Christus allein

Unser Smartphone – Eine Herzensfrage?!

Das Smartphone ist aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Es begegnet uns überall: Statt bei einem Fußballspiel die Ereignisse ungefiltert zu verfolgen, werden die entscheidenden Aktionen lieber gefilmt und anschließend in den sozialen Netzwerken geteilt; in der Bahn schaut kaum noch jemand aus dem Fenster oder liest ein Buch, sondern beschäftigt sich lieber mit seinem Handy. Wir können nicht leugnen, dass dieses Gerät (zunächst ganz objektiv beschrieben) unseren Alltag beherrscht. Wie gehen wir als Christen (also als Menschen, die um ihre Vergebung wissen und nun aus Dankbarkeit für Gott leben möchten) mit diesem Thema um? Ist es ausreichend, wenn wir uns einfach einige Regeln im Umgang mit dem Handy setzen? Welche Punkte sollte ich bei dem allen beachten? Alle diese Fragen sind wichtig und müssen an geeigneter Stelle beleuchtet werden. Aber zuvor muss uns eine Tatsache ganz bewusst werden; sie ist die Grundlage im Umgang mit dem Smartphone (und übrigens mit allen Fragen unseres praktischen Lebens als Christ):

Veränderung beginnt immer im Herzen

Denn es gibt keinen guten Baum, der schlechte Frucht bringt, noch einen schlechten Baum, der gute Frucht bringt. Denn jeder Baum wird an seiner Frucht erkannt; denn von Dornen sammelt man keine Feigen, und vom Dornbusch liest man keine Trauben. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens das Böse hervor; denn wovon sein Herz voll ist, davon redet sein Mund.

Lukas 6, 43-45

Was wir tun, lässt erkennen, was wir denken und was unsere tiefsten Überzeugungen sind – das ist es, was Jesus hier deutlich macht. Mit anderen Worten: Unser Herz (bzw. unser Verstand) ist die Schaltzentrale unseres Lebens: Hier wird entschieden, wie wir uns letztendlich verhalten. Das kann z.B. durch ein großes Containerschiff verdeutlicht werden. Man sieht von außen die Richtung, in die es fährt. Aber die Hebel dafür werden im Inneren bewegt; das ist von außen zunächst einmal nicht zu sehen. Genauso ist es mit unserem Herzen und unserem Leben: von außen sieht man, wie wir uns verhalten, was wir sagen und wie wir Dinge beurteilen, aber die eigentlichen Entscheidungen werden im Herzen getroffen. Das was wir tun, tun wir, weil unser Herz uns eine Richtung vorgibt. Wir treffen am Tag hunderte Entscheidungen; viele von ihnen unbewusst und ohne groß darüber nachzudenken. Aber wir müssen uns nichts vormachen: Auch hier ist unsere Herzenseinstellung die Triebfeder, die uns zu unseren Taten bewegt.

Folgendes Beispiel verdeutlicht diesen Zusammenhang: Zwei Leute gehen in die Kantine und treffen in wenigen Sekunden eine Entscheidung: Der eine nimmt die Currywurst und die Pommes, die andere nimmt das vegane Menü zum doppelten Preis. Dahinter stehen Herzenshaltungen: Ersterer sieht nur den schnellen Genuss, während die zweite Person versucht, auch auf ihre Gesundheit zu achten (unabhängig davon, ob vegan wirklich gesünder ist). Möglicherweise denken beide gar nicht mehr darüber nach, was und warum sie das tun. Aber irgendwann im Leben wurde das Herz (durch welche Einflüsse auch immer) so gepolt, dass der eine Genuss und der andere Gesundheit priorisiert. Genauso ist es auch mit dem Smartphone: Wie wir damit umgehen, wird in unserem Herzen entschieden.

Man könnte an dieser Stelle viel über Regeln, Disziplin und Gefahren der Technik reden und es hat auch ganz sicher (an der richtigen Stelle) seine Berechtigung. Aber wenn wir nur darüber sprechen, wäre es, als ob wir einen großen Öltanker mit den Händen auf einen neuen Kurs lenken wollten. Um wirklich Veränderung zu erfahren, müssen wir in die Schaltzentrale, das heißt, in unser Herz und unser Denken!

Was prägt dich?

