Was wir von Francis Schaeffer lernen können (5): Die Wichtigkeit des Denkens in Weltbildern

Schaeffer erinnert uns:

„Ausgehend von den ungeheuren Verschiebungen, die in der Gesellschaft stattgefunden haben, ist es wichtig zu erkennen, dass wir in einem Kampf stehen, bei dem es nicht nur um diesen oder jenen Punkt der christlichen Wahrheit geht. Es geht um ganze Systeme von Weltbildern“ S. 37

Was bedeutet das für die Evangelisation?

„Wie Paulus in Athen wusste er [d.h. Schaeffer]: Wenn er nicht zuerst einen biblischen Bezugsrahmen, d.h. ein Weltbild, entwickelte, würde die Verkündigung des Evangeliums keinen Sinn ergeben, und seine Zuhörer würden das Evangelium nicht als das hören, was es wirklich ist“ S. 39

Schaeffer vertrat deshalb die Auffassung,

dass wir ‚Prä-Evangelisation‘ betreiben müssen, was er eng mit Apologetik verband.“ S. 39

Apologetik bedeutete für Schaeffer, Menschen Gründe zu nennen, warum wir glauben, dass das christliche Weltbild wahr ist. Es bedeutete für ihn jedoch auch, das Evangelium innerhalb des Weltbildes der Menschen unserer Generation, in Begriffen die sie verstehen, weiterzugeben.

Das wirkte sich im Leben Schaeffers praktisch so aus, dass er in seiner Evangelisation und seiner Darbietung des christlichen Glaubens nicht mit ‚Nimm Jesus als Retter auf!‘ begann. Stattdessen pflegte er dort zu beginnen wo die Schrift beginnt. Er fing mit der Lehre von Gott an, damit, die Weltbildstrukturen des christlichen Glaubens zu errichten, die in der Lehre von der Schöpfung, der Offenbarung und dem historischen Sündenfall gründen, und dann, und wirklich erst dann ging er zur Erlösung über“ S. 39

Stephen J. Wellum folgert:

„Wenn wir von Schaeffer an diesem Punkt lernen wollen, muss unser Denken, Lehren, Predigen und Leben viel mehr ‚weltbildlich‘ sein. […] Daher müssen wir […] härter daran arbeiten, den Menschen zu zeigen, wie die Teile der Schrift als ein schlüssiges Ganzes zusammenhängen, und wie diese Teile zur Bildung eines Weltbildes führen.“ S. 40f.

aus: Stephen J. Wellum: Francis A. Schaeffer (1912-1984): Lehren aus seinem Denken und Leben. Warum das Leben und Denken von Francis Schaeffer studieren? in: Ron Kubsch (Hg.): Wahrheit und Liebe. Was wir von Francis Schaeffer für die Gegenwart lernen können. vkw: Bonn 2007, S. 17-63.

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