Christus allein

Es schneit, es schneit!

Als ich heute morgen aufwachte und aus dem Fenster sah, lag frischer Schnee. Über Nacht hatte es geschneit und die ganze Welt war in weiß gehüllt. Ich liebe den Winter. Schnee hat für mich immer etwas Überraschendes, und zwar ganz positiv. Als wenn die Ewigkeit ein sichtbares Zeichen ihrer Gegenwart senden möchte. Schnee erinnert uns an Gott, erklärt Christopher Asmus. Ich stimme ihm voll zu. Frischer Schnee erinnert mich an drei Dinge: Gott ist der

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Buschbrände, Coronavirus und andere Verschwörungstheorien

Als im Januar die Buschbrände in Australien wüteten, sahen sich viele bestätigt, die vor dem Klimawandel warnen und zu einem radikalen Umdenken auffordern. Andere sehen in der Berichterstattung eine ideologisch gefärbte Meinungsmache. Schneller als man denkt, entwickeln sich Verschwörungstheorien. Christen sollten sich davor hüten, in Schubladendenken zu verfallen. Wir sollten nüchtern eine differenzierte Position einnehmen. Das gilt für den Klimawandel, aktuell für die Debatte um den Coronavirus und andere Dinge, mit denen wir es zu

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Schönheit und Grenzen von Biografien (Hofmannsthal)

Biografien sind zwar nicht meine vorrangige Literatur, doch weiß ich – ich denke hier konkret an einen früheren Jugendfreund – dass manche eine besondere Liebe zu dieser Gattung empfinden. Hugo von Hofmannsthal (1874-1910), ein österreichischer Dichter und Denker, den ich in den letzten Monaten durch seine „dezent-gefühlvollen“ Gedichte und tiefsinnigen Essays sehr zu schätzen gelernt habe, widmet sich in seinem Essay „Biographie“[1] der Grenzen und der Ästhetik von Lebensbeschreibungen. Einige besonders schöne Ausführungen möchte ich

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Wenn Gnade das Herz überwindet… (Tolstoi)

Leo N. Tolstoi überträgt in seinen „Volkserzählungen und Legenden“[1] eine Erzählung von Victor Hugo, die mich ergriffen hat, da sie die Macht der Gnade plastisch und eindrücklich illustriert. Der Titel dieser kurzen Geschichte lautet „Die Macht der Kindheit“ und setzt folgendermaßen ein: „Töten …! Niederschießen …! Man muß den Schuft sofort erschießen! Man muss ihn töten …! Ihm die Kehle durchschneiden, dem Mörder …! Tötet ihn, tötet ihn …!“  Es ist eine riesige, aufgebrachte Menschenmasse,

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Wie merke ich mir das Gelesene?

Vor Monaten habe ich damit begonnen aus gelesenen Büchern ausgewählte Zitate in ein Notizbuch zu übertragen. Dabei gilt mein Augenmerk insbesondere präzisen Formulierungen oder Definitionen, ästhetischen Ausdrucksweisen, Lebensweisheiten und das Herz ansprechende Passagen. Mein Ziel mit dem Aufschreiben der Textstücke ist es Fäden zu den Büchern zu spannen, die mir helfen den Inhalt des Buches bei Bedarf wieder aufzurufen. Des Weiteren können diese Zitate, in der passenden Situation gesprochen, für Wegeweisung oder Heiterkeit sorgen, so

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Die Mennoniten und die Ingenieurskunst

Nach den ersten dürren Jahrzehnten in der neuen Heimat ging es für die mennonitischen Kolonien wirtschaftlich gesehen aufwärts. Das zeigt sich u.a. an den entstehenden Gutshäusern, der Intensivierung der Bildung und auch am technischen Fortschritt. Die im Buch von Heidebrecht[1] veröffentlichte Passage aus dem Mennonite Historian ist eine nette Geschichte, die den in der Überschrift genannten Aspekt illustriert. Das erste Flugzeug in Russland wurde höchstwahrscheinlich von drei mennonitischen Studenten erdacht, gebaut, und kurz geflogen. Der

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Die Mennoniten und das Plautdietsch

Freundlich wurde ich vor Kurzem in einer Gemeinde, die ich zum ersten Mal besuchte, vom Pastor im Foyer begrüßt. Als wir uns gegenseitig vorgestellt hatten, wozu selbstverständlich die Erwähnung des vollständigen Namens gehört, meinte er: „Dann kannst du ja plattdeutsch!“ Mit einigen Schlenkern, die deutlich machen sollten, dass dem nur bedingt so sei, bestätigte ich seine Aussage. Der Name verriet ihm meine Herkunft und damit einhergehend schloss er unwillkürlich darauf, dass ich dieser Sprache mächtig

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Kleinodien aus den Sprüchen

Heute eine Auswahl biblischen Humors: Die Füße haut sich ab und Unheil bekommt zu schlucken, wer Aufträge durch einen Toren ausrichten läßt. (Spr 26,6) Schlaff hängen die Beine an einem Lahmen herab; ebenso ist ein Weisheitsspruch im Munde der Toren. (Spr 26,7) Der Tür dreht sich in ihrer Angel und der Faule in seinem Bett. (Spr 26,14)

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Kleinodien aus den Sprüchen

Das Herz allein kennt seinen Kummer, und auch in seine Freude kann sich kein Fremder mischen. (Spr 14,10) Alle Lebenstage sind für den Unglücklichen trübselig, aber ein wohlgemuteter Sinn ist wie ein beständiges Festmahl. (Spr 15,15) Salböl und Räucherwerk erfreuen das Herz, aber von Leiden wird die Seele zerrissen. (Spr 27,9)

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Kleinodien aus den Sprüchen

Kummer im Herzen drückt einen Menschen nieder, aber ein freundliches Wort heitert ihn auf. (Spr 12,25) Eine sanfte Antwort beschwichtigt den Grimm, aber ein kränkendes Wort ruft Zorn hervor. (Spr 15,1) Wie ein Kuß auf die Lippen ist eine treffende Antwort. (Spr 24,26) [1] Ein Kleinod ist ein altdeutscher Begriff für ein Juwel oder eine Kostbarkeit.

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