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Bücher Jüngerschaft

Mark Dever: Wachstum durch Jüngerschaft. Wie man anderen hilft, Jesus nachzufolgen.

Eine Rezension von Viktor Kerps:

Mark Dever möchte mit seinem Buch, „Wachstum durch Jüngerschaft – Wie man Anderen hilft, Jesus nachzufolgen“, Jüngerschaft begreifbar machen und aufzeigen, wie man Jesus erst durch gelebte Jüngerschaft in der Ortsgemeinde richtig nachfolgen kann. (S. 17)

Dazu teilt er das Buch in 3 Teile:

  1. Was ist Jüngerschaft?
  2. Wo geschieht Jüngerschaft?
  3. Wie können wir Jüngerschaft praktizieren?

Im ersten Teil „Was ist Jüngerschaft?“ zeigt Dever einige biblische Beispiele von Jüngerschaftsbeziehungen auf, um zu zeigen, was Jüngerschaft bedeutet. Jüngerschaft nach der Bibel bedeutet, anderen in der Nachfolge Jesu zu helfen und ihnen zu dienen. Um das zu erreichen müssen Beziehungen aufgebaut und gelebt werden. Es muss belehrt und korrigiert werden; Vorbild gelebt und Liebe erwiesen werden. Das erfordert Demut und Eigeninitiative. Jüngerschaft geschieht nicht passiv und dieser Punkt kann unbequem sein. (S. 33) Für Dever ist Jüngerschaft aber der einzige Weg, wie Ungläubige evangelisiert und Gläubigen in der Nachfolge geholfen wird. (S. 32) Das Ziel dabei ist immer, dass die Gemeindeglieder Christus darstellen.

Der zweite Teil „Wo geschieht Jüngerschaft?“ zeigt auf, dass die Ortsgemeinde die natürliche Umgebung für Jüngerschaft ist. Denn die Gemeinde praktiziert Jüngerschaft durch die wöchentlichen Zusammenkünfte und das Gefüge gegenseitiger Verantwortlichkeit. Dabei tragen sowohl die Ältesten als auch jedes Gemeindeglied gegenseitige Verantwortung füreinander. Die Ortsgemeinde ist dazu verpflichtet, durch die Träger der Lehrgabe den ganzen Ratschluss Gottes zu vermitteln. Durch das Abendmahl verkündet die Gemeinde den Tod des Herrn und eint die vielen Glieder zu einem Leib. Durch Gemeindeausschluss entfernt die Gemeinde jeden aus ihrer Gemeinschaft, dessen Leben den christlichen Glauben widerspricht und der unbußfertig in diesem sündigen Leben verharrt. Jüngerschaft ohne Gemeinde ist unweise, Gemeinde ohne Jüngerschaft tragisch. (S. 51) Um die Ortsgemeinde als Jüngerschaftsumfeld zu gebrauchen, sollte man die Zusammenkünfte nutzen, um einander gegenseitig in der Nachfolge Jesu zu helfen (Vgl. Heb 10,24–25). Durch die Taufe und das Abendmahl, bestätigt die Gemeinde, wer die Jünger sind und welche somit in der Nachfolge bestärkt werden sollen. (S. 54)

Jüngerschaft ist die primäre Aufgabe der Ortsgemeinde ist. Dabei haben nach Dever die Gemeindeältesten zuerst die Aufgabe, Gemeindemitglieder zu Jüngern zu machen, damit sie wiederum andere zu Jüngern machen. (S. 57) Dever weist weiter darauf hin, dass es wichtiger ist eine Kultur des Jünger-Machens herzustellen als Strukturen und Hierarchien. Dies schafft man durch gemeinsames Bibellesen und den Austausch darüber, indem man Zeit miteinander verbringt und gemeinsam betet, durch Liebe und Geben. Besonderen Stellenwert haben dabei die wöchentlichen Versammlungen. Sie sollten vorbereitet dazu, Gottes Wort aufzunehmen, besucht werden. (S. 65)

Im letzten und dritten Teil beantwortet Dever die Frage, wie man Jüngerschaft praktiziert. Dieser Teil ist sehr praktisch. Das Fundament dafür bilden die ersten beiden Teile.

Jüngerschaft beginnt damit, dass man sich jemanden auswählt, den man „jüngern“ möchte. Dafür schlägt Dever einige Kriterien vor. Dever betont, dass Jüngerschaft zuerst in der Familie beginnt. Wenn der Terminkalender es dann noch zulässt, sollte man jemanden in seiner Ortsgemeinde suchen. Doch Jüngerschaftsbeziehungen mit Ungläubigen sind auch wichtig und notwendig. Das Suchkriterium sollte der geistliche Zustand sein. Dadurch wird die Art und Weise und die Intensität der Jüngerschaft bestimmt. Der geistliche Stand sollte an der eigenen Mündigkeit gemessen werden. (S. 73) Zudem ist es noch wichtig, darauf zu achten welches Geschlecht der Andere hat, wie alt er ist, ob er belehrbar und treu ist und fähig, andere zu Jüngern zu machen. (S. 77) Dabei sollte man immer darauf achten, dass man selber im Glauben wächst, damit man anderen helfen kann geistlich zu wachsen. (S. 79)

Dever schreibt auch, dass es wichtig ist in der Jüngerschaft klare Ziele zu verfolgen und dass das Wort Gottes in jeder Jüngerschaftsbeziehung im Mittelpunkt stehen sollte, um diese Ziele zu erreichen. Ziele könnten unter anderem sein, dass die zu helfende Person in der Gotteserkenntnis wächst, dass sie versteht warum Christen beten, warum sie evangelisieren, warum sie einer Gemeinde beitreten, inwiefern das Bewusstsein der Souveränität Gottes unser Leben prägt, usw. (S. 82)

Neben einfachen Prinzipien wie Fragen stellen und Freundschaften schließen, benötigt Jüngerschaft Zeit, Wortstudium, Gebet und Liebe. (S. 87) Diese Dinge sind wichtig, um neue Leiter auszubilden und sie in der Leiterschaft biblisch zu prägen. Jede Gemeinde sollte darauf bedacht sein, Christen in der Nachfolge zu begleiten und zu unterstützen und neue Leiter heranzubilden, damit eine Kultur des des „Jüngermachens“ entsteht, Menschen in der Nachfolge wachsen und Ungläubige gerettet werden. (S. 100)

Das Buch „Wachstum durch Jüngerschaft“ von Mark Dever ist einfach zu lesen und dennoch sehr tiefgehend. Es ist ermutigend und herausfordernd zugleich. Es fordert heraus, die Komfortzone zu verlassen, um dem biblischen Auftrag zur Jüngerschaft nachzukommen. Mark Dever hilft mit diesem Buch, Jüngerschaft mit Freude zu beginnen. Er gibt zahlreiche praktische Tipps dafür.

Bei aller Aktivität sollte aber das Hauptziel nicht aus den Augen verloren gehen:

„Im Zentrum des Christentums steht Gottes Absicht, dass sein Volk das Bild Gottes – seinen Charakter – ausstrahlt. Das geschieht durch Gehorsam gegenüber seinem Wort und durch die Beziehung zu Gott und zueinander. Daher sandte Gott seinen Sohn, um ein Volk in seine Nachfolge zu berufen. Und zur Nachfolge des Sohnes Gottes gehört es auch, andere zu seiner Nachfolge aufzurufen, damit die Gläubigen in ihrem Zusammenleben das Wir-Leben des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes darstellen. Gemeinsam führen sie Gottes Liebe, Heiligkeit und Einheit vor Augen.“

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