Benedikt Peters: Wir brauchen Offenbarung

Wäre dem Menschen das alles nicht enthüllt worden, könnte er darüber nichts wissen. Darum ist es in sich widersprüchlich, die Heilige Schrift als eine nur begrenzt glaubwürdige und mit Irrtümern behaftete Offenbarung Gottes zu bezeichnen. Warum widersprüchlich? Wenn wir Offenbarung nötig haben, dann doch nur deshalb, weil wir aus uns und mit unseren Fähigkeiten Gott nicht hinlänglich und nicht zuverlässig erkennen und seinen Heilswillen nicht verstehen und von seinen Heilsratschlüssen nichts wissen können. Wir haben Offenbarung nötig, weil wir in dieser Sache Unmündige sind. Beginne ich dennoch, die geschriebene Offenbarung Gottes zu hinterfragen, tue ich so, als ob ich auf Offenbarung nicht angewiesen wäre. Mein Verstand und kritisches Urteilsvermögen seien tüchtig genug, mir zuverlässiges Wissen und gesicherte Erkenntnis über Gott, über die Herkunft und Zukunft aller Dinge, über das Jenseits und über die Ewigkeit zu vermitteln. Was für ein Wahn! Einer Offenbarung kann ich mich nur bedingungslos beugen. […]

zitiert aus: Peters, Benedikt, Bibel und Offenbarung, in: Facius, Daniel (Hrsg.), Der Bibel verpflichtet. Mit Herz und Verstand für Gottes Wort, Dillenburg 2015, S. 63.

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