Evangelicalism in One Lifetime: A Conversation with Os Guinness

Einer der brillantesten christlichen Denker der Gegenwart ist, meiner Meinung nach, Os Guinness. Seine Redegabe ist beeindruckend (er spricht ohne Skript druckreif), seine Analyse unserer Zeit ist scharfsinnig, treffend (z.B. hier ab Min 42) und vor allem ermutigend – er hat sich z.B. darüber gewundert, dass die Evangelikalen zum 500. Jubiläum der Reformation nur über die Benedict Option reden.

Albert Mohler hat sich bei Thinking in Public (ein Podcast, den ich grundsätzlich nur empfehlen kann) mit Os Guinness über seine Geschichte,  den Einfluss von Francis Schaeffer (man erfährt z.B., dass Schaeffer eher Zeitschriften als Bücher gelesen hat) und die evangelikale Welt unterhalten. Unbedingt reinhören: „Evangelicalism in One Lifetime: A Conversation with Os Guinness.“

 

Michael Martens: „Persönliche Reformation“

Vor drei Wochen fand vom 27. bis zum 29. April die 7. Evangelium21-Konfernz in der Arche-Gemeinde in Hamburg statt. Über die Konferenz an sich wurde bereits berichtet: Ron Kubsch hat bei Theoblog darüber geschrieben, Hanniel Strebel hat ausführlich berichtet und auch bei der Gospel Coalition ist eine Zusammenfassung erschienen. Ich persönlich bin auch sehr dankbar, dass ich bei der Konferenz dabei war, herausgefordert und ermutigt wurde.

Michael Martens hat über das Thema „Persönliche Reformation“ gesprochen und, wie ich finde, einige sehr wichtige Dinge deutlich gemacht, über die ich hier berichten möchte. Predigtgrundlage war das Gebet von Paulus in Philipper 1, 7-9:

7 So ist es für mich recht, dass ich dies im Blick auf euch alle denke, weil ich euch im Herzen habe und sowohl in meinen Fesseln als auch in der Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums ihr alle meine Mitteilhaber der Gnade seid.

8 Denn Gott ist mein Zeuge, wie ich mich nach euch allen sehne mit der herzlichen Liebe Christi Jesu.

9 Und um dieses bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überreich werde in Erkenntnis und aller Einsicht

(1) Der Kontext des Gebets

Martens macht deutlich, dass nachdem Paulus die Philipper (die erste europäische Gemeinde) begrüßt hat, er Gott für die Gemeinde dankt und seine Zuversicht zum Ausdruck bringt, dass Gott das Werk vollenden wird (V.6). Martens erinnert an Lydia, die sich in Philippi bekehrt hat und von der es heißt, dass ihr Herz „geöffnet“ wurde (Apg.16). Gott war also derjenige, der das Werk begonnen hat (Sola Gratia), wie Paulus das ja auch im Philipperbrief deutlich macht. Auch der Kerkermeister aus Philippi könnte dabei gewesen sein. Dem hatte Paulus auf seine Frage, was er denn tun müsse um gerettet zu werden, gesagt, dass er an den Herrn Jesus glauben muss (Sola Fide) – von Werken hat Paulus nicht gesprochen.

Gott beginnt also das Werk aus Gnade durch den Glauben. Aber wer vollendet? Manchmal leben und handeln wir so, als müssten wir das Werk vollenden. Paulus sieht das anders: Die Zuversicht von Paulus liegt nicht in den Werken der Philipper (für die er ohne Frage dankbar ist), sondern in dem Wirken Gottes. Wir stehen gerechtfertigt vor Gott und werden durch ihn Christus ähnlicher gemacht – bis das Werk am Tag Christi vollendet ist.

