Christus allein

Wir machen unseren Doktor in den vergänglichen Dingen und bleiben Laien im Bedeutsamen

Vor ein paar Tagen hatten meine Frau und ich eine interessante und äußerst angenehme Begegnung mit einem Ehepaar, welches sich nach eigenen Angaben zu den Anthroposophen zählt. Wir führten angeregte Gespräche und stellten neben einigen sehr unterschiedlichen Überzeugungen auch ein paar übereinstimmende fest. So waren wir uns zum Beispiel darin einig, dass das Leben auf der Erde zeitlich begrenzt ist, mit dem Tod nicht alles vorbei ist und dass das Leben auf der Erde Auswirkungen auf die Ewigkeit hat. 

Beim Lesen des Buches Geld, Besitz und Ewigkeit von Randy Alcorn fällt mir immer wieder auf, wie sehr mein Denken vom Materialismus geprägt ist. Mein Handeln zeugt oftmals davon, dass ich annehme, nur das Materielle würde zählen und die Ewigkeit findet im Denken und Handeln keinen Platz. Zum Beispiel denke ich: „Wenn man viel hat, dann hat man es von Gott als Segen erhalten und kann all das behalten und gebrauchen.“ So würde ich das wahrscheinlich nie aussprechen (und es ist jetzt sehr schwarz-weiß formuliert), aber mein Handeln geht häufig in diese Richtung. Deshalb bin ich sehr dankbar für das Buch. Es zeigt mir, dass wir nur Verwalter der Gaben Gottes sind. Wenn wir diese Gaben vermehren wollen, ist das eine sichere Anlage mit guten Renditen, nämlich Schätzen im Himmel.

Der folgende Ausschnitt aus Alcorns Buch zeigt, dass die Menschen im Westen die Ewigkeit vergessen oder verdrängt haben und deshalb die Bedeutsamkeit des Zeitlichen überbetonen:

Gegenstände sind realDas Heute ist real. Also kehren wir wieder zum dringenden Tagesgeschäft zurück, zu dem, was jetzt sofort wichtig ist, zu diesen überaus wichtigen Angelegenheiten der Gegenwart. Darunter könnte das fallen, was gerade in Hollywood, in der Wall Street, in Washington oder London oder beim Fußball oder Basketball passiert, welche neue Selbsthilfemethode uns schön oder glücklich macht, wie wir unser Haus einrichten oder welches Auto wir kaufen sollen, oder wo wir einen Kredit mit niedrigem Zins bekommen können. Wir leben, als ob dieses Schattenreich die reale Welt, die oberste Realität sei. Aber die Bibel sagt uns, dass dem nicht so ist. Unsere Hingabe an die Tageszeitung und unsere Vernachlässigung der Bibel ist das wichtigste Zeugnis für unser Interesse am Kurzfristigen auf Kosten des Langfristigen. Wir vergessen zu fragen, in welcher Hinsicht teure Kleider, Kreuzfahrten (…) ewigen Zeiten dienen. Solche Fragen sind vielleicht für Theologen und fromme alte Damen relevant, aber nicht für uns – was ja auch wahr wäre, wenn nur Theologen und alte Damen sterben, ihrem Schöpfer begegnen und irgendwo die Ewigkeit verbringen würden. Unsere Vergesslichkeit bezüglich der Ewigkeit macht uns zu Experten im Trivialen und zu Laien im wirklich Wichtigen. Wir erkennen jeden Popsong, wir können die Aufstellungen sämtlicher Fußballvereine in der Bundesliga aufsagen, wir wissen, in welchem Film jener Schauspieler seinen ersten Auftritt hatte, und wir können die Unterschiede zwischen verschiedenen Computern oder allradgetriebenen Autos bis in alle Einzelheiten benennen. Natürlich ist nichts davon an sich verkehrt, aber es spricht ganz sicher Bände, dass die meisten Christen, ganz zu schweigen von der Allgemeinheit, nicht mal ein klares Bild davon haben, was die Bibel darüber sagt, was nach dem Tod mit uns geschehen wird. Wir machen unseren Doktor in den vergänglichen Dingen und bleiben Laien im Bedeutsamen. 

Geld, Besitz und Ewigkeit, S.155 (Hervorhebungen von mir)
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