Geh unter der Gnade

Das Lied „Geh unter der Gnade“ von Manfred Siebald ist in christlichen Kreisen weit verbreitet. Vielen Menschen wurde und wird dieses Lied als Segenswunsch für einen neuen Lebensabschnitt mitgegeben.

Zur Entstehunggeschichte dieses Liedes schreibt Manfred Siebald in seinem Buch „Gib mir den richtigen Ton“ folgendes:

Das Lied „Geh unter der Gnade“ entstand 1987 als Ausdruck meiner guten Wünsche, die den Verleger Friedrich Hänssler an seinem 60. Geburtstag in einen neuen Abschnitt seines Lebens begleiten sollten. Schon lange war dieser kurze, prägnante Satz mit mir gegangen. In dem autobiographischen Buch „A Severe Mercy“ (Eine harte Gnade) von Sheldon Vanauken hatte ich gelesen, wie Freunde um den Literaturwissenschaftler und christlichen Apologeten C. S. Lewis sich mit dem Satz „Go under the mercy“ voneinander verabschiedeten.
Die Einfachheit dieses Abschiedsgrußes und die Natürlichkeit, mit der darin die Gnade und Barmherzigkeit Gottes in Anspruch genommen werden, berührten mich tief. Ich trug den Satz lange in mir herum, bis er mir (auf einer langen Autofahrt durch Südfrankreich in Richtung Korsika) als Formulierung meiner Geburtstagswünsche wieder einfiel. Ich entwickelte ihn weiter, ersetzte den rhythmisch hier schwer singbaren Begriff „Barmherzigkeit“ durch das einfachere, aber auch umfassendere Wort „Gnade“ und versuchte zu beschreiben, dass das Leben unter der Gnade Gottes zwar ein Geschenk ist, dass dieses Geschenk aber immer wieder angenommen werden will. Dass mich ein geschenkter Regenschirm an einem stürmisch-nassen Tag beschützen kann, werde ich feststellen, wenn ich ihn festhalte und unter ihm bleibe. Und um Gottes Gnade zu erfahren, muss ein Mensch die Nähe Gottes suchen: „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch“ (Jakobus 4,8).
Im Bild der Zeit als Kleid – alt und vertraut oder neu und ungewohnt – beschrieb ich den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt als menschliche Schwierigkeit und gleichzeitig göttliche Gelegenheit.
In diesem Sinne also an jeden Leser: Go under the mercy! Eine gesegnete Woche.

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