(2) Das Gebet von Paulus: Erkenntnis und Liebe

Martens fragt uns, wofür wir beten (auch wenn wir füreinander z.B. in der Gemeinde beten). Oft geht es um Lebensumstände, wirtschaftliche Fragen und wie uns Menschen behandeln. Das finden wir bei Paulus nicht: Paulus betet für persönliche Reformation. Er betet darum, dass die Liebe überströmt in Erkenntnis und Einsicht. Wie ist da der Zusammenhang? Johannes sagt, dass wir Gott lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. Es geht um Gotteserkenntnis, die sich im praktischen Leben zeigt; um Einsicht, wie ich konkret handeln soll. Liebe, Erkenntnis und Denken gehören bei Gott eng zusammen: Jesus spricht davon, Gott mit dem Denken zu lieben (Mt.22). Hier weist Martens darauf hin, dass derjenige, dem wir am meisten vertrauen, bestimmt, was wahr ist: Das muss Gott sein, der durch sein Wort spricht (Sola Scriptura). Unsere Haltung zu Gott und unsere Gotteserkenntnis sind voneinander abhängig. Gotteserkenntnis ist keine intellektuelle Übung, sondern hat mit unserer Haltung zu Gott und unserem Glauben zu tun.

Was bedeutet das praktisch? Hier nimmt uns Martens mit in den Jakobusbrief. Jakobus spricht im ersten Kapitel von Anfechtungen, die den Glauben stärken sollen und weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Gott gerne demjenigen Weisheit gibt, der ihn bittet. Ist das eine Verheißung? Ja, allerdings ist sie daran gekoppelt, dass wir nicht im Zweifel beten. Mit „Zweifel“ meint Jakobus ein geteiltes Herz (griechisch: zwei Seelen), das nicht voll auf Gott ausgerichtet ist. Die Frage lautet also: Bei wem ist meine Loyalität? Wenn wir vollkommen auf Gott ausgerichtet sind, dann gilt die Verheißung – sie hängt vom ungeteilten Herzen ab. Martens führt als Beispiel Eltern an, die Weisheit für die Kindererziehung haben möchten. Die entscheidende Frage lautet nun, worum es den Eltern wirklich geht: Wollen sie ihre Kinder aus Liebe zu Gott für Gott erziehen, oder ist es ihnen vielleicht einfach nur peinlich, wie sich ihre Kinder aufführen? Jeder muss sich da persönlich fragen, was ihm wichtiger sein könnte als Gott. Es kann passieren, dass wir bibeltreue Überzeugungen haben, uns dann aber Umstände begegnen, die uns dazu bringen diese zu „überdenken“. Wenn es jemand z.B. im Theologiestudium nicht ertragen kann, von anderen belächelt zu werden, weil er oder sie glaubt, die Bibel sei tatsächlich das von Gott inspirierte unfehlbare Wort Gottes. Dann geben wir unsere Überzeugungen für unser Wohlbefinden auf – und sind nicht mehr ganz auf Gott ausgerichtet.

(3) Das Beste für unseren Gott

Oft denken wir, so Martens, in Kategorien von schlecht und gut. Allerdings müssen wir uns manchmal vielleicht zwischen gut und besser entscheiden. Wir sind z.B. traditionell – das ist doch gut, oder? Wir haben dieses und jenes schon lange so gemacht. Aber vielleicht hat Gott etwas Besseres vor? Ein anderes Beispiel ist soziales Engagement in der Stadt. Das ist doch gut, oder? Ja! Aber wenn soziales Engagement die Verkündigung ersetzt und nicht „nur“ Ausdruck des Evangeliums ist, dann verfolgen wir das Gute, nicht aber das Beste. Bei sozialem Engagement (im Gegensatz zur Wortverkündigung) bekommen wir vielleicht Bestätigung von unserer Stadt, aber deshalb dürfen wir die Verkündigung ja nicht aufgeben.

Um schwierige Entscheidungen richtig treffen zu können, muss unser Herz stimmen. Manchmal stehen Missionare vor schwierigen Entscheidungen und fragen sich in Zeiten der Anfechtung, ob sie bleiben sollen oder nicht. Da kommt auf das Herz an: Will man weg, weil es zu stressig ist? Bleibt man, weil man Angst hat, die Gemeinde hält einen für einen Versager? Derartige Entscheidungen sind demnach äußerst vielschichtig und ohne die richtige Herzenshaltung Gott gegenüber, kann man sich gar nicht wirklich für das Beste entscheiden. Jesus hat das Beste getan, auch wenn es schwer war. Manchmal entscheiden wir uns für das Gute, weil das Beste schmerzen würde – das darf nicht sein.

