Christus allein

Die Endlichkeit des Lebens

Eine Beerdigung, wie ich sie in der letzten Wochen erlebt habe, ist immer wieder ein erdendes Ereignis. Dabei denke ich nicht an den liturgischen Satz des Predigers am Grab „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub“, mit dem der Leichnam der Erde zurückgegeben wird. Ich denke vielmehr an mich, den Mittrauernden, für den die Erdung (bzw. Grablegung) des Gestorbenen ein Erlebnis ist, das ihn aus Wunschbildern und Visionen in die Realität holt. In

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Was den Lebensdurst stillt

Die Samariterin, die Jesus am Jakobsbrunnen trifft, ist eine Frau wie wir. Sie sucht das wahre Leben. Ihr Durst richtet sich auf ein Leben, das sinnvoll, schön, erfüllend ist. Auf unterschiedlichen Wegen versucht sie ihrem Leben diese Qualitäten zu verleihen, doch Jesus macht ihr deutlich, dass ihre Wege zum Scheitern verurteilt sind. Das was sie braucht um ein Leben dieser Güte zu bekommen, ist die Gabe Gottes. Zuerst sucht die Frau, wir mir scheint, in

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Jesus als Seelsorger im Gespräch mit der Samariterin

Das Gespräch zwischen Jesus und der Samariterin am Jakobsbrunnen (Joh 4) ist ein Paradebeispiel für die Seelsorge. Ich möchte kurz einige Aspekt beleuchten, die mir hier wichtig erscheinen. Das erste, was in diesem Gespräch zwischen Jesus und der Samariterin auffällt, ist, dass Jesu Augenmerk auf den Menschen und seine persönliche Not gerichtet ist. Er schert sich nicht sonderlich um die damaligen Konventionen, sondern spricht als Jude mit einer Person, die zu der Gruppe der Samariter

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Lernt Vergebungsbereitschaft von den Kindern (Tolstoi)

Vor allem für uns Christen ist das Thema Vergebung von zentraler und existentieller Bedeutung. Wir bekennen in der Gemeinde durch Gesang und Zeugnis, dass wir (begnadigte) Sünder sind, die aus der Vergebung leben, und legen im lauten Gebet unsere Sündhaftigkeit Gott mit der Bitte um Vergebung vor. Diese Freimütigkeit, so scheint mir, endet aber dann, wenn uns ein anderer unsere Sünde tatsächlich spiegelt. Da stößt das offene Bekenntnis zur eigenen Sündhaftigkeit an seine Grenzen. Diese

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Fiktiver Brief des Menno Simons an Dr. Martinus Luther

Dieser fiktive Brief basiert auf den Schriften des Menno Simons, herausgegeben vom Samenkorn Verlag 2013. Motiviert zum Schreiben dieses Briefes hat mich die Frage nach der Beziehung zwischen Menno Simons und Martin Luther: Menno Simons wünscht dem edlen und hochgelehrten Herrn Dr. Martinus Luther und seinen Mitarbeitern, wahren Glauben, klare Einsicht und einen unsträflichen Wandel, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen. Zum Ersten: Dr. Martinus Luther bis in alle Ewigkeit habe ich die Verpflichtung Ihnen

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Wenn Gnade das Herz überwindet… (Tolstoi)

Leo N. Tolstoi überträgt in seinen „Volkserzählungen und Legenden“[1] eine Erzählung von Victor Hugo, die mich ergriffen hat, da sie die Macht der Gnade plastisch und eindrücklich illustriert. Der Titel dieser kurzen Geschichte lautet „Die Macht der Kindheit“ und setzt folgendermaßen ein: „Töten …! Niederschießen …! Man muß den Schuft sofort erschießen! Man muss ihn töten …! Ihm die Kehle durchschneiden, dem Mörder …! Tötet ihn, tötet ihn …!“  Es ist eine riesige, aufgebrachte Menschenmasse,

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Der junge Mann und Disziplin

Dass Disziplin ein Problem für junge Männer ist, führt Sanders im folgenden Zitat aus. Der junge Mann, der sich zur Führerschaft eignet, arbeitet, während andere bummeln; er studiert, während andere schlafen, betet, während andere sich amüsieren. […] Ohne sich zu sträuben, nimmt er die unliebsamen Aufgaben auf, vor denen sich andere drücken, die unscheinbare Pflicht, der andere ausweichen, weil sie keinen Beifall hervorruft und keine Würdigung findet.[1] Die Frage die ich mir angesichts dieser Problematik

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Leiterschaft und Disziplin

Eine Eigenschaft, die meiner Einschätzung nach unserer Generation insbesondere fehlt, ist Disziplin. Unter diesem Gesichtspunkt zitiere ich aus Geistliche Leiterschaft von Oswald Sanders. Der Leiter ist ein Mensch, der sich zuerst willentlich untergeordnet und gelernt hat, einer von außen an ihn herangetragenen Ordnung zu gehorchen, der sich dann aber eine viel härtere Ordnung von innen auferlegt. Diejenigen, die einer Autorität widerstreben und Selbstzucht verachten, sind nur selten für eine höhere Führungsaufgabe qualifiziert. Sie schrecken vor

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Was uns zum Lesen motivieren sollte

Lesen ist in unserer Gesellschaft (noch) mit hoher Wertschätzung verbunden. Das zeigt sich z.B. auch daran, dass das Bücherregal gerne in einem öffentlichen Raum, wie dem Wohnzimmer arrangiert wird. Wirklich ausgiebig lesen hingegen tun jedoch recht wenige. Oswald Chambers führt in seinem Buch Geistliche Leiterschaft[1] mehrere Gründe an, warum Leiter mehr als nur spärlich lesen sollten. Täglich sollten sie mindestens eine halbe Stunde für die Lektüre reservieren. Dabei verweist er auf John Wesley, welcher geistliche

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Wie merke ich mir das Gelesene?

Vor Monaten habe ich damit begonnen aus gelesenen Büchern ausgewählte Zitate in ein Notizbuch zu übertragen. Dabei gilt mein Augenmerk insbesondere präzisen Formulierungen oder Definitionen, ästhetischen Ausdrucksweisen, Lebensweisheiten und das Herz ansprechende Passagen. Mein Ziel mit dem Aufschreiben der Textstücke ist es Fäden zu den Büchern zu spannen, die mir helfen den Inhalt des Buches bei Bedarf wieder aufzurufen. Des Weiteren können diese Zitate, in der passenden Situation gesprochen, für Wegeweisung oder Heiterkeit sorgen, so

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