Christus allein

Vaughn Roberts: „There is a throne in heaven and it is not empty“

Ein Gastbeitrag von Henry Enns:

Nach den Weihnachtstagen und dem Blick, der auf die Krippe gerichtet war, möchte ich unsere Blicke weg von der Krippe lenken und zwar dorthin, wo sich das Kind jetzt befindet.

Dieser Gedanke kam mir durch das Buch God’s Big Picture (Deutscher Titel: Gottes Plan – Kein Zufall) von Vaughan Roberts, in dem mich ein Gedanke sehr stark beeindruckt und geprägt hat.

In dem Buch behandelt der Autor die Heilsgeschichte bzw. den Roten Faden durch die Bibel: wie auch der Untertitel sagt: Tracing the storyline of the bible.

Es geht im großen Ganzen also um das Reich Gottes, dessen Geschichte und Entwicklung. Der Autor unterteilt dieses in acht verschiedene Epochen.

  1. The pattern of the kingdom (Das Grundmuster des Reiches)
  2. The perished kingdom (Das untergegangene Reich)
  3. The promised kingdom (Das verheißene Reich)
  4. The partial kingdom (Das partiell verwirklichte Reich)
  5. The prophesied kingdom (Das prophezeite Reich)
  6. The present kingdom (Das gegenwärtige Reich)
  7. The proclaimed kingdom (Das verkündigte Reich)
  8. The perfected kingdom (Das vollendete Reich)

In diesen unterschiedlichen Epochen des Reiches Gottes wird aufgezeigt, welche Menschen zu dem Reich Gottes gehören, wie Gott wirkt und was das Gesetz Gottes und der Segen Gottes bedeuten.

Durch das Buch hindurch entwickelt sich somit ein immer größer werdendes Gesamtbild der Heilsgeschichte: Der Beginn mit dem Garten Eden, der Sündenfall, die anschließende Verheißung auf einen Nachkommen der Sieg schenken wird (Gen. 3,15) und die Verheißung an die Patriarchen, daraufhin das Volk Israel und die Propheten, welche auf den Messias aufmerksam machen und hindeuten. Als der Messias, Jesus, kommt wird betont, dass er die Erfüllung des alten Bundes ist. Ein neuer Bund wird eingeführt, der den Menschen durch Jesus Erlösung ermöglicht. Die Gemeinde entsteht und wartet auf die Wiederkunft Christi mit der Hoffnung auf eine vollkommene Schöpfung.

Mit dieser Hoffnung auf die Wiederkunft Christi möchte ich wieder zum eigentlichen Thema kommen. Der Ort an dem sich Jesus jetzt befindet. In dem letzten Kapitel „The perfected kingdom“ nennt Vaughan Roberts diesen Ort: „There is a throne in heaven and it is not empty“1.

„At once I [John] was in the Spirit, and there before me was a throne in heaven with someone sitting on it“.

Revelation 4:2

Die ersten Christen hat diese Botschaft sicherlich sehr stark ermutigt. Jesus ist nicht mehr das kleine Baby in der Krippe, sondern derjenige der im Himmel auf dem Thron sitzt. Er ist derjenige der regiert. Gerade in Zeiten schwerer Verfolgung von grausamen römischen Herrschern oder auch den eigenen Volksgenossen oder gar Familien war das etwas, was ihnen Mut verschafft hat, auch wenn viele für den Glauben ihr Leben lassen mussten.

Offenbarung 4,2 betont, dass der Thron nicht leer ist. Es sitzt jemand darauf: Gott!

Johannes machte den Christen also deutlich, dass Gott die Kontrolle hat und ihm nichts aus der Hand geglitten ist. Er ist derjenige, der auf dem Thron sitzt, auch wenn sie damals verschiedene Dinge, insbesondere schwere Erlebnisse, oftmals nicht sofort verstehen konnten.

Vaughan Roberts drückt es so aus:

Whatever the appearances, God is in control“

S. 149.

Was den Christen damals Hoffnung gegeben hat, gibt auch uns heute Hoffnung, da wir wissen dürfen, dass Gott derjenige ist, der auf dem Thron sitzt. Wir können den Blick von der Krippe zum Thron lenken und denjenigen sehen, der unsere Rettung vollbracht hat. Ist das nicht anbetungswürdig?! Unabhängig von den Umständen in denen wir uns befinden dürfen wir wissen: Gott ist derjenige der die Kontrolle hat und ihm dürfen wir ohne Zweifel vertrauen.

1 Vaughan Roberts, God’s big picture, IVP, Auflage 2009, S.148

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