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Gebet

Zwei Ermutigungen zum Gebet

Wir alle beten viel zu wenig. Das kann verschiedene Ursachen haben. Stolz (ich komme allein zurecht) oder das Gefühl der Unwürdigkeit. Oder schlicht Unglaube. Denn das Gebet drückt aus, was wir glauben: dass wir erlösungs- und hilfsbedürftig sind und Gott allmächtig, unser Erlöser und Helfer.

Kürzlich las ich das Kapitel „Beten Sie?“ aus dem (fast) gleichnamigen Buch „Beten Sie?!“ von J.C. Ryle, was die Rolle Und Bedeutung des Gebets eindrücklich schildert. Am Ende fanden sich zwei Ermutigungen zum Gebet.

Christus: unser Zugang zu Gott

Für alle Hindernisse unserseits ist von Gott vorgesorgt. Die Angst muss nicht mehr sein, denn der Zugang zum Angesicht Gottes ist durch Jesus ermöglicht. Die Heiligkeit Gottes muss keinen mehr abschrecken, denn in Christus sind wir geheiligt, sodass wir uns dem Thron Gottes nahen dürfen. Auch wenn wir uns unwürdig fühlen, Christus verleiht uns Würde:

„Es gibt einen Weg, durch den jeder, wie sündig oder unwürdig er auch sein mag, sich Gott, dem Vater, nähern kann. Jesus Christus hat den Weg durch sein Opfer für uns am Kreuz frei gemacht. Sie brauchen nur zu Gott im Namen Jesu rufen und (…) werden Gott auf dem Gnadenstuhl finden – bereit und willig zum Hören. Der Name Jesu verschafft einen Zugang, der nie seine Wirkung verfehlt. In diesem Namen können wir uns Gott furchtlos nehmen und im Vertrauen bitten.“ Seite 18

Der Heilige Geist: unsere Hilfe

Der Heilige Geist ist eine Hilfe im Gebet. Wir müssen uns nicht sorgen, weil wir nicht wissen was wir sagen sollen. Der Heilige Geist wird uns die Worte schenken.

„Der Heilige Geist steht immer bereit, um die Schwachheiten unserer Gebet auszugleichen. Es ist eine seiner besonderen Aufgaben, uns in unserem Bemühen, mit Gott zu reden, Hilfe zu gewähren. Wir müssen nicht niedergeschlagen sein und bekümmert sein, weil wir befürchten, nicht zu wissen, was wir sagen sollen. Der Geist wird uns die Worte schenken, wenn wir seine Hilfe in Anspruch nehmen.“ Seite 19

Gebet und Glaube

Mich hat dieses Kapitel sehr nachdenklich gemacht. Die Frage „Beten Sie?“ kann ich nicht zufriedenstellend beantworten. Natürlich bete ich, aber viel zu wenig. Wenn ich mein persönliches Gebetsleben beobachte und daraus meinen Glauben bewerten sollte, dann komme ich zu dem Schluss, dass mein Glaube klein ist. Ich traue Gott wenig zu (oder mir zu viel). Was meine ich damit? Wenn zum Beispiel eine Herausforderung ansteht (und davon gibt es täglich viele), dann versuche ich diese erst einmal selbst zu lösen. Erst wenn ich nicht weiterkomme, dann bete ich. Was sollte ich ändern?

Ich könnte mir vornehmen, mehr zu beten, aber wäre das nicht kontraproduktiv? Das Gebet ist ja nicht Weg zu Rettung, wie es in dem erwähnten Kapitel wunderbar erklärt wird. Genau so wenig ist es, so denke ich, der Weg zur Heiligung, sondern es ist Ausdruck des Glaubens. Ich musste in diesem Zusammenhang an den Ausspruch des Mannes aus dem Neuen Testament denken, der zu Jesus folgendes sagte: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“

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