Christus allein

Paul Washer: Das Leben als Hauch

Der reformierte Theologe, Pastor und Missionar Paul Washer erlitt Anfang des Jahres 2017 einen Herzinfarkt, der ihn länger außer Gefecht setzte und auch langfristig für Veränderungen in Dienst von Paul Washer sorgte. Etwa ein Jahr nach diesem Ereignis veröffentlichte Washer einen Artikel mit der Überschrift „Life as a Vapor“ (also in etwa „Das Leben ist ein Hauch“), wo er auf drei Bereiche seines Lebens einging, die er im Angesicht des Todes aus neuer Perspektive sah. Einer davon war sein persönliches Gebetsleben, zu dem Washer schreibt:

Das zweite ist fürbittendes Gebet. Ich habe viele alte Prediger sagen gehört, dass kein Diener auf seinem Totenbett bedauert, dass er zuviel gebetet hat – nur, dass er zu wenig gebetet hat. Gottes Wort zu studieren war nie eine schwierige Aufgabe für mich. Am Tag, nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, studierte ich und schrieb ich für mehrere Stunden; tatsächlich habe ich einen Großteil dieses Jahres allein im Studium verbracht. Tatsächlich ringt es mir persönlich mehr Disziplin ab, mir selbst die Freude am Studieren zu verwehren als dass ich mich selbst zum Studieren zwingen müsste. Die herrliche Güte Gottes provoziert das erneuerte Herz geradezu dazu, ihm nahe zu kommen und viel über ihn nachzudenken. Im Gegensatz dazu ist fürbittendes Gebet wirklich Arbeit für mich. Treffender müsste man sagen, es ist Krieg – Krieg mit meinem Fleisch, mit der Uhr, mit dem Teufel. Wie sehr hasst mein Fleisch fürbittendes Beten, Fasten und nachts zu wachen um zu beten. Wie viele Male hat mein Fleisch gegen besseres Wissen triumphiert, mich zurück ins Bett oder an den Schreibtisch gezogen. Ja, mein Fleisch will lieber Bibelstudium als Fürbitte. Aber es sind die Gebetskammer und die Nachtwachen, wo die Finsternis zurückgedrängt wird, dass Christus im Herzen Boden gewinnt, dass Seelen erlöst werden, und dass Schlachten gewonnen werden. Die Gebete von Gottes Heiligen steigen von der Erde auf wie ein schwacher und kraftloser Schrei. Aber wenn der Weihrauch des Himmels dazu kommt, kehren sie mit der Kraft des Donners, des Blitzes und der Erdbeben zurück (Offenbarung 8, 3-5). Warum renne ich nicht zur Kammer, zur Nachtwache, zu den Zeiten des Alleinseins mit Gott? Möge Gott mir und euch helfen, die Tage auf der Erde mit gläubiger, ausharrender und priorisierter Fürbitte zuzubringen!

Der ganze Text kann hier (in der Originalversion) und hier (in der deutschen Übersetzung) gelesen werden.

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