Christus allein

Eine persönliche Frage: Wonach verlangt es dich (wirklich)?

Wenn ich dich wirklich kennenlernen möchte, wenn ich wirklich verstehen möchte, wer du bist und was dich antreibt, dann würde ich dich nicht fragen, was du weißt, wahrscheinlich nicht einmal was du glaubst, sondern was du willst, was dein Verlangen ist – mit diesem Bemerkungen (allerdings etwas ausführlicher) eröffnet James K.A. Smith seinen im Veritas Forum gehaltenen Vortrag „You Are What You Love“. Ja, was wollen wir (wirklich)? Als Christen bekennen wir uns rasch dazu, dass wir alles nur für Gott tun und er in allen Dingen geehrt werden soll. So weit, so gut. Aber glauben wir das auch wirklich, wollen wir aufrichtig, dass Gott groß wird – oder „wissen“ wir einfach nur, dass sich das so gehört?

In ihrem neuen Lied „Only Jesus“ fordern uns die Casting Crowns heraus, diese Frage neu zu überdenken. In den ersten Sätzen werden die Aufforderungen wiederholt, die von allen Seiten auf uns einprasseln: Hinterlasse eine Spur, baue dir einen Ruf auf, träume deine Träume, folge deinem Herzen und – vor allem – mache dir einen Namen, an den sich die Welt erinnert. Das Problem dabei wird in den nächsten Zeilen deutlich: Alles was eine leere Welt bieten kann, sind leere Träume. Es handelt sich um eine Lüge, dass wir uns einen bleibenden Namen machen können – bestehen bleibt nur der Name Jesu.

Im Chorus wird dann immer wieder betont, dass es nicht darum geht ein Vermächtnis zu hinterlassen, dass es egal ist, ob man in Erinnerung behalten wird; vielmehr muss jede Sekunde auf Jesus hinweisen. Im zweiten Vers wird dann die Vergänglichkeit weltlicher Ehre aufgezeigt. Die entscheidende Frage ist vielmehr, ob ich denen, die ich liebe, die Wahrheit vorgelebt habe: War mein Leben ein Beweis dafür, dass es nur um den Namen Jesu geht?

Ähnliche herausfordernde Gedanken formuliert Kari Jobe in ihrem Lied „The Cause of Christ“ (an dieser Stellte sei angemerkt, dass ich mit Jobes Musik nicht allzu sehr vertraut bin und auch nicht uneingeschränkt empfehlen würde). Dennoch lohnt es sich, über „The Cause of Christ“ intensiver nachzudenken. Direkt zu Beginn wird formuliert, worin diese Sache (cause) besteht: Das einzige, was ich im Leben möchte, ist dafür bekannt zu sein, Christus zu lieben, seine Gemeinde zu bauen, seine Braut zu lieben und seinen Namen bekanntzumachen. Wiederholt wird dann immer wieder, dass es diese Sache ist, für die ich lebe, sterben würde, für die ich alles hingebe und für die ich alles hinter mir lassen würde – meine Freude ist die Sache Christi. Nach dem letzten Chorus folgen dann noch vier Zeilen, die das Lied abschließen: Es ist nicht Ruhm, den ich verlange, auch nicht Anerkennung in den Augen meines Bruders; ich bete, dass über mein Leben gesagt wird, dass ich deinen Namen, nicht meinen, gebaut habe.

Vor allem die letzten Zeilen gehen ans Eingemachte, es geht um unser Herz. Warum dienen wir Jesus? Deshalb, weil – wie am Anfang formuliert – wir ihn, seine Gemeinde und seinen Namen lieben? Oder lassen wir vielleicht weltliche Kategorien wie z.B. die Anerkennung von anderen Christen unseren Dienst bestimmen? In Psalm 19,15 betet David: „Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes / und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser.“ David drückt im Grunde das aus, worauf auch James K.A. Smith, die Casting Crowns und Kari Jobe aus sind: Ja, es geht darum, dass die Rede unseres Mundes Gott gefällt (das können andere hören). Aber dann geht David einen Schritt weiter und spricht das Herz an: auch das Gespräch des Herzens (und das hört niemand) soll Gott wohlgefällig sein. Die Frage „Was willst du wirklich?“, hat uns James K.A. Smith eingangs deutlich gemacht, offenbart wer wir tatsächlich sind – gebe Gott, dass wir diese persönliche Frage mit Davids Gebet in Psalm 19,15 beantworten können.

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