Der Gottesdienst war großartig! Lass uns nicht darüber reden

Ein Post von Colin Marshall, der über die „Gospel Coalition“ veröffentlich wurde, zog kürzlich meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich habe den Beitrag teilweise (und freizuügig) übersetzt:

Wir haben gerade das Wort gelesen und verkündigt bekommen, unserem großen Gott gesungen und um Barmherzigkeit in schwierigen Zeiten gebeten. Und dann nutzen wir unsere Zeit nachher um über den gestrigen Film, das Spiel, unser Hobby, den Zustand der Nation zu, oder worüber auch immer zu reden. Alles, außer die großen Wahrheiten des Evangeliums, die wir gerade gehört haben und durch die wir gerettet sind. Warum tun wir dies?

 

“Durchfahr-Gemeinde” hilft nicht. Wir haben sechs andere Verpflichtungen am Sonntag, also versuchen wir, so effektiv wie möglich, durch den Gottesdienst zur nächsten Sache zu kommen. Einige von uns haben einfach nie darüber nachgedacht, nach dem Gottesdienst Gespräche über die Predigt zu haben (abgesehen davon, den Prediger mit irgendwelchen Dingen zu belästigen). Andere wissen, dass es verrückt ist über alles, außer über Gott, zu sprechen, doch sie fühlen sich immer noch unwohl dabei „geistliche“ Gespräche anzufangen. Wir waren niemals in dem Zusammenhang wo es normal war. Manchmal – vielleicht zu oft – verlassen wir den Gottesdienst ohne von Gott, durch Wort und Geist, eingenommen worden zu sein – und haben zu niemandem etwas zu sagen.

 

Das grundlegende Problem ist unsere “Verbraucher-Sicht” von der Gemeinde – eine nicht überraschende Konsequenz der westlichen “was-ist-für-mich-drin”-Kultur. „Gemeinde ist für mich, aufgerichtet von einigen Professionellen und ihrem Team“, nehmen wir an. Gewiss, mit dieser Einstellung ist eine Vertiefung in geistliche, ermutigende Gespräche nicht auf der Agenda.

 

Ironischerweise können die, die eine dienende Einstellung haben – also das Gegenstück der Verbraucherleute – es ebenso schwer finden sich in Gespräche über Gott zu vertiefen. Die Geschäftigkeit des Dienens kann uns davon abhalten andre zu ermutigen. Dienen kann dazu führen, dass wir meinen wir haben genug getan, indem wir zu der Organisation der Dinge beigetragen haben.

Weiterhin geht Colin Marshall darauf ein, warum wir uns überhaupt treffen und wie christliche Gemeinschaft im biblischen Sinne aussieht. Hilfreich ist hier die Tim Keller-Predigt „Hope for the Church“, zu der es hier eine Zusammenfassung gibt.

Wie kann man aber nun etwas ändern? Colin Marshall schlägt einige „What to Asks“ vor:

(1) Pray during the service that God would lead your conversations, and pr for specific people around you.

(2) Listen to what God is saying to you through the sermon (or songs, creeds, and so on) and formulate a comment or question to start a conversation. This past week at our church, the sermon was on what it means to praise the Lord, from Psalms 146-150. Since I was thinking about this article (and, I hope, for more godly reasons), I picked out two things to try as conversation-starters after church.

(3) With another couple we somehow got into a conversation about their blended family, and I reminded them of God’s favor towards the alien, orphans, and widows (Ps. 146). Since the husband is not yet a believer, I was deliberately talking about God’s character. I have no idea what effect it had on him.

(4) Even if the conversations don’t always get off the ground, your enthusiasm for learning the Bible and knowing God will be contagious. And non-Christians will see that church isn’t dull and boring but fascinating and life-shattering.

(5) These intentional conversations after church will sometimes lead to prayer for one another. Why not stop for a moment and give thanks or petition God for some need?

(6) Another way to deepen our fellowship is to ask each other how we came to salvation in Christ. Sometimes we’ve been in church with people for years without ever learning their story. The other day at church I asked a guy named Phil how he became a Christian, and we discovered God had worked in us in very similar ways as young men. The door is now open to building a friendship with this brother. What a joy!

 

Der Nutzen, der durch das Arbeiten an diesen “Ermutigungs-Gesprächen” entsteht, geht weit über die paar Minuten nach dem Gottesdienst hinaus. Unsere Versammlungen werden reicher und das gegenseitige Teilhaben am Evangelium erhöht sich. Wir kennen einander als Gottes Familie und nicht als anonyme Zuhörer einer Veranstaltung.

 

Darüber hinaus bin ich überzeugt, dass wir nicht so ohne weiteres mit unseren ungläubigen Nächsten über das Evangelium sprechen können (zumindest teilweise), weil wir es nicht mal gelernt haben mit anderen Christen über Gott und unser christliches Leben zu sprechen. Wie wollen wir Ungläubige von Gottes Gnade begeistern, wenn wir nicht einmal mit unseren Brüdern und Schwestern über diese großen Wahrheiten sprechen – insbesondere nach dem gemeinsamen Hören einer Predigt?

Der vollständige (originale) Beitrag kann hier nachgelesen werden.

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