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Wer bin ich? Die Frage nach der Identität.

Auf einem Spaziergang mit Freunden am Pfingstwochenende kamen wir auf das Thema „Identität“ zu sprechen. Grob gesagt ist die Identität die Antwort auf die Frage: Wer bin ich? Diese Antwort ergibt sich aus der Selbstwahrnehmung beim Blick in sich hinein und der Beachtung der Außenwahrnehmung durch die Mitmenschen. Bei unserem Spaziergang ging es dabei darum, was unsere primäre, also intuitiv gefühlte Identität ist. Wenn mir jemand unverhofft die Frage stellen würde, wer ich bin, als was würde ich mich definieren? Ehemann? Ingenieur? Vater? Angehender Lehrer? Am folgenden Tag begegnetet mir in der aktuellen ethos ein Artikel, der zu dieser Frage einen interessanten Aspekt beiträgt. Auch wenn der Artikel Die Krise der Lebensmitte sich der Midlife-Crisis widmet und das Höchstalter in unserer vertrauten Freundesrunde noch unter 40 Jahre lag, passt dieser Abschnitt zu unserer Diskussion wie der Schlüssel zum Schlüsselloch:

Die Frage, wer ich bin und wozu ich lebe, die in der Lebensmitte häufig auftritt, beantwortet sich, wie wir gesehen haben, in der Beziehung zu unserem Schöpfer, Jesus Christus. Wie alles in der Natur auf Wachstum und Reifen angelegt ist, so ist es auch die Bestimmung des Menschen, zur Reife zu gelangen. Und diese Reife ist zugleich die Frucht, das neue Ich, das ich aufgrund des Glaubens an Christus bekomme, das fähig ist, Du zu sein. Es geht nicht darum, am alten Ich herumzuglätten und es aufzupolieren, sondern durch ein Du zu ersetzen. Und dieses Du ist Christus.

Der bekannte Christ, Neurologe und Psychiater Michiaki Horie schreibt: „Nicht mehr das Ich ist Zentrum meines Denkens und Handelns, sondern Christus in mir. […] Das Leben ist dem einen Ziel zugeordnet: Jesus Christus. Das ist ein Mysterium. Die Erlösung von mir selbst, von meinem Ich, geschieht letztlich durch die Identifikation mit meinem neuen Ich: ‚Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir‘ (Gal. 2,20).[1]

Amen!


[1] Yvonne Schwengeler (2020): Die Krise der Lebensmitte. Midlife-Crisis – ein Mythos, oder doch nicht?. Heft 6/2020.

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