Martens hat zu einer „Egalhaltung“ aufgerufen: Es ist egal, was die Leute sagen, es geht darum, was Gott möchte. Das kann in Beziehungen ganz praktisch werden: Wir alle haben Erwartungen von Anderen (Eltern, Freunde, Gemeinde) und manchmal haben wir Angst, wie die Anderen in gewissen Situationen reagieren werden, wenn wir sie mit der Wahrheit Gottes – dem Besten – konfrontieren. Wenn allerdings die gefühlte Liebe zu anderen nicht das Beste in Gottes Augen ist, dann ist es Pseudo-Liebe. Es ist Lieblosigkeit gegenüber Gott und auch gegenüber dem Nächsten. Die „Egalhaltung“ ist auch für die Predigtvorbereitung wichtig: Wenn wir Gott um Verständnis für den Text bitten, dann muss uns das, was unsere Zuhörer über uns denken (werden), egal sein.

In Philipper 2 wird Jesus beschrieben, dem es „egal“ war, was die Menschen mit ihm machten: Jesus hat den Willen des Vaters erfüllt. Paulus betet, dass unsere Liebe und Erkenntnis immer weiterwachsen, sodass wir jetzt schon Jesus immer ähnlicher werden – bis das Werk am Tag Christi vollendet ist. Dafür betet Paulus. Dafür sollten wir beten. Martens stellt abschließend folgende herausfordernde Frage: Kann unsere Liebe gegenüber den Menschen, die wir lieben, intensiver sein als unser Gebet für sie?

Den Tag Christi im Blick und mit dem Wissen, dass Gott es vollbringt, soll durch persönliche Reformation Ehre für Gott und Segen für andere entstehen. Gott wirkt es durch Christus (Solus Christus) zu seiner Ehre: Soli Deo Gloria.

Worum betest du?

Worum betest du in Not, in Betrübnis? Was kommt über meine Lippen, wenn ich enttäuscht, traurig, frustriert bin?

Als Jesus erschüttert ist wegen des Martyriums, das in wenigen Tagen auf ihn einbricht, sagt er:

„Jetzt ist meine Seele erschüttert, und was soll ich sagen?

(Soll ich bitten:) >Vater errette mich aus dieser Stunde!<?

Nein, gerade deshalb bin ich ja in diese Stunde gekommen: Vater, verherrliche deinen Namen!“  (Joh 12,27f)

Hat die Reformation noch Relevanz für Luthers Heimat?

Auf der Website der Gospel Coalition ist ein Artikel erschienen, in dem Matthias Lohmann und Ryan Hoselton die Frage stellen, ob die Reformation für Luthers Heimat noch Relevanz hat. Leider müssen sie feststellen, dass die Staatskirchen das reformatorische Erbe entweder hinter sich gelassen, oder aber revidiert haben: „While the Roman Catholic church still officially rejects Scripture alone, European Protestant church leaders and university theology faculty now place the authority of human reason, the claims of higher criticism, and individual conscience over Scripture.” Allerdings sieht es in den evangelikalen Gemeinden nicht unbedingt besser aus:

Even the bulk of Europe’s evangelicals and free churches (i.e., those without ties to the state) see little use for the theology of the Reformation. The Reformers’ quest for biblical and spiritual depth has been substituted for deep anti-intellectualism and shallow experientialism. Ministers have largely traded the Reformers’ emphasis on the Christ-centered preaching of the Word for theater performances and moralistic guidelines, and the Protestant doctrine of the priesthood of all believers has warped into therapeutic individualism.

In diesem Zusammenhang stellen die beiden auch die Arbeit und Vision von Evangelium21 vor:

Evangelium 21 (E21), a network of believers in German-speaking Europe committed to renewing the health and vitality of its churches, wishes to offer a different way to commemorate the 500th anniversary of the Reformation. Many of us share the enthusiasm to rediscover the Reformation’s political and cultural significance, and we recognize that the Protestant Reformers were men and women with clay feet like ourselves. Martin Luther’s anti-Semitism and Ulrich Zwingli’s persecution of Anabaptists, among other things, remind us not to look back on the era with a naïve nostalgia for a lost golden age. Nonetheless, we believe the Reformers reclaimed vital biblical truths just as relevant and pressing today as they were 500 years ago.

Vom 27. bis zum 29. April findet in Hamburg die siebte E21-Konferenz statt, die gemeinsam mit Together for the Gospel (T4G) gestaltet wird. Im Zentrum der Konferenz stehen die biblischen Wahrheiten der Reformation und deren Bedeutung für die Gegenwart. Hier besteht (noch) die Möglichkeit, sich zur Konferenz anzumelden.  