Was bedeutet das? Im Grunde ist es ganz einfach: Wir müssen unsere inneren Hebel auf christlich, biblisch (oder wie wir es auch nennen wollen) – letztendlich auf Gott gerichtet stellen und dann wird sich auch unser Smartphoneverhalten daran ausrichten. An dieser Stelle tut sich nur ein gewaltiges Problem auf (und mit gewaltig meine ich wirklich gewaltig): Auf unserer Schaltzentrale (unserem Herzen) steht zwar christlich drauf, aber unsere alltäglichen Entscheidungen werden häufig unabhängig davon getroffen! Der Theologe Hanniel Strebel nannte es mal so: 5% unseres Lebens machen das sogenannte fromme Leben aus, während die restlichen 95% unabhängig davon laufen. Das bedeutet, dass wir an vielen Stellen unser Verhalten am Handy mehr von unserer Umgebung (in biblischer Sprache: Welt) prägen lassen, als wir es von Gott und seinem Wort tun.

Wir können uns an dieser Stelle gerne selbst testen:

  • Warum habe ich überhaupt ein Handy?
  • Warum setze ich bei WhatsApp einen Status?
  • Warum hole ich während Wartezeiten oder auf dem Klo mein Handy raus?
  • Warum fotografiere ich fast alles, was mir bemerkenswert erscheint?

Diese Dinge sind zunächst einmal nicht an sich falsch; das Smartphone und seine Eigenschaften sind völlig neutral. Es besteht aber die Gefahr, dass die meisten sich noch nie darüber Gedanken gemacht haben, warum sie diese Dinge tun! Und das zeigt uns: Es ist nicht Gott, der bei unserem Smartphone im Zentrum steht. Entweder ist es unser Umfeld, denn wir tun die oben genannten Dinge, weil alle sie tun, oder ich und meine Bedürfnisse stehen im Vordergrund: Ich setze einen Status bei WhatsApp, weil ich meinen Followern zeigen will, was ich gerade Tolles erlebe. Wie gesagt: Es ist nicht grundsätzlich verkehrt, einen Status bei WhatsApp zu setzen; aber wir müssen ernsthaft überprüfen, ob die Motive unseres Herzens auf Gott ausgerichtet sind, oder ob sich ganz unbewusst die Überzeugungen dieser Welt eingeschlichen haben. Ron Kubsch sagte einmal: Wenn der Durchschnittschrist 10 Minuten am Tag die Bibel liest und 2 Stunden fernsieht, muss man sich nicht wundern, wovon dieser Mensch geprägt ist, wenn man das Ganze auf 10 Jahre hochrechnet.

Wie kann unser Verhalten (unser Herz) auf Gott ausgerichtet werden?

Ganz klar, unser Herz muss neu justiert werden, es braucht eine Übereinstimmung zwischen unserem Bekenntnis und unserer tatsächlichen Ausrichtung. Unser Verstand sollte auf unseren Schöpfer und Erlöser zielen und mit seinen Zielen konform sein. Zwei lateinische Termini können uns dabei helfen, unser Denken jeden Tag zu fixieren:

Soli Deo Gloria

Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes!

1. Korinther 10, 31

Wir sollten uns beim Umgang mit dem Smartphone jedes Mal fragen: Geht es um Gottes Ehre? Tue ich das, was ich tue, um „die Tugenden dessen zu verkünden, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht“? Die Ehre Gottes ist die Kompassnadel, nach der ich mein Herz ausrichten soll. Wenn ich von der Ehre Gottes als Grundprinzip meines Handelns ausgehe, wird das Konsequenzen für den Umgang mit Medien nach sich ziehen.

Coram Deo

Das heißt: Vor dem Angesicht Gottes. Jemand sagte über dieses Prinzip folgendes: „In der Gegenwart Gottes zu leben, heißt zu verstehen, dass, was immer wir tun und wo immer wir es tun, wir es unter den Augen Gottes tun. Gott ist allgegenwärtig. Es gibt keinen Ort so entfernt, dass wir seinem durchdringenden Blick entkommen könnten.“[1] Wer ganz bewusst „Coram Deo“ lebt, dem ist es vollkommen egal, was andere Menschen darüber denken, wie er mit seinem Smartphone umgeht. Einzig und alleine was Gott denkt, ist dieser Person wichtig. Es gibt auch keine Spaltung zwischen einem „frommen“ Teil (vielleicht am Sonntagmorgen) und einem Teil, wo Gott nichts mit zu tun hat. Wer vor dem Angesicht Gottes lebt, tut dies permanent (mit allen Schwächen; allerdings offen vor Gott). Dieses Prinzip wird deinen Umgang mit dem Smartphone radikal verändern.

