Die wirtschaftliche Zielsetzung von Gender Mainstreaming

In der Reihe kurz+bündig ist das Band „Gender Mainstreaming“ veröffentlicht worden. Der Gießener Theologieprofessor Christoph Raedel bewertet darin eines der folgenschwersten politischen Konzepte der gegenwärtigen Politik. In einem Interview mit bq (Bonner Querschnitte) anlässlich der Veröffentlichung kritisiert Raedel etwa die „kaum verschleierte wirtschaftliche Zielsetzung“ von GM:

GM mag seinen Ausgang mit politisch-ideologischen Anschauungen genommen haben, inzwischen ist das Leitparadigma aber ein wirtschaftliches. Öffentlich möchte es kein Verantwortungsträger so hart sagen, aber wir steuern mit statistisch 1,4 Kindern pro Frau auf eine demographische Katastrophe zu. Der Altersquotient der Bevölkerung steigt, die Sozialkassen gehen harten Zeiten entgegen. Eine alternde Gesellschaft braucht Leistungsträger, und Frauen sind heute durchschnittlich hervorragend (aus)gebildet. Bei GM geht es daher um das bessere Ausschöpfen der weiblichen „Humanressourcen“, also ihrer Erwerbstätigkeit. Was daran schlimm sein soll? Dass hier die Wahlfreiheit im Blick auf Lebensentwürfe unter die Räder kommt. Die Abschaffung des Ehegattensplittung wäre der nächste große Kniefall vor dem Wunsch nach mehr Frauen in Erwerbstätigkeit. Und natürlich gibt es auch gesellschaftspolitische Vorkämpfer, die auf eine solche Abschaffung hinarbeiten, weil sie das Modell der Einverdienerehe für antiquiert halten.

Hier geht es zum Interview.

2 Gedanken zu „Die wirtschaftliche Zielsetzung von Gender Mainstreaming“

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