Jonathan Haidt and Tim Keller: The Closing of the Modern Mind

Vor einigen Tagen haben Tim Keller und Jonathan Haidt im Rahmen des Veritas Forums über Pluralismus, Glauben und moralische Meinungsverschiedenheiten gesprochen. Die Veranstalter schreiben dazu: „What should be our foundation for morality? How do we deal with the inevitable moral conflict in society? Is morality just a social construct? How do we deal with our biases?

Tim Keller ist den meisten Christen ein Begriff. Jonathan Haidt ist Professor für Psychologie mit einem besonderen Fokus auf Moral. Haidt ist außerdem Atheist, gehört allerdings nicht den „Neuen Atheisten“ an, die für eine aggressive Bekämpfung von Religion plädieren, sondern bezeichnet sich als „Fan“ von Religion (was vielleicht mit seiner akademischen Disziplin tun hat?). Außerdem ist er ein sympathischer, respektvoller und offener Gesprächspartner.

Ich freue mich, dass das Veritas Forum die interessante Diskussion jetzt auch online zur Verfügung gestellt hat:

David Platt über Mission und Jüngerschaft

David Platt ist amerikanischer Pastor und zurzeit der Präsident des International Mission Board der Südlichen Baptisten. Wenn man David Platt zuhört, merkt man schnell, dass er genau der richtige Mann für diesen Posten ist:

Platts authentischer Missionsdrang zeigt sich auch in den Büchern, die er schreibt: Zu seinen Titeln gehören unter anderem What Did Jesus Really Mean When He Said Follow Me? und Radical: Thinking Back Your Faith from the American Dream. Vor einigen Jahren habe ich eine Predigt von Platt zusammengefasst, die er auf einer TGC-Konferenz gehalten hat. In dieser Predigt ruft Platt leidenschaftliche dazu auf, Jünger zu machen. Hier seine zwölf Aufrufe:

  1. Lasst uns Leute aufrufen, alles für die Herrlichkeit Christi zu geben
  2. Lasst uns Leute zu einer demütigen Abhängigkeit von der Gnade Jesu aufrufen
  3. Lasst uns Leute zu einem dringendem Gehorsam der Mission Christi gegenüber aufrufen
  4. Lasst uns Leute zu einem zuversichtlichen Vertrauen in die Autorität Christi aufrufen
  5. Lasst uns gewöhnliche Jünger aussenden, damit sie Außergewöhnliches im Reich Christi vollbringen
  6. Lasst uns Leiden von Gott annehmen, der es befiehlt, damit der große Auftrag ausgeführt wird
  7. Lasst uns in die Verlorenheit eindringen, indem wir das Evangelium bewusst nach außen verkündigen
  8. Lasst uns geistlichen Nöten hinterhergehen, während wir auch physische Not lindern
  9. Lasst uns Gottes Herrlichkeit mehr als unser Leben lieben
  10. Lasst uns in der Abhängigkeit vom Heiligen Geist fasten und beten
  11. Last uns darauf vertrauen, dass Jüngerschaft zur Multiplikation von Gemeinden führt
  12. Lasst uns ein Vermächtnis von gemachten Jüngern und vermehrten Gemeinden zurücklassen

Hier geht es zur vollständigen Mitschrift. David Platt wird übrigens auf der nächsten Evangelium21-Konfernz sprechen, zu der man sicher hier anmelden kann.

Alex Reindl: Jünger-Machen als Lebensstil

Die Predigt „Jünger-Machen als Lebensstil“ wurde am 14. Februar 2016 in der Baptistengemeinde Innsbruck von Alex Reindl gehalten und steht hier als Audio zur Verfügung. Textgrundlage ist Matthäus 28, 16-20. Hier meine Mitschrift:

Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie bestellt hatte. Und als sie ihn sahen, warfen sie sich anbetend vor ihm nieder; etliche aber zweifelten. Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

Was ist der Hintergrund dieser Stelle/Situation? Wie fühlen sich die Beteiligten?