Was heißt das ganz praktisch?

Es geht um unser Herz und nicht um einen 20-Punkte-Plan. Nichtsdestotrotz sind praktische Erwägungen natürlich nicht falsch; es kann eben nur sein, dass der eine etwas völlig anderes tut, als der andere, weil die Ausrichtung des Denkens nun mal auch sehr individuell sein kann. Entscheidend ist, dass man ehrlich ist und sein Herz, die Prägung die ihm widerfährt und unsere Lust nach Götzendienst offen vor sich und Gott konstatiert. Folgende praktische Überlegungen können dann noch sinnvoll sein und sollten bedacht werden:

  • Lass dich von guten Dingen und Gottes Wort prägen
  • Mach die Dinge nicht, weil alle sie machen
  • Ganz praktisch: Lies lieber Bücher (v.a. die Bibel) als Nachrichten etc.
  • Hinterfrage die Gesellschaft, jeden Tag (Beobachte sie, z.B. die Mitschüler) und imitiere sie nicht gedankenlos
  • Nimm dir vor, Gott in 100% deines Lebens einzubeziehen (also teile dein Leben nicht in ein frommes und in ein anderes, in dem Gott keine Rolle spielt)
  • Noch praktischer: Leg das Handy abends weg
  • Nimm es nie mit ins Schlafzimmer (die Älteren werden sich erinnern: Es gibt Wecker)
  • Bevor ich morgens zu meinem Smartphone greife, habe ich bereits gebetet und im besten Fall die Bibel gelesen
  • Suche dir Rechenschaftspartner, wenn es Heimlichkeiten im Zusammenhang mit dem Smartphone gibt
  • Wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin, ist es tabu, mein Handy ohne sehr wichtigen Grund hervorzuholen
  • Bevor ich etwas über WhatsApp, Facebook, Instagram etc. losschicke, überprüfe ich, was meine Motive dabei sind (Stimmt mein Herz?)
  • Hab keine Angst, radikal zu sein – Wir leben vor Gott und nicht vor den Menschen und ihrer Ehre!

Weiterführende Literatur

Tony Reinke: Wie dein Smartphone dich verändert.12 Dinge, die Christen alarmieren sollten

Hanniel Strebel: Ich wachte auf und griff zum Smartphone. 52 Impulse zur Charakterführerschaft (als App für Android)


[1] https://www.evangelium21.net/ressourcen/was-bedeutet-coram-deo, abgerufen: 11.12.18

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank für Deinen wertvollen Beitrag. Gerade für uns Jüngere, die sog. „digital natives“, ist es echt immens wichtig, verantwortungsvoll in Bezug auf unsere Zeit, Energie und Aufmerksamkeit mit dem Smartphone umzugehen.

  2. Hallo zusammen,
    ich selber benutze ein Smartphone, aber aus bestimmte Gründe
    z.b: bin ich in der Freiwilligen Feuerwehr tätig und hab dort eine Führungsposition (in der Jugendfeuerwehr) Deshalb brauch ich das Smartphone Hauptsächlich. Natürlich nutze ich es auch in adere Dinge, aber man muss sich klar vor Augen halten was so ein Gerät anrichten kann. Mir Persönlich ist es sehr wichtig, dass ich nicht von diesem Gerät geprägt bin sondern nur mit dem Wort Gottes. Natürlich kann man alles Googeln aber in allem hat doch die beste Antwort für uns. Also was ich damit sagen möchte es muss natürlich jeder selber wissen ob er ein Smartphone besitzen möchte oder nicht. Es gibt auch Christen die fallen dadurch ständig in Sünde, da ist es wahrscheinlich besser dies zu entfernen.

    Im Grunde ist es bei mir einfach Primär nutze ich es für die Feuerwehr und meine Arbeit wenn dies nicht wäre würde ich mich sofort davon Trennen.

    Denn nichts in meinem Leben ist wichtiger als der Glaube und täglich daran gedenken was Jesus am Kreuz für uns getan hat. Und wenn ein Sünder dies erkennt hat und sich für Jesus entschieden hat, bin ich davon überzeugt dass er sich entweder von sein Smartphone trennen wird oder es nicht mehr so nutzen wie früher.

    Keine Ahnung ob ihr es versteht, aber dies sind meine Persönliche Erfahrungen.

    Gott allein schenkt Veränderung der er ist so wunderbar und unbeschreiblich Groß 🙂

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