Christus allein

Der Unterschied zwischen „To-Do“ und „bereits getan“ in der Rechtfertigung

Ich bin vor einiger Zeit auf einen Artikel von Nicholas Davis gestoßen. Er hat mich sehr ermutigt, weil er so klar über die Forderung des Gesetzes und die Vorzüglichkeit der zugerechneten Rechtfertigung durch den Glauben spricht, die Gott den Gläubigen allein aus Gnade gibt. Hier gebe ich den Artikel mit freundlicher Genehmigung von Core Christianity in deutsch wieder (den Originalartikel kann man hier abrufen).  Es gibt diesen einen Unterschied, der den entscheidenden Unterschied im Christsein

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Spaß und Freizeit zwischen Götzen- und Gottesdienst

In der FEG München-Mitte gibt es aktuell eine Predigtreihe zu verschiedenen Götzen. Ron Kubsch hat am Sonntag in einer Predigt thematisiert, wie Spaß und Freizeit zu Götzen in unserem Leben werden können. Er gibt dafür zunächst einen groben Überblick über den 1. Korintherbrief, um aufzuzeigen, dass der Umgang mit christlicher Freiheit für die Korinther eine wichtige Frage darstellte. Als zweites zeigt er anhand von 1. Korinther 9,24-27 einige Leitmotive im Leben von Paulus auf, an

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Persönliche Evangelisation: Der Bibel vertrauen

Wenn es um persönliche Evangelisation und das Pflegen von Beziehungen mit Nicht-Christen geht, muss ich beschämt eingestehen, dass ich mich in meinem bisherigen Leben nicht durch großes Engagement ausgezeichnet habe. Die Gründe sind vielfältig; unter anderem verbringe ich Zeiten gerne mal allein (z. B. die Mittagspause auf der Arbeit). Es ist für mich ein echter Kraftakt, das Gespräch mit anderen zu suchen und mich wirklich für sie zu interessieren (Stichwort Bequemlichkeit). Sehr ermutigend war in

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David Powlison: Bitte Gott um eine persönliche Ermutigung

Als David Powlison, der „größte Denker der ‚Biblische Seelsorge‘-Bewegung“ (Ron Kubsch), Anfang Juni starb, habe ich einige Nachrufe auf ihn gelesen. Bemerkenswert fand ich den Hinweis, den Powlison Ray Ortlund gab, als er sich in einer tiefen Krise befand. Er berichtet: Ich kann mich nicht an seine genauen Worte erinnern. Aber sie lauteten ungefähr so: „Ray und Jani, ihr leidet. Und es wird nicht allzu schnell besser werden. Hier ist mein Rat: Bitte den Herrn um

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Von Schuhen und Gesetzlichkeit

Sergej Pauli hat eine nette Geschichte über Schuhe geschrieben. Sie bringt zum Schmunzeln, vor allem wenn man den Hintergrund kennt, aus dem heraus er schreibt. Was aber wichtiger ist: Sie enthält wichtige Lektionen über Gesetzlichkeit: „Es war einmal vor gar nicht so langer Zeit, in einer Freikirche, die das Evangelium kannte und mutig verkündigte. Doch von Jahr zu Jahr wurde man immer stolzer darauf, dass man besonders „bibeltreu“ sei. Man war froh, viele historische Fehler

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Können Mennoniten-Brüder-Gemeinden reformiert sein?

Diese Frage stellt sich für manche russlanddeutsche Gemeinde, deren Wurzeln häufig bei den Mennoniten-Brüdern liegen, nicht nur theoretisch. Durch den Einfluss reformierter Theologen aus dem englischsprachigen Raum werden Gemeinden herausgefordert, ihr Selbstverständnis zu überdenken. John Neufeld, der jahrelang Pastor einer der größten MBG-Gemeinden in Kanada war, würde die Frage mit „Ja“ beantworten. Die Mennoniten-Brüder in Nordamerika und Russland bzw. Deutschland haben über die Jahre zwar unterschiedliche Entwicklungen genommen, teilen jedoch dieselben theologischen Wurzeln. Zudem stehen

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Gedanken „ex nihilo“ (4): Licht und neues Leben für Sünder

Meine letzten Beiträge, in denen ich über den ex nihilo-Topos in der Bibel nachgedacht habe, waren eher abstrakter und philosophischer Natur. Es ging darum, welche Implikationen die biblische Lehre von Gottes Erschaffen der Welt ex nihilo für unser Gottesbild hat und wie genau dieselbe ex nihilo-Logik, die am Anfang der Zeiten aus dem „Nichts“ ein „Etwas“ werden ließ, auch in der Inkarnation und Auferstehung Christi zum Tragen kommt. Die Ausführungen der letzten Beiträge können (was

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Gedanken „ex nihilo“ (3): Die Kraft der Auferstehung

Gestern habe ich (hier) die Jesusgeschichte als mit einem göttlichen ex nihilo-Schöpfungsakt beginnend beschrieben. In seiner Freiheit entscheidet sich Gott, Mensch zu werden – und wird von seiner eigenen Schöpfung getötet. Doch das ist nicht das Ende. Vielmehr ist es so, dass die Geschichte Jesu nicht nur mit einem göttlichen Schöpfungsakt ex nihilo beginnt, sondern auch in einem solchen endet – und damit wieder neu beginnt, ohne jemals wieder zu enden.     Interessanterweise kommt Dietrich

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Gedanken „ex nihilo“ (2): Das Geheimnis der Inkarnation

Gestern bin ich (hier) auf Gottes Erschaffen der Welt ex nihilo eingegangen. Es sollte deutlich geworden sein, dass uns die biblische Lehre der Schöpfung aus dem Nichts vor gewissen Fehlschlüssen bewahrt. So macht die Forderung, Gott zu sehen, bevor man offen für den Glauben ist, keinen Sinn (so wie es für Robinson Crusoe keinen Sinn macht, Daniel Defoe sehen zu wollen). Es macht auch keinen Sinn, zu versuchen, diesen ersten Schöpfungsakt aus dem Nichts naturwissenschaftlich-physikalisch

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Gedanken „ex nihilo“ (1): Gottes Schöpfung am Anfang der Zeit

Zugegeben, der Titel dieser Reihe könnte irreführend sein: Es sind sicher nicht meine Gedanken, die hier ex nihilo – also „aus dem Nichts“ – entstehen. Es geht mir um den Topos ex nihilo in der Bibel, also um das immer wiederkehrende Thema, dass etwas „aus dem Nichts“ entsteht. Bei einem solchen Unterfangen muss man allerdings sofort (vor)bemerken, dass wir hier an die Grenzen unseres Denkens stoßen. Was ist denn das „Nichts“? Wir können nicht, so

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