Die Jünger kommen aus der Erfahrung des Leidens, Sterbens und der Auferstehung ihres Herren. Daraus resultieren zwei Reaktionen: Zweifel und Anbetung. Diese Tatsache hat sich bis heute nicht geändert – in Anbetracht des Auferstandenen werden die Menschen entweder anbeten oder zweifeln. Jesus lässt die Zweifler aber nicht in ihrem Zweifel zurück. Und in diese spannungsgeladene Situation gibt Jesus den Jüngern seine Vision für das nun folgende Leben (ohne seine leibliche Anwesenheit) mit. Drei Aufforderungen, die uns heute genauso gelten.

Jesus gibt drei Aufforderungen, um seine Vision zu leben

1. Seine Autorität kennen

  • V. 18: Mir ist gegeben alle Macht (besser: Autorität)
  • Autorität: Fähigkeit und Recht, etwas zu tun
  • Z. B. Lehrer, Polizei, Eltern. etc.
  • Jesus: Alle Autorität (Jedes Recht und jede Fähigkeit)
  • umfasst Krankheit, Leben und Tod, übernatürliches, Sündenvergebung, etc.
  • Philiper 2: Jedes Knie wird sich vor ihm beugen
  • Autorität über dein und mein Leben
  • großer Kontrast zur Gruppe vor ihm (und zu uns)
  • Jesus antwortet den Zweiflern
  • Der Grund warum Jesus Menschen beauftragt, ist nicht deren Stärke, Treue, das Gute – Jesus selbst ist der Grund
  • Weil er souverän ist
  • Nur wegen dieser Autorität von Jesus können wir überhaupt missionieren!

2. Seinem Auftrag gehorchen

  • Macht Jünger ist das Hauptwort in diesem Abschnitt
  • Gehen ist nicht separat gemeint, sondern unterstreicht das „machen“
  • Was genau sollen wir tun? (Das „Was“ des Auftrages)
    • Jünger machen (ein Wort im Grundtext)
    • Ein Jünger wurde mit seinem Lehrer in Verbindung gebracht
    • Dieser war einerseits Ausbilder (Lehrer) und andererseits Vorbild
    • Für Christen ist das Jesus
    • Jesus lehrt nicht nur, er gibt sein Leben für seine Jünger
    • Ein Jünger Jesu ist der, der mit ganzem Herzen das tut, was Jesus von ihm will und ganz an ihm hängt
    • Jede Gemeinde ist dann eine Gemeinde im Sinne Gottes, wenn die Menschen an Jesus kleben und deswegen eine Gemeinschaft bilden
    • Es geht nie darum, Menschen in meine Nachfolge zu rufen, sondern Menschen sollen zu Jüngern von Jesus gemacht werden
    • Welche ethnische Menschengruppe erscheint dir am verrücktesten zu sein? – Jesus will Jünger aus dieser Gruppe haben!
    • Weckt das Anbetung in dir?
    • Das Was ist: Jünger machen von Jesus aus allen Völkergruppen
  • Wie sollen wir es tun? (Das „Wie“ des Auftrages)
    • taufend: Hineintaufen in ein Familienverhältnis
    • in die Beziehung zwischen Vater, Sohn und heiligem Geist bringen
    • In diese Familie kommt man nur durch Adoption
    • Jesus starb, damit ich in diese Familie kommen kann
    • Die Taufe symbolisiert genau das
    • Die Taufe ist das Symbol für das Eingeständnis, dass ich kein Recht habe, zu dieser Familie zu gehören
    • Meine Schuld machen mich unwürdig für diese Familie
    • Mit der Taufe gestehe ich ein, dass nur durch Jesu Verzicht, Tod und Auferstehung ich in diese Familie kommen kann
    • der erste Schritt des Jünger-machens ist: Menschen in die Familie Gottes rufen
    • die Taufe veranschaulicht diesen Schritt
    • lehrend: Da geht es um das weitere Leben des neuen Kindes
    • Wie soll es jetzt in der Familie leben?
    • Man soll die Menschen lehren, Jesus zu gehorchen
    • In der Taufe bekennt der Mensch, dass Jesus der Retter ist. Im Lehren, dass Jesus sein König/Herr ist
    • Heiligung ist ein notwendiger Teil des christlichen Lebens
    • Keine Trennung zwischen Rettung und Heiligung
    • Es gilt Jesus, in allem zu gehorchen
    • Es ist ein Prozess: Ich lerne von Jesus und gebe weiter, was er sagt: Deswegen steht die Bibel im Mittelpunkt
    • Darum ist auch die Mission immer etwas, wo die Bibel im Mittelpunkt steht
    • Es gibt nur eine Organisation, die Jesus predigt – die Kirche
    • Deshalb muss in dieser Institution die Priorität die Priorität sein
    • Das Bibel lesen soll die persönlichen Lebensweise prägen

