C. S. Lewis: Die große Scheidung

Kürzlich las ich C. S. Lewis´ Erzählung „Die große Scheidung“. Hier einmal der Klappentext des Buches:
Diese milde und gelöst heitere Traumdichtung ruht auf theologischem Fundament; sie verbindet poetische und theologische Elemente zu schöner Einheit. Die große Scheidung, von der hier die Rede ist, meint die Entscheidung zwischen Sein und Nichtsein, zwischen Himmel und Hölle, zwischen Gut und Böse. Ein Omnibus mit einer Handvoll beliebiger Zeitgenossen reist in die Sphäre ewigen Frühlings und Sonnenaufgangs. Weit vor einem hohen Gebirge wird gehalten, und die Passagiere haben Gelegenheit, in einer fremdartigen Flora und Fauna mit durchsichtigen Geistern in herrlichen nackten Leibern zu reden. Lewis hat für die Sichtbarmachung dieses Niegesehenen seine keltische Phantasie und anglikanische Theologie aufregend aktualisiert. Richard Seewald Zeichnungen sind so gläsern-glasig konturiert, wie man es bei einer übersinnlich-sinnlichen Geschichte erwarten darf. 
Ich möchte das Buch an dieser Stelle empfehlen. Wie der Klappentext schon sagt, spielt die Erzählung in der Sphäre ewigen Frühlings, quasi am Anfang des Himmels. Die Besucher des Landes, die mit dem Omnibus ankommen und bei der Ankunft zu Schattenwesen werden, treffen auf ihnen bekannte (verklärte) Menschen, von denen sie zum Himmel, zu Gott selbst, eingeladen werden. Die meisten Menschen sind jedoch so sehr auf sich selbst, oder auf eine Sache fixiert, dass es für sie nicht möglich ist sich selbst aufzugeben, einen festen Körper zu bekommen (die Ankömmlinge sind ja alle Schattenwesen) und bei Gott selbst, welcher absolute Wirklichkeit ist, Erfüllung zu finden.
Ein selbstgerechter Zeitgenosse beispielsweise, ist dermaßen von seiner ehemalige Anständigkeit überzeugt, dass es ihm überhaupt nicht in den Sinn kommt um Vergebung zu bitten, von der ihm ein Bekannter erzählt. Er ist davon überzeugt, würde er sein Recht bekommen, wäre er schon lange im Himmel. Er muss zurückkehren.
Ein ehemaliger (liberaler) Theologe ist durchaus bereit über Gott als Idee zu sprechen, zu diskutieren und zu debattieren, aber mit dem Gedanken einzugestehen, dass er falsch lag, um jetzt die Wirklichkeit Gottes zu erleben, kann er absolut nichts anfangen.
So werden viele Gespräche aufgezeichnet, die – wenn ich so sagen darf – unsere menschliche Dummheit, unsere Naivität und unseren Eigensinn aufzeigen.   
Wichtig ist, glaube ich, auch der Schluss der Erzählung. C. S. Lewis bekommt von seinem Lehrer, der ihn durch das Land begleitet und mit dem er viele Gespräche anhört, gesagt:
„[…] Verlange nicht mehr von einem Traumgesicht, als ein Traumgesicht geben kann.“
„Ein Traum? Dann – dann – bin ich nicht in Wirklichkeit hier?“
„Nein, Sohn“, sagte er gütig und nahm meine Hand in seine. „So gut ist es nicht. Der bittere Trank des Todes steht Euch noch bevor. Ihr träumt nur. Und wenn Ihr einmal von dem erzählt, was Ihr gesehen habt, dann sagt deutlich, dass es nur ein Traum war. Seht zu, dass Ihr es ganz deutlich macht. Gebt keinem Narren einen Vorwand, zu meinen, Ihr beanspruchet Wissen von dem, was kein Sterblicher weiß […]“
„Gott möge das verbieten, Herr“, sagte ich und versuchte, sehr weise dreinzuschauen.
„Er hat es verboten. Das ist´s was ich Euch sage.“
So wird deutlich, dass Lewis nicht beansprucht von Gott eine Vision erhalten zu haben, in der er gesehen hat was geschehen wird. Wie im Klappentext angeklungen, hat Lewis natürlich auch seine Phantasie spielen lassen. Ich möchte das Buch nochmals wärmstens, als sehr inspirierend, empfehlen. Es wurde übrigens schon einmal aus „Die große Scheidung“ zitiert.
Hier geht es zur Einkaufsmöglichkeit.

Ein Gedanke zu „C. S. Lewis: Die große Scheidung“

  1. C.S. Lewis ist einer der genialsten Schriftsteller des 20. Jhd.
    Ich hab das Buch letztes Jahr gelesen. Es ist keine theologische Abhandlung, sondern zeigt seine individuelle Meinung. Es ist ein interessantes Buch, das Fragen aufwirft.

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