Christus allein

„Bibliothek der Kirchenväter im Internet“

Im Zuge meiner Masterarbeit beschäftige ich mich zurzeit verstärkt mit den Texten der Kirchenväter, genauer: mit den spätantiken Kirchenvätern (3.-5. Jahrhundert). Ich empfinde es als Vorrecht, das Vergnügen (das Studieren der Kirchenväter) mit der Pflicht (Masterarbeit) verbinden zu können. Das Lesen der Kirchenväter ist aus mancherlei Hinsicht ein spannendes und gleichzeitig lohnendes Unterfangen: Zitate, die man in irgendwelchen Predigten mal gehört hat, in ihren Kontexten wiederzuentdecken (ich denke hier an die wohl am häufigsten zitierten

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Coram Deo – Rückblick auf das Wochenende mit Hanniel

Ein persönlicher Rückblick von Donatus Bergen: Coram Deo – was bedeutet es vor Gott zu leben? – Die ganze Woche begleitete mich immer wieder dieses Thema. Letztes Wochenende war ich bei den von Hanniel Strebel zu diesem Thema gehaltenen Vorträgen in der Freien Kirchengemeinde Warendorf. Nach jedem Vortrag begleitete uns das gehörte auf der Heimfahrt und darüber hinaus. Freitagabend begann Hanniel mit dem Thema: „In größter Freude und in höchster Not: Wissen, worauf es ankommt.“

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Buchempfehlung: Glauben wozu? Religion im Zeitalter der Skepsis

Ich erinnere mich an eine Zeit, in der ich als Jugendlicher das Thema Apologetik für mich entdeckte und mit Begeisterung Werke wie Josh McDowells Die Fakten des Glaubens: Die Bibel im Test. Fundierte Antworten auf herausfordernde Fragen an Gottes Wort las. Jetzt, so dachte ich, bin ich gewappnet für die Verteidigung des Glaubens. Nur: Ich musste im Laufe der Jahre zunehmend feststellen, dass das nicht „funktioniert.“ Die vielen Argumente verpuffen, weil die Gesprächspartner sich gar nicht für

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400 Jahre Synode von Dordrecht, oder: Die Geburtsstunde der fünf Punkte

Vor 400 Jahren saßen im holländischen Dordrecht „von November 1618 bis zum Frühjahr 1619 rund einhundert Vertreter verschiedener nationaler Kirchen zu Beratungen bei der ersten und einzigen gesamteuropäischen Synode der Reformierten zusammen“, schreibt Holger Lahayne, dessen Artikel ich hier umreiße. Der Ausgangspunkt für diese außergewöhnliche Synode war die in fünf zusammenhängenden Punkten dargelegte „Remonstranz“ (d. h. eine Art Gegendarstellung), die 1610 von Schülern von Jacobus Arminius als Ablehnung der calvinistischen Lehre vorgelegt wurde. Sie forderte die

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John Rutters geistliche Musik

Anfang Oktober, während des Erntedank-Gottesdienstes, bin ich nach einigen Jahren wieder John Rutter begegnet. Nicht persönlich, aber in einem seiner Werke. Kennengelernt habe ich ihn über Larry Nickel, der einige der Kompositionen Rutters mit dem West Coast Mennonite Chamber Choir aufgenommen hat. John Rutter wurde 1945 in London geboren und studierte Musik am Clare College in Cambridge. Auf seiner Homepage schreibt er über seine Anfänge: Seit ich gehen und sprechen gelernt habe wollte ich Musiker sein. Ich entdeckte

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Jeremy Begbie: T.F. Torrance im Gespräch mit den Künsten

Vor einiger Zeit habe ich Jeremy Begbies C.F.D. Moule Memorial Lecture aus dem Jahr 2014 zusammengefasst. Ich möchte hier eine weitere Vorlesung von Begbie umreißen, die er 2018 beim Jahrestreffen der T.F. Torrance Theological Fellowship gehalten hat. Begbie geht in seiner Vorlesung auf vier Schwerpunkte in der Theologie von Torrance ein und zeigt auf, wie diese im Dialog mit den Künsten fruchtbar gemacht werden können. Von den vier Schwerpunkten habe ich die ersten drei zusammengefasst.

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John Stott: Plane dir Stille ein!

Aufgaben, Verantwortung, wenig Zeit, Durcheinander, dazu noch schlechte Organisation – wer kennt das nicht? Wie soll ich alles schaffen? John Stott stellte sich als 29-jähriger Geistlicher genau diese Fragen. Neben den Verwaltungsaufgaben, die mit seinem Amt als Rektor des All Souls Church in London einhergingen, hatte er auch auf sein geistliches Leben zu achten, um dann auch seine Gemeinde entsprechend versorgen zu können. Kevin Halloran berichtet davon, was Stott in diesen Herausforderungen geholfen hat. Auf

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Sind Romane Zeitverschwendung?

„Was liest du gerade?“ ist eine Frage, die mir sehr lieb ist. Ich beantworte sie gerne, wenn sie mir gestellt wird, frage aber auch selbst gerne andere nach ihrer Lektüre. Bücher bieten, finde ich, vielversprechenden Gesprächsstoff und sind außerdem Weggefährten, die ich nicht missen möchte. In der Regel lese ich mehrere Bücher gleichzeitig (was auch bedeutet, dass es unter Umständen sehr lange dauern kann, bis ein Buch beendet wird – falls es beendet wird). Neben

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Was ich an Dostojewski und Tolstoi schätze

In einem Frage-Antwort-Video antwortet Albert Mohler auf die Frage nach seinen Lieblingsromanen, indem er u.a. auf die russischen Autoren verweist. Das, was die Erzählungen beispielsweise eines Dostojewskis ihm gegeben hätten, sei die besondere Einsicht in das Wesen und das Innere des Menschen.[1] Es ist nun bereits etwas her, dass ich mir den ersten Roman eines russischen Autoren besorgt und gelesen habe: Eugen Onegin von Puschkin. Danach kamen Dostojewski und Tolstoi hinzu. Und ebenso wie Mohler

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Notizen zur Ringparabel

In diesem Jahr ist das Drama G. E. Lessings „Nathan der Weise“ (1779) Pflichtlektüre für die Abiturprüfung. Diese Lektüre gilt als zentraler Text der Aufklärung, die sich u.a. durch die (Über-)Betonung der Vernunft und der Emanzipierung von der Religion auszeichnet. Bei einem Besuch eines Buchhandels fand ich den Klassiker im „Sale“-Bücherkorb und erwarb die Reclam-Ausgabe für wenige Euro mit der gefühlten Verpflichtung, dieses bekannte Stück als Germanistik-Student einmal gelesen haben zu müssen. Nach dem Lesen

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