Drei Fragen an Max Raabe

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In der aktuellen pro-Ausgabe werden drei Fragen an den bekannten Sänger Max Raabe gerichtet:

Mit Musik im Stil der 20er und 30er Jahre machte sich Max Raabe im In- und Ausland einen Namen. Der 51-jährige Bariton war Messdiener und im Kirchenchor, besuchte ein katholisches Internat und schätzt Gotteshäuser.

Sind Sie ein gläubiger Mensch?

Ich bin gläubiger Christ. Wobei ich sagen muss, dass sich der Gottesdienstbesuch auf ein sträfliches Maß reduziert hat. Ich schieb‘ das ein bisschen auf den unsteten Lebenswandel. Aber ich sehe, dass andere, die einen ähnlichen Beruf ausüben, das hinbekommen. Im Grunde bleibt das schlechte Gewissen. In Berlin gibt es aber verschiedene Pfarreien, in die ich gerne gehe. Ich experimentiere mich so von Gemeinde zu Gemeinde, bis ich die richtige gefunden haben, in die ich immer gehen kann.

Sie haben einmal gesagt, Ihr Beruf sei ein Geschenk. Betrachten Sie Ihr Talent als eine Gabe Gottes?

Auf jeden Fall. Deswegen wird man von mir nie Worte wie Stolz hören. Ich bin dankbar, dass ich so beschenkt bin, dass ich mit dem, was mir Freude macht, mein Geld verdienen kann. Natürlich ist das auch anstrengend, man muss was dafür tun – aber es gibt ja viele Leute, die sehr viel tun und trotzdem nicht weiterkommen. Dieses Quäntchen, dass es doch was wird, ist das Geschenk, und darauf kann ich mir nichts einbilden.

Was sind Ihre kirchenmusikalischen Lieblingsstücke?

Ich mag die mittelalterliche Kirchenmusik sehr gern. Das alte Notenbild und die gregorianischen Gesänge fand ich immer sehr beeindruckend – aber vor allem als Ausführender, weil momentan leider zu viel dummes Zeug geliefert wird von Leuten, die herumreisen, sich als Mönche verkleiden oder, wenn es noch schlimmer kommt, sogar welche sind. Ich finde das fremd. Und natürlich führt kein Weg anBach vorbei, auch wenn er Protestant ist. Die schönsten Kirchenlieder kommen aus der protestantischen Ecke, das muss man sagen.

 

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