Christus allein

Depressionen sind eine körperliche Erkrankung

Aus Furcht vor einer materialistischen Sichtweise, die die geistliche Wirklichkeit ausblendet, sind Christen manchmal geneigt, eine Depression als rein (der seltenere Fall) oder primär (der häufigere Fall) geistliches Problem zu verstehen. Dabei begeht man denselben Fehler, nur in einer anderen Spielart: Man blendet einen Teil der Wirklichkeit aus. Ich habe mich in meinem Nachdenken über diese Frage auch schon dabei ertappt, die Balance zwischen Körper und Geist nicht aufrecht zu erhalten.

Core Christianity hat ein kleines Heft (9 Things everyone needs to know about Depression) herausgegeben. Unter Punkt 2 erklären sie, dass eine Depression eine echte körperliche Erkrankung ist. Christen sollten die geistliche Dimension nicht ausblenden und als hilfreichen Ansatz für zumindest teilweise Hilfe sehen, doch sie sollten eine Depression als echte körperliche Krankheit anerkennen. Man sollte Körper und Geist unterscheiden, aber nicht voneinander trennen oder gegeneinander ausspielen:

„Es ist ein Fehler, die Seele als Gegensatz zum Körper zu sehen und die Existenz von psychischen Erkrankungen wie Depressionen zu leugnen. Manche meinen, dass diese Ansicht irgendwie eine Verleugnung übernatürlicher Realitäten wie Sünde, Erlösung oder dämonischer Mächte ist – aber das ist es nicht. Es ist eine Bestätigung der physischen Welt mit physischen Defiziten wie Krankheiten und Leiden aller Art. Menschen können an Krebs, einem gebrochenen Bein oder der Grippe leiden, und wie Depressionen sind dies körperliche Realitäten. […] Es steht im Einklang mit der Bibel, Depressionen als eine körperliche Krankheit zu betrachten, ein medizinisches Problem, das mit dem Gehirn zusammenhängt.“

S. 3, Hervorhebungen von mir

Die hilfreiche Broschüre gibt es hier (englisch).

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