Christus allein

J. I. Packer für eine neue Generation: Einführung in Leben und Werk (Rezension)

Bei diesem Titel handelt es sich um ein e-Book, das von Hanniel Strebel geschrieben wurde und zu einer Reihe gehört, die der Autor hier einführt. Ich finde das Anliegen von Hanniel sehr gut, verschiedene Denker des 20. Jahrhunderts einer neuen, also unserer, Generation zugänglich zu machen.
Diesem Anliegen wird das Buch von Hanniel über Packer sehr gerecht.

Sehr gut gefällt mir, dass er auch Schwächen oder Kritik nicht unerwähnt lässt und den Leser nicht zu einem kleinen Packer werden lassen will:
„Es liegt mir nichts ferner, als eine Person auf den Sockel heben. Die Vergötterung idealisierter Personen ist eine ständige Gefahr. Wechselweise setzen wir Menschen uns selbst oder andere ins Zentrum. Es geht mir nicht darum, aus uns ‚kleine Packer‘ zu formen. Gott stellt Menschen an einen ganz bestimmten Zusammenhang seiner Geschichte und bringt sie mit uns in Kontakt. Sie werden zu Vorbildern, weil sie uns zu einem Leben in Christus ermutigen.“
Hanniel gibt einen kurzen Überblick über das Leben Packers: Er beschreibt seine bescheidene soziale Herkunft, seinen schweren Unfall mit einem Lieferwagen, den Packer in seiner Kindheit hatte, und den Einschränkungen, die dieser mit sich brachte (er musste in seiner Kindheit und Jugend immer einen Helm tragen) und auch die Fähigkeiten, die Packer schon früh entwickelte und förderte: das Lesen und Schreiben. Statt eines Fahrrads bekam er zu einem Geburtstag eine Schreibmaschine, auf der er bis ins hohe Alter viele tausend Seiten tippte. Etwas später studierte Packer in Oxford Philologie, was ihm bei seiner viel späteren Aufgabe als Editor der Übersetzung der ESV-Bibel sicher sehr geholfen hat. Er hängte ein Theologiestudium an und promovierte über die Lehre der Erlösung bei Richard Baxter. Weiter beschreibt Hanniel, wie Packer kurz nach seiner Bekehrung in eine Glaubenskrise kam, die mit der damals verbreiteten Lehre zusammenhing, dass man in der Heiligung zu einem perfekten Leben durch passives Geschehen-Lassen kommen könnte. Der Alltag stand dazu in starkem Kontrast.

„Er setzte den ernsthaft suchenden Packer unter eine enorme Spannung: Auf der einen Seite hörte er den Appell, durch eine Form der Passivität zu einem quasi-sündenfreien Leben zu gelangen. Parallel dazu entdeckte er einen enormen Kampf gegen die Sünde in seinem eigenen Innern.“ 

In dieser Zeit entdeckte Packer die Puritaner. Und so beschreibt Hanniel weiter kurz und bündig die Eckpunkte des Lebens von Packer und vor diesem Hintergrund dann die Themen, die Packer Zeit seines Lebens beschäftigt haben. Hanniel überschreibt den zweiten Teil der Einführung zu dem inhaltlichen Durchgang mit dem Titel: „Das christliche Leben von der Kehrtwende bis ans Totenbett: Schätze aus Packers Werk“. Die genannten Themen sind die Versöhnung als zentralen Referenzpunkt, die Bibel als Autorität für das christliche Leben, die Heiligung als Prägung für das christliche Leben, die innewohnende Sünde, der Heilige Geist, die Notwendigkeit des Gebets, das Erkennen von Gottes Willen und weitere.
Man merkt, dass Hanniel sich mit Packer nicht nur theoretisch auseinandergesetzt hat, sondern auch praktisch von Packer geprägt ist: er beschreibt im vorletzten Kapitel, was er persönlich von Packer gelernt hat.
Im letzten Kapitel empfiehlt Hanniel zum Einstieg fünf Schlüsselwerke Packers, indem er in wenigen Zeilen das Thema des jeweiligen  Buches umschreibt.

Fazit: Ein kurzes, aber sehr lesenswertes e-Book. Gerne werde ich mir ein Buch von Packer vornehmen!

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