Christus allein

Überinformiert?

In der aktuellen Ausgabe von „Unterwegs notiert“ (Nr. 70) bespricht Herbert Jantzen (ergänzt von Thomas Jettel) den Abschnitt Jakobus 3,13-18. Seine Anmerkung zum Vers 16 ist bedenkenswert: „Das Durcheinander ist das Ergebnis des Regimes des Teufels. Er zerstört die Reihenfolge und Ordnung Gottes. Der Teufel will alles durcheinander bringen. Zum Beispiel will er alles mit betäubender Musik füllen, damit es kaum noch Stille gibt. Oder er will alles mit Information füllen, damit Gott nicht mehr

Johannes Busch (7): Welche Rolle spielt die Kunst?

Eine Seite in den Predigten von Wilhelm Busch, die mich schon immer faszinierte, ist seine Begeisterung für die großen Maler. Zuerst empfand ich es – und so wird es wahrscheinlich, von unserer Prägung her, fast allen gehen – als befremdend. Was haben Christen mit Kunst zu tun? Doch lest selbst, wie man auch oder gerade als Künstler seinen Glauben wunderbar bezeugen kann. Busch schreibt über seine Mutter, die in Zusammenarbeit mit einem Maler die Kirche

Lehre ist Leben (3): Die Kraft liegt in der Wahrheit

Unter Spurgeons Kanzel haben unzählige Menschen ihre Bekehrung erlebt. Worin lag die Kraft seines Dienstes? Wolfgang Bühne schreibt in einem Nachwort in dem Andachtsbuch „Auf dein Wort“ (gibt es hier als PDF), dass auf Auszügen aus den Predigten Spurgeons aufbaut: „Spurgeon predigte ein unverkürztes, kompromißloses Evangelium. Die völlige Verlorenheit des natürlichen Menschen, die unwiderrufliche Rechtfertigung durch den Glauben an das stellvertretende Opfer Jesu, der Glaubensgehorsam des Christen dem Wort Gottes gegenüber […].“ (S. 374) Spurgeons

Johannes Busch (6): Pietismus

Lothar Gassmann hat mit seinem Buch „Pietismus wohin?“ im Jahr 2004 zurecht das Augenmerk auf kritische Entwicklungen bei den „Stillen im Lande“ gerichtet (übrigens mit Vorwort von Wolfgang Nestvogel). Doch der heute vielfach vom Worte Gottes distanzierte Pietismus zeichnete sich einst durch das Gegenteil aus: Bibeltreue in Lehre und Leben. Von daher ist es auch zu verstehen, dass Wilhelm Busch die Kritik von Karl Barth, der Pietismus habe zu sehr den Menschen im Fokus und

Johannes Busch (5): Hochzeitsrede

Angesichts der Aufbrüche in den letzten Wochen, die baldige Hochzeiten erahnen lassen, soll die folgende Hochzeitsrede, die Johannes Kullen zur Hochzeit seiner Tochter (der Mutter von Wilhelm und Johannes Busch) gehalten hat, uns erkennen lassen, was eine richtige Frau und einen richtigen Mann wirklich auszeichnen: „Morgen bist du, liebe Braut, 25 Jahre alt. In 25 Jahren wollen wir alle, meine Lieben, mit Gottes Hilfe […] uns wieder hier an dieser Stätte versammeln; dann bin ich

Johannes Busch (4): Ein kleiner Schritt

Mir ist im Nachdenken über die Sendschreiben wieder aufgegangen, wie wichtig Buße im Leben eines Gläubigen ist. Ohne Buße wird kaum eine Gemeinde ans Ziel gelangen, da fast alle einen Tadel bekommen. Ein praktisches Beispiel erzählt Wilhelm Busch von seinem Vorfahren Jakob-Frieder Kullen: „Einst hatte er mit seiner Frau einen kleinen Zank. Mit bösen Worten waren die beiden auseinander gegangen. Jetzt saß er in der Schulstube und „trutzte“. Die Mutter hatte sich in die Schlafkammer

Johannes Busch (3): Friedrich Hiller

Der Name Friedrich Hiller ist eng verbunden mit dem schwäbischen Pietismus und es verwundert daher nicht, wenn Wilhelm Busch von der „Stund“ schreibt: „Ein Bauersmann namens Scheu schlägt jetzt feierlich „Hillers Liederkästlein“ auf und sagt das Lied vor. Wie sind uns hier diese Hiller-Lieder so lieb geworden! Der jüngste Bruder, Fritz, der in Russland fiel, hat den Hiller-Band durch ganz Russland mitgeschleppt. Und am Sarge von Johannes öffnete uns ein Hiller-Lied den Blick in den

Johannes Busch (2): Hülben

Die geistliche Heimat der Busch-Familie liegt vor allem im schwäbischen Pietismus. Wilhelm Busch schreibt: „Als Kinder durften wir mit den Eltern unsere Schulferien immer in der Heimat der Mutter, in Hülben verbringen. Das klingt jetzt so trocken. Aber wer kann ermessen, welche Fülle von Freude, Herrlichkeit und Liebe dies Wörtlein Hülben umschließt! Hülben ist ein Dorf auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb. Mitten im Dorf steht ein riesiges Haus. Uns kam es immer wie ein

Der Fels aus Norwegen (4): Der unverständliche Gott

In einer seiner letzten Predigten drückt Hallesby eine spät erkannte Wahrheit folgendermaßen aus: „Ich dachte lange, ich müsste Gott verstehen, und zerbrach mir darüber fast den Kopf. Aber nach und nach ist es mir aufgegangen, daß es zum Wesen Gottes auch gehört, unverständlich zu sein. Ja, in letzter Zeit habe ich sogar angefangen, ihm zu danken, weil er unverständlich ist. Ich erkenne nun, daß er so groß sein muß, wenn er in der Lage sein

Der Fels aus Norwegen (3): Jesu Name nie verklinget

Konzentrationslager Grini Die Biografie von Hallesby ist wirklich sehr spannend und weist zahlreiche lesenswerte Stellen auf. Doch erst auf Seite 242 wurde ich zu Tränen gerührt. Doch lest selbst, wie Hallesby von einem besonderen Geschehen berichtet, dass er während seiner zwei Jahre im Konzentrationslager Grini am Stadtrand von Oslo (1943-1945) erlebte: „Das für Hallesby ergreifendste Geschehen im Lager Grini ereignet sich, als die Gefangenen Abschied nehmen von neun jungen Männern, die am Nachmittag des 4.