Christus allein

John Stott: Plane dir Stille ein!

Aufgaben, Verantwortung, wenig Zeit, Durcheinander, dazu noch schlechte Organisation – wer kennt das nicht? Wie soll ich alles schaffen? John Stott stellte sich als 29-jähriger Geistlicher genau diese Fragen. Neben den Verwaltungsaufgaben, die mit seinem Amt als Rektor des All Souls Church in London einhergingen, hatte er auch auf sein geistliches Leben zu achten, um dann auch seine Gemeinde entsprechend versorgen zu können. Kevin Halloran berichtet davon, was Stott in diesen Herausforderungen geholfen hat. Auf einer Konferenz hörte Stott den weisen Rat eines älteren Pastors:

Nimm dir einen monatlichen Ruhetag. Wenn es geht, fahr raus ins Land, wo du ungestört bist. Gewinne einmal Abstand, blicke nach vorn und denke darüber nach, wo du hingehst. Erlaube es dir, die Dinge einmal aus Gottes Sicht und Standpunkt zu betrachten. Versuche die Dinge so zu sehen, wie Gott sie sieht. Entspanne dich!

John Stott nahm diesen Ratschlag ernst:

Ich bin nach Hause gekommen und habe in meinem Tagebuch sofort einen Tag im Monat mit „S“ für Stille markiert. Während ich begann, diese Tage zu genießen, ist die unerträgliche Last von mir gefallen und ist nicht mehr zurückgekehrt. Diese Tage waren tatsächlich so wertvoll, dass ich für viele Jahre versucht habe, mir einen pro Woche zu nehmen. Ich nutze sie für die Dinge, die ungestörte und ununterbrochene Zeit benötigen – Langzeitplanungen; Probleme, die ich durchdenken und durchbeten muss; schwierige Briefe; Vorbereitungen; Lektüre und Schreiben. Diese stillen Tage haben mein Leben und meinen Dienst sehr gesegnet.

Natürlich wird man Stotts Umsetzung nicht 1:1 ins eigene Leben übersetzen können. Halloran berichtet davon, wie er versucht, dieses Prinzip in seinem Leben anzuwenden, ermutigt aber auch zur Kreativität. Zum Beispiel schlägt er vor

  • Für ein paar Stunden die Alltagsroutine zu verlassen, alle Technologie einmal abzuschalten, zu beten, das eigene Leben zu durchdenken und Christus neu in den Mittelpunkt zu rücken
  • Von allen sozialen Medien zu fasten in die so gesparte Onlinezeit dem Gebet, Nachdenken, Auswendiglernen der Bibel oder zum Lesen zu nutzen
  • Auf Essen zu verzichten oder in anderen Lebensbereichen zu fasten, um sich stärker auf Gott zu fokussieren

Manchmal, schließt Halloran ab, machen wir dann die besten Fortschritte, wenn wir einmal stehen bleiben und unseren Seelen einen Vorgeschmack der Ruhe gönnen, die in der Gegenwart Christi auf uns wartet.

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