Christus allein

Bonhoeffer: Sich selbst für den größten Sünder halten

Wieder einmal trifft Bonhoeffer den sprichwörtlichen Nagel auf dem Kopf: Schließlich muss noch ein Äußerstes gesagt werden. Sich nicht für klug halten, sich herunterhalten zu den Niedrigen, heißt ohne Phrase und in aller Nüchternheit: sich selbst für den größten Sünder halten. Das erregt den ganzen Widerspruch des natürlichen Menschen, aber auch den des selbstbewussten Christen. Es klingt wie eine Übertreibung, wie eine Unwahrhaftigkeit. Und doch hat Paulus selbst von sich gesagt, dass er der vornehmlichste,

Weiterlesen

C. S. Lewis: Der ideale Tagesablauf

Wenn wir schon bei interessanten „Lewis“-Zitaten sind, ich hätte hier auch noch eins, gefunden bei Hanniel: Ich würde, wenn ich die Wahl hätte, immer genau um acht Uhr frühstücken und um neun am Schreibtisch sitzen, um dort bis eins zu lesen und zu schreiben. Wenn ich gegen elf eine Tasse guten Tee oder Kaffee bekommen könnte, um so besser. … Präzise um eins sollte das Mittagessen auf dem Tisch stehen, und spätestens um zwei wäre

Weiterlesen

Das Geschenk der Freundschaft

Das sind goldene Zeiten: … wenn wir, Pantoffeln an den Füßen, das Glas in Reichweite, die Beine dem Kaminfeuer entgegenstrecken, wenn sich uns Welten öffnen im Gespräch – und keiner erhebt Ansprüche, keiner ist für die anderen verantwortlich, alle sind wir frei und gleichgestellt, als seien wir uns vor einer Stunde zum ersten Mal begegnet, während uns gleichzeitig eine Zuneigung umfängt, die in Jahren gereift ist. Das Leben – das natürliche Leben – hält keine

Weiterlesen

Das Gebet in der Gemeinschaft

Dietrich Bonhoeffer schreibt in „Gemeinsames Leben“ über die Bedeutung der Psalmen in der gottesdienstlichen Gemeinschaft unter Christen. Ein Aspekt beinhaltet, dass es sich um gemeinsames Gebet handelt: […] Drittens lehrt uns das Psalmengebet als Gemeinschaft zu beten. Der Leib Christi betet, und als Einzelner erkenne ich, wie mein Gebet nur ein kleinster Bruchteil des ganzen Gebets der Gemeinde ist. Ich lerne das Gebet des Leibes Christi mitbeten. Das hebt mich über meine persönlichen Anliegen hinaus

Weiterlesen

Der Mensch im Mittelpunkt

Erwin Lutzer zitiert in einem seiner Bücher den bekannten Historiker Joseph Haroutunian: Früher ging es in der Religion um Gott. Früher war alles, was nicht unmittelbar zur Verherrlichung Gottes diente, böse. Heute ist alles Böse, was nicht zum Glück des Menschen beiträgt, und es wäre ungerecht und unmöglich, es Gott zuzuschreiben… Früher lebte der Mensch, um Gott zu verherrlichen, heute lebt Gott, um den Menschen zu dienen. in: Lutzer, Erwin, Ich und mein Gott, Bielefeld

Weiterlesen

Gottes herrliches Wort

In der Biografie von Manfred Hellmann „Es geht kein Mensch über die Erde, den Gott nicht liebt – Das Leben Friedrich von Bodelschwinghs d. Ä.“ kommt die Liebe Bodelschwinghs zum Wort Gottes wie folgt zum Ausdruck (Bodelschwingh ist mit einem ungläubigen Freund unterwegs): Die erste Wegstrecke wanderten sie zusammen mit Professor Auberlen und einigen Studenten bis zum Weißenstein, dann war er mit seinem Freund und dem gemeinsamen Schweigen allein. „Je schwerer mir selbst aber das

Weiterlesen

Der Mann, der die Bedeutung des Endes missverstand

Ich lese zurzeit eine Biografie von C. S. Lewis (hier zu kaufen, das Buch ist schon aufgrund der wunderbaren Beschreibungen von Oxford und den damaligen Verhältnissen lesenswert) und muss sagen, dass mich Lewis beeindruckt. Folgender Ausschnitt aus seinem Werk „Die große Scheidung“ zeigt – wie viele andere Schriften auch – sein Talent. Ich möchte insbesondere auf den letzten Satz aufmerksam machen: Der Lehrer erzählt eine Geschichte „Vor kurzer kam eine Kreatur her und kehrte wieder

Weiterlesen

Das Kreuz – Verbindung zwischen Gott und Mensch

Was für eine Bedeutung hat der Tod Jesu am Kreuz für die Menschheit und das Individuum? Geht es hier um meine persönliche Bestätigung im Sinne von „Wie wertvoll ich für Gott bin, dass er einen so hohen Preis zu zahlen bereit war“? Dient das Kreuz nur dazu, meinen Selbstwert zu steigern, wie es u. a. Teile der Gemeindewachstumsbewegung proklamieren? John Piper zeigt am Beispiel der Predigtgestaltung auf, welche (grundlegende) Bedeutung das Kreuz (und damit das

Weiterlesen

Der Gefühlschrist (2) – Sind Gefühle grundsätzlich zu verwerfen?

In einem vorherigen Beitrag habe ich R. C. Sproul zitiert, der die Gefahren eines gefühlsbetonten Christen aufzeigt. Jetzt stellt sich ja die Frage, ob Gefühle überhaupt keine Rolle spielen. John Piper macht in seiner Aussage deutlich, welche Position Gefühle im Glauben einnehmen sollten bzw. dürfen: Wahre Anbetung hat stets zwei Elemente: Gott sehen und ihn genießen. Diese zwei Dinge kann man nicht trennen. Um ihn zu genießen, muss man ihn sehen. Und wenn man ihn

Weiterlesen

Die Sünde der falschen Scham

Wir wurden beim RWE am Samstag nachmittag Zeugen davon, dass viele Gläubige zugaben, sich des Zeugnisses vom Herrn Jesus zu schämen. Diese Not ist nicht neu. Bach hat sich in der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ damit auseinandergesetzt und deutlich gemacht, dass das Zeugnis das ganze Leben umfassen sollte (d.h. eben mit Herz und Mund und Tat und Leben). Der Chor singt entsprechend als Erstes: „Herz und Mund und Tat und Leben

Weiterlesen