und einzigen gesamteuropäischen Synode der Reformierten zusammen“, schreibt Holger Lahayne, dessen Artikel ich hier umreiße. Der Ausgangspunkt für diese außergewöhnliche Synode war die in fünf zusammenhängenden Punkten dargelegte „Remonstranz“ (d. h. eine Art Gegendarstellung), die 1610 von Schülern von Jacobus Arminius als Ablehnung der calvinistischen Lehre vorgelegt wurde. Sie forderte die

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John Rutters geistliche Musik

Anfang Oktober, während des Erntedank-Gottesdienstes, bin ich nach einigen Jahren wieder John Rutter begegnet. Nicht persönlich, aber in einem seiner Werke. Kennengelernt habe ich ihn über Larry Nickel, der einige der Kompositionen Rutters mit dem West Coast Mennonite Chamber Choir aufgenommen hat. John Rutter wurde 1945 in London geboren und studierte Musik am Clare College in Cambridge. Auf seiner Homepage schreibt er über seine Anfänge: Seit ich gehen und sprechen gelernt habe wollte ich Musiker sein. Ich entdeckte

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Psalm 88: Keine Hoffnung!?

Etwa zwei Drittel der Psalmen enthalten Passagen, in denen der Beter in einer schwierigen Situation steckt. Meistens gibt es ein Happy End oder zumindest einen Ausblick, dass Gott helfen wird. Dem Psalm 88 fehlt eine solche Perspektive. Es ist wohl der düsterste Psalm, was die emotionale Lage des Beters betrifft. Es ist das Gebet, wo der Beter kein Licht am Ende des Tunnels sieht. Aber halt! Ist das wirklich so? Enthält der Psalm keinen Hoffnungsschimmer?

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Aufgeklärte Hoffnungslosigkeit

In einem Seminar, an dem ich teilnehmen durfte, wurde in verschiedenen Vorträgen das unterschiedliche Verständnis menschlicher Freiheit diskutiert. Unter anderem ging es in einem Vortrag um die Freiheit, die der aufgeklärte Mensch spätestens mit Immanuel Kant in seiner Vernunft entdeckt haben will. Ich möchte an dieser Stelle nur eine kleine Beobachtung beschreiben, die ich beim Vortrag gemacht habe. Sie deutet etwas von der Konsequenz einer Weltanschauung an, die sich übermäßig auf die Vernunft des Menschen

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Joshua Harris – erfolgreich gescheitert?

Joshua Harris, der manchen z.B. durch das Buch Ungeküsst und doch kein Frosch bekannt sein dürfte, hat bekanntgegeben, sich von seiner Frau zu trennen. Hanniel schreibt: Zuerst nehme ich wahr, was Menschen nach vollzogenem Bruch und der Neuorientierung betonen und wovon sie nicht sprechen. Sie sprechen von ihren wundervollen Kindern; sie verschweigen, dass diese bereits schrecklich unter ihrer Sünde gelitten haben und weiter leiden werden. Sie sprechen von einer schwierigen Zeit; sie schweigen darüber, ob

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Spaß und Freizeit zwischen Götzen- und Gottesdienst

In der FEG München-Mitte gibt es aktuell eine Predigtreihe zu verschiedenen Götzen. Ron Kubsch hat am Sonntag in einer Predigt thematisiert, wie Spaß und Freizeit zu Götzen in unserem Leben werden können. Er gibt dafür zunächst einen groben Überblick über den 1. Korintherbrief, um aufzuzeigen, dass der Umgang mit christlicher Freiheit für die Korinther eine wichtige Frage darstellte. Als zweites zeigt er anhand von 1. Korinther 9,24-27 einige Leitmotive im Leben von Paulus auf, an

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David Powlison: Bitte Gott um eine persönliche Ermutigung

Als David Powlison, der „größte Denker der ‚Biblische Seelsorge‘-Bewegung“ (Ron Kubsch), Anfang Juni starb, habe ich einige Nachrufe auf ihn gelesen. Bemerkenswert fand ich den Hinweis, den Powlison Ray Ortlund gab, als er sich in einer tiefen Krise befand. Er berichtet: Ich kann mich nicht an seine genauen Worte erinnern. Aber sie lauteten ungefähr so: „Ray und Jani, ihr leidet. Und es wird nicht allzu schnell besser werden. Hier ist mein Rat: Bitte den Herrn um

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Von Schuhen und Gesetzlichkeit

Sergej Pauli hat eine nette Geschichte über Schuhe geschrieben. Sie bringt zum Schmunzeln, vor allem wenn man den Hintergrund kennt, aus dem heraus er schreibt. Was aber wichtiger ist: Sie enthält wichtige Lektionen über Gesetzlichkeit: „Es war einmal vor gar nicht so langer Zeit, in einer Freikirche, die das Evangelium kannte und mutig verkündigte. Doch von Jahr zu Jahr wurde man immer stolzer darauf, dass man besonders „bibeltreu“ sei. Man war froh, viele historische Fehler

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Können Mennoniten-Brüder-Gemeinden reformiert sein?

Diese Frage stellt sich für manche russlanddeutsche Gemeinde, deren Wurzeln häufig bei den Mennoniten-Brüdern liegen, nicht nur theoretisch. Durch den Einfluss reformierter Theologen aus dem englischsprachigen Raum werden Gemeinden herausgefordert, ihr Selbstverständnis zu überdenken. John Neufeld, der jahrelang Pastor einer der größten MBG-Gemeinden in Kanada war, würde die Frage mit „Ja“ beantworten. Die Mennoniten-Brüder in Nordamerika und Russland bzw. Deutschland haben über die Jahre zwar unterschiedliche Entwicklungen genommen, teilen jedoch dieselben theologischen Wurzeln. Zudem stehen

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