Christus allein

Wie gehe ich richtig mit Leidenden um?

Wenn wir Leidenden begegnen, tun wir uns häufig schwer mit der Frage, wie wir uns zu verhalten haben. Carson führt in seinem Buch „Ach, Herr, wie lange noch?“ einige hilfreiche seelsorgerliche Hinweise an, von denen ich hier ein paar aufgreife[1]:

  1. Mache dir bewusst, der Trauerprozess verläuft normalerweise in vorhersagbaren Stufen: Schock; Gefühlsausbruch; Gefühle der Vereinsamung; körperliche Reaktionen der Trauer; Überängstlichkeit; Schuldgefühle; Bitterkeit; Widerstand gegen Rückkehr in den Alltag; Aufkeimen von Hoffnung; Versuch die Realität zu akzeptieren.
  2. Nimm dir Zeit für den Leidenden und lass sein Leid an dein Herz heran.

„Leidet jemand, so kann man ihn häufig am effektivsten dadurch trösten, daß man in seiner Nähe bleibt, ihm hilft, schweigt und mit ihm trauert. Wer einem Leidenden bei der Garten- oder Hausarbeit hilft, der verhält sich möglicherweise geistlicher als jemand, der ihm Andachten hält oder ihn mit Bibelworten überhäuft.“[2]

  1. Versuche nicht immer die Frage nach dem „Warum?“ zu beantworten.

„Wollen wir jemanden verbal ermutigen, dann sollten wir nicht immer davon ausgehen, daß es auf ein unausgesprochenes ,Warum?´ zu antworten gilt. Nicht jeder stellt diese Frage. Manche Menschen, die der Ermutigung bedürfen, haben es nur nötig, daß wir sie an einfache Wahrheiten erinnern. Sie brauchen keine tiefsinnigen Antworten.“[3]

  1. Häufig stellen sich während des Leidensprozesses Schuldgefühle ein, die auf echter Schuld gründen können, aber auch ebenso auf unechter, nicht-existenter Schuld.

„In diesem Fall besteht für Christen die langfristige Lösung darin, auf der Grundlage des Wortes Gottes klarzustellen, wofür wir uns schuldig fühlen sollten und wofür nicht, und unechte Schuldgefühle auf diese Weise als Lüge des Teufels zu entlarven.“[4]

  1. Wichtig ist die Vermittlung von Hoffnung: die Ewigkeitshoffnung, aber auch kurzfristigen freundlichen Zuspruch für das direkt vor den Füßen liegende Leben.

Leidet jemand in deinem unmittelbaren Umfeld z.B. durch den Verlust eines lieben Menschen, durch Krankheit oder andere Umstände? Decken sich die Beobachtungen Carsons mit deinen Erfahrungen? Bist du bereit dem Leidenden eine Stütze zu sein?

[1] Carson, Donald A. (2009). Ach, Herr, wie lange noch!, Gedanken über das Leiden und andere Nöte. S.246-251

[2] Ebd. S.247

[3] Ebd. S.247

[4] Ebd. S.248

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Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag. Er passt momentan gut in meine Familiensituation und hat mich sehr ermutigt im weiteren Umgang mit einer leidenden Person.
    Mir ist besonders aufgefallen, wie wichtig es ist in der richtigen Grundlage, Christus allein, gegründet zu sein und schon früh mit der Ewigkeitsperspektive zu leben.
    Allein die Aussicht auf das, was noch kommt, die Herrlichkeit bei Christus, macht schweres Leiden erträglich.

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