3. Seiner Gegenwart vertrauen

  • Jesus beauftragt nicht nur, er ist mit dabei!
  • Weil er Gott ist! (Nur deshalb kann er das sagen)
  • Die Klammer des Evangeliums ist: Gott mit uns! (Immanuel)
  • Das Evangelium bringt Rettung. Aber wozu werden sie gerettet? – Zur Gemeinschaft mit Gott
  • Dieser Auftrag führt zur Ablehnung – Menschen wollen das nicht hören
  • Dieser Auftrag ist kein Zucker-Schlecken; aber Jesus weiß das, und er ist bei uns
  • Wir sollen in Jesus, durch Jesus und mit Jesus Menschen zu seinen Jüngern machen

Was machen wir jetzt damit?

  • kein Mangel an Information, sondern ein Mangel im Herzen
  • Wie können wir in diesem Bereich wachsen?
  • Falsch: Jetzt aber ganz neu, kommende Woche, jetzt aber! Los jetzt!
    • Die Schulter wird blau (vom auf die Schulter klopfen), aber das Herz bleibt unberührt
    • Wir brauchen innere Erweckung
    • Eigene Vorsätze alleine bringen wenig
  • Richtig: Schau auf Jesus
    • Der Missionsauftrag ist eingebettet in Jesus (Beginnend mit seiner Autorität – Endend mit seiner Gegenwart)
    • Streck dich nach Jesus auf; Leg dein Ohr auf die Bibel und hör, wie Jesus ist
    • Dann wird Jünger-machen tatsächlich zum Lebensstil!

Was Albert Mohler seinem 20-jährigem Selbst sagen würde

In christlichen Kreisen wird manchmal davor gewarnt, Prediger zu (stark zu) verehren – wir folgen schließlich Christus und nicht seinen fehlbaren Dienern. Diese Warnung ist durchaus berechtigt. Im Dezember des letzten Jahres wurde Albert Mohler in einer „Ask Anything“-Fragestunde die Frage gestellt, was er seinem 20-jährigen Selbst sagen würde. Hier seine – gerade in diesem Zusammenhang – äußerst interessante Antwort (grob übersetzt):

Ich habe kürzlich zu einigen Studenten gesprochen und ich habe ihnen gesagt: Wisst ihr, ihr braucht eine Liste mit Predigern, die ihr live hören wollt. Jetzt! Es gibt da nämlich Prediger, bei denen ich mir wünsche, dass ich sie mit 18, 19, 20, oder in meinen 20ern gehört hätte. Ich habe gedacht: Das kann ich nicht machen, das ist 500 Meilen weit weg. Nun, da würde ich einfach sagen – wie ich das bei diesen Studenten getan habe –, wisst ihr, Leute, ihr solltet euch ins Auto setzen (und den Weg auf euch nehmen) um diesen Prediger zu hören. Fahrt da für einen Sonntagmorgen hin und bleibt dort – und wisst ihr: meine Vermutung ist, dass ihr vielleicht sogar eine Unterhaltung mit ihm haben könnt, wenn ihr es ihn im Voraus wissen lasst, dass ihr kommt. Das kann von unschätzbarem Wert sein. Ich schaue zurück auf Martyn Lloyd-Jones, den ich wirklich sehr hoch schätze, den ich aber niemals live gehört habe. Ich wünschte, dass ich das getan hätte. Ich wünschte, dass ich damals – als junger Mensch – gedacht hätte, dass ich dort hingehen sollte wo er ist, um ihn zu hören.

Die anstehende Evangelium21-Konferenz bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit, diesem Rat zu folgen: Mark Dever, Albert Mohler, David Platt und Ligon Duncan werden zum 500. Jahrestag der Reformation sprechen. Falls diese Brüder auf deiner Liste stehen: nach Hamburg zu reisen ist deutlich einfacher als für einen Gottesdienst nach Amerika zu fliegen.

Hier kann man sich zur Konferenz anmelden.