Christus allein

Johannes Busch (4): Ein kleiner Schritt

Mir ist im Nachdenken über die Sendschreiben wieder aufgegangen, wie wichtig Buße im Leben eines Gläubigen ist. Ohne Buße wird kaum eine Gemeinde ans Ziel gelangen, da fast alle einen Tadel bekommen. Ein praktisches Beispiel erzählt Wilhelm Busch von seinem Vorfahren Jakob-Frieder Kullen: „Einst hatte er mit seiner Frau einen kleinen Zank. Mit bösen Worten waren die beiden auseinander gegangen. Jetzt saß er in der Schulstube und „trutzte“. Die Mutter hatte sich in die Schlafkammer

Johannes Busch (3): Friedrich Hiller

Der Name Friedrich Hiller ist eng verbunden mit dem schwäbischen Pietismus und es verwundert daher nicht, wenn Wilhelm Busch von der „Stund“ schreibt: „Ein Bauersmann namens Scheu schlägt jetzt feierlich „Hillers Liederkästlein“ auf und sagt das Lied vor. Wie sind uns hier diese Hiller-Lieder so lieb geworden! Der jüngste Bruder, Fritz, der in Russland fiel, hat den Hiller-Band durch ganz Russland mitgeschleppt. Und am Sarge von Johannes öffnete uns ein Hiller-Lied den Blick in den

Die Selbsterkenntnis des Sünders

Warum fehlt heute bei so vielen Christen der innere Antrieb? Warum ist es so schwer, sich von alten Lebensweisen zu verabschieden? Und warum gibt es so wenig echte Bekehrungen? Eine Antwort könnte sein, dass die einzelnen Individuen keine wirkliche Erkenntnis ihrer Schuld vor dem heiligen Gott haben (siehe auch das Zitat von Calvin rechts). Während meiner Zeit im Bellevue in der Schweiz habe ich ein interessantes Zitat aus dem 16./17. Jahrhundert gehört. Ein gewisser Thomas

Disziplin im Gebetsleben

Wem geht es nicht so: Man weiß um die Notwendigkeit des beständigen Gebets und hinkt in der Realität doch so oft weit hinter seinem eigenen Anspruch her. Man ließt von Männern (und Frauen) des Glaubens und sieht deren vorbildliches Gebetsleben, wo nicht selten nächtelang hindurch im Gebet gerungen wird. Und dann nimmt man sich ähnliches vor und scheitert meistens schon nach wenigen Tagen. Wolfgang Bühne schreibt in seinem kürzlich erschienen Buch „Das Gebetsleben Jesu. Ermutigung

Johannes Busch (2): Hülben

Die geistliche Heimat der Busch-Familie liegt vor allem im schwäbischen Pietismus. Wilhelm Busch schreibt: „Als Kinder durften wir mit den Eltern unsere Schulferien immer in der Heimat der Mutter, in Hülben verbringen. Das klingt jetzt so trocken. Aber wer kann ermessen, welche Fülle von Freude, Herrlichkeit und Liebe dies Wörtlein Hülben umschließt! Hülben ist ein Dorf auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb. Mitten im Dorf steht ein riesiges Haus. Uns kam es immer wie ein

Johannes Busch (1): Ein Botschafter Jesu Christi

Ich lese mittlerweile zum zweiten Mal die Biografie von Johannes Busch, die von seinem bekannteren Bruder Wilhelm verfasst wurde. Johannes studierte Theologie (unter anderem bei Karl Barth) und war später Pfarrer in Witten im Ruhrgebiet. Während des Kirchenkampfes im dritten Reich positioniert er sich klar auf Seiten der Bekennenden Kirche, was im die zwischenzeitliche Entlassung von seinem Pfarramt einbrachte. Später wird er Verantwortlicher für die Jugendarbeit der Kirche und ist damit Bundeswart im Westbund. Johannes Busch

Große Schweine der Sünde

Kürzlich genoss ich wieder einmal die „Plaudereien in meinem Studierzimmer“. Wilhelm Busch beschreibt unter anderem den „Fürsten der Prediger“ – C. H. Spurgeon. W. Busch erzählt wie er während einer Veranstaltung in Berlin einen Spurgeon-Predigt-Band in die Hände bekam und erkannte wunderbar man das alte Testament auslegen kann. Doch lest selbst, Spurgeon schreibt über die Geschichte der Arche Noah: „Die Arche erhielt sie alle, und so wird Jesus Chrsistus alle erhalten, die in ihm sind.

Der Fels aus Norwegen (4): Der unverständliche Gott

In einer seiner letzten Predigten drückt Hallesby eine spät erkannte Wahrheit folgendermaßen aus: „Ich dachte lange, ich müsste Gott verstehen, und zerbrach mir darüber fast den Kopf. Aber nach und nach ist es mir aufgegangen, daß es zum Wesen Gottes auch gehört, unverständlich zu sein. Ja, in letzter Zeit habe ich sogar angefangen, ihm zu danken, weil er unverständlich ist. Ich erkenne nun, daß er so groß sein muß, wenn er in der Lage sein

Der Fels aus Norwegen (3): Jesu Name nie verklinget

Konzentrationslager Grini Die Biografie von Hallesby ist wirklich sehr spannend und weist zahlreiche lesenswerte Stellen auf. Doch erst auf Seite 242 wurde ich zu Tränen gerührt. Doch lest selbst, wie Hallesby von einem besonderen Geschehen berichtet, dass er während seiner zwei Jahre im Konzentrationslager Grini am Stadtrand von Oslo (1943-1945) erlebte: „Das für Hallesby ergreifendste Geschehen im Lager Grini ereignet sich, als die Gefangenen Abschied nehmen von neun jungen Männern, die am Nachmittag des 4.

Wer bin ich?

Je mehr ich Dietrich Bonhoeffer lese, desto mehr bin ich von beeindruckt von diesem Mann, von seiner Theologie, von seinen Schriften, von der Tiefe seiner Gedanken. Schon länger fasziniert mich das neben „Von guten Mächten“ wohl bekannteste Gedicht von ihm: „Wer bin ich?“. Es lässt einen nicht kalt – und irgendwie findet man sich auch wieder. Niemand versteht es so gut wie Bonhoeffer, die Spannung (Spannungsfeld!) des christlichen Lebens in Worte zu kleiden. Dieses